15.02.2020 - 15:19 Uhr
RegensburgSport

Jahn Regensburg rehabilitiert: Wekessers erstes Tor tut Wehen weh

Eine Leistungssteigerung und ein belebender Oli Hein reichen zum wichtigen 1:0 Heimsieg gegen Wehen Wiesbaden. Jahn Regensburg hat die Klatsche von Bielefeld einigermaßen verarbeitet.

Jubel über Erik Wekessers ersten Zweitliga-Treffer zum Goldenen Tor gegen Wehen Wiesbaden.
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Hat Regensburg das 0:6-Debakel in Bielefeld verdaut? Mit Wehen-Wiesbaden kommt der Aufsteiger, der in der Vorrunde ein 0:5 gegen den SSV erlitt. Eigentlich gute Karten für die Oberpfälzer. Allerdings haben sich die Hessen gemausert. Drei Veränderungen hat Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic vorgenommen: Andi Geipl kommt für Bene Geipl zurück ins Mittelfeld und übernimmt die Kapitänsbinde vom gelbgesperrten Marco Grüttner. Und für Tim Knipping kommt Sebastian Nachreiner zurück.

Souverän geht anders: Der SSV Jahn beginnt wie die Feuerwehr, lässt sich aber nach und nach einlullen: Mit wenigen Pässen hebelt Wehen-Wiesbaden die Regensburger Abwehr aus. Das folgerichtige 0:1 (16.) wird vom Video-Schiri aberkannt. Die Gäste haben in Hälfte eins die besseren Chancen.

Zittern bis zum Schluss

Nach der Pause bringt Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic Oli Hein auf der rechten Abwehrseite, zieht Bene Saller nach links und holt Okoroji vom Feld, der sich bis dahin nur festgelaufen hatte. Das Spiel der Regensburger wird besser, die Folge das 1:0 (52.) durch Erik Wekesser nach blitzgescheiter Vorarbeit von Max Besuschkow auf Albers, der uneigennützig in die Mitte auflegt.

Wehen Wiesbaden braucht lange, um sich von diesem Rückschlag zu erholen, bekommt aber in der Schlussphase jede Menge Gastgeschenke: Statt die eigenen Konter auszuspielen, lässt der Jahn in der Nachspielzeit noch zwei Großchancen zu –auch der eingewechselte Nicolas Wähling trägt durch Fehler im Spielaufbau dazu bei. Letztendlich zittern sich die Oberpfälzer zum Schlusspfiff (95.).

Besuschkow zentral auf Palacios, per Hacke auf Albers, Keeper Lindner kann vor dem Dänen eingreifen, Ecke. Geipl mit der hohen Ecke, George verpasst knapp. Fehler auf beiden Seiten eröffnen Chancen, Okoroji mit dem Patzer, das Solo aufs Tor gerade noch rechtzeitig gestoppt (5.).

Auf der anderen Seite macht Albers einen Schlenker zu viel, sein Schuss aus acht Metern wird geblockt (8.). Die nächste Chance: Flanke auf Albers, der holt das Ding im 16er herunter, braucht wieder einen Moment zu lang, der Schuss in letzter Sekunde geblockt (9.). Guter Konter der Gäste, Sidney Friede öffnet mit einem Querpass für Tobias Schwede, der fast allein aufs Tor zusteuert, dann etwas überhastet abschließt, einen halben Meter neben den rechten Pfosten (13.).

Videobeweis rettet den Jahn fürs erste

Unglaublich, wie leicht das geht: Das Zuspiel von Maximilian Dittgen hebelt die gesamte Abwehr aus, Manuel Schäffler hat allein vor Meyer kein Problem, den Ball am Keeper vorbei ins Tor zu drücken – lange Wartezeit auf den Videobeweis, das 0:1 (16.) wird zurückgenommen, hauchzartes Abseits, wenn überhaupt. Der Jahn kommt nicht mehr hinten raus, Okoroji mit dem Ballverlust und anschließend gleich nochmal vergeblicher Versuch, über links (20.). Spielaufbau über rechts? Fehlanzeige.

Mit Verlaub, das kann man besser lösen: Okoroji steuert im 1:1 direkt auf den Verteidiger zu und zieht das Foul – wäre er vorbei gegangen, hat er das Scheunentor offen vor sich. Der Freistoß endet in einer Abseitsposition (26.). Auch Jann George macht’s nicht besser: Gute Kontergelegenheit, George legt rechts raus, etwa 50 Meter zu weit für Wekesser (27.). Die zweite Ecke der Gäste bleibt harmlos (28.). Auf der anderen Seite versucht es Besuschkow mit dem langen Ball, erst kommt Okoroji nicht zum Zug, dann will sich George den Ball an der Strafraumkante zurechtlegen, Pressball hinters Tor (30.).

Der SSV Jahn tut sich schwer, das Mittelfeld zu überbrücken. Hier versucht's Max Besuschkow.

Gefährlich ist nur Wehen

Die richtigen Chancen aber hat Wehen: Ein Pass in die Tiefe und die Regensburger Abwehr ist ausgehebelt, Paterson Chato auf Dittgen, Saller spitzelt ihm das Ding noch vom Fuß, sonst wäre er frei vor Meyer zum Abschluss gekommen (32.). Okoroji säbelt seinen Gegenspieler um und sieht zurecht Gelb (34.) – da ist auch Frust dabei, weil sich das hochgehandelte Talent aus Freiburg heute kaum mit spielerischen Mitteln durchsetzen kann.

Was die Sportfreunde um Wekesser und Albers vorm gegnerischen Strafraum aufführen, ist eher hilflos, Grüttner fehlt an allen Ecken und Enden. Freistoß Wehen von links außen, wuchtiges Ding, Meyer muss den Ball übers Kreuz boxen, Ecke Nummer drei: zaghafter Kopfball ins Aus (38.). Das nächste Gestocher am Gästestrafraum endet am angeschossenen Schienbein eines Neongelben. Dummes Foul an Wekesser an der Außenlinie, Gelb für Sascha Mockenhaupt.

Schlussoffensive gehört dem Jahn

Hektischer Konter der Regensburger, anstelle des erwarteten Freistoßes für Albers Abseits. Man muss sich über jeden Ballgewinn freuen, diesmal die dritte Ecke für den Jahn, Geipl mit seiner Spezialdisziplin: Mehr als etwas Unordnung hat der nicht zur Folge. Wekesser wird zwar umgerissen, der Schiri hört sich den Kommentar aus Köln an, kein Elfer (45.).

Der Jahn jetzt mit der Pausen-Schlussoffensive, zweimal arbeitet sich Regensburg in den Strafraum, vierte Ecke. Okorojis scharfe Flanke deutlich gefährlicher als Geipls Bananen, aber der darf dann die fünfte versuchen – ohne Befund, Pause.

Schöne Kombi zur Jahn-Führung

Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic wartet mit einer Überraschung auf: Oli Hein kommt für Okoroji, Saller wechselt auf die linke Seite. Ist der Freiburger Leihspieler angeschlagen, ist es eine Vorsichtsmaßnahme wegen seiner Gelben Karte – oder hat der Coach bemerkt, dass dich Okoroji zu oft festgerannt hat? Hein bringt gleich mehr Dynamik ins Spiel, nach Ecke köpft Albers aus fünf Metern auf den Keeper.

Das ist jetzt mal richtig stark: Zuckerpass von Besuschkow auf Albers, der diesmal alles richtig macht, im Fallen in die Mitte gibt und Erik Weskesser vollenden lässt – der Schiri steht schon am Bildschirm, gibt’s diesmal den Treffer? Ja, 1:0, (52.). Starker Einsatz von Geipl nach dummem Ballverlust von George, stoppt den möglichen Konter und holt den Freistoß an der Mittellinie (57.). Rasanter Konter über Albers, der aus etwas spitzem Winkel das Außennetz trifft – Lindner noch dran, siebte Ecke verpufft.

Correias nächste Eigentor-Chance

Dann bringt der Jahn mal wieder den Ball nicht nachhaltig weg, Flanke von rechts, Meyer wird im Fünfer behindert, die Kugel springt auf und übers Tor – allerdings auch Freistoß für Regensburg (62.). Der Schiri lässt viel durchgehen, aber den Freistoß bekommt Besuschkow. Geipls Flanke nicht übel, Lindner mit den Fäusten zur Stelle (63.). Gute Gelegenheit für Correias nächstes Eigentor: Verunglückter Befreiungsschlag, Meyer rechtzeitig zur Stelle (65.).

Nächster Wechsel: Bene Gimber kommt für den höchst unauffälligen Palacios (66.). Bei Wiesbaden soll Philipp Tietz anstelle von Friede mehr Schwung bringen. Saller mit schlimmem Stellungsfehler, immerhin spurtet er hinterher und rettet zur Ecke (71.). Das Laisser-faire des Schiris etwas übertrieben, klares Foul an Dittgen nicht geahndet, der Jahn macht aber nichts daraus (74.). Kurios, falscher Einwurf von Schwede, das bringt Zeit für die Regensburger (77.). Nächster Wechsel bei den Gästen, Nicklas Shipnoski soll was für die Offensive bewegen, Mrowca muss weichen.

In der Nachspielzeit vier Hundertprozentige

Da war mehr drin: George versucht einen künstlerisch hochwertigen Chip in die Spitze, der misslingt. Geipl kommt zu spät, verdient sich die vierte Gelbe (81.). Auch der Jahn hat noch Wechselbedarf, Nicolas Wähling kommt für Wekesser (85.). Großchance nach Balleroberung von Besuschkow, Geipl im Strafraum, legt quer, knapp verpasst (87.). Ärgerlich, dass der Jahn seine Chancen zur Vorentscheidung nicht besser ausspielt: Saller schießt den Mann vor sich zentral an, statt die Flanke auf zwei freie Regensburger zu spielen.

Deshalb weiter zittern, fünfte Wehener Ecke geblockt (90). Regensburg verursacht Chaos statt das Spiel ruhig zu Ende zu spielen, Wähling mit schlimmen Fehlpässen im Spielaufbau, Dann doch noch ein ausgespielter Konter und besagter Wähling stolpert die Kugel in des Keepers Arme (93.). Was für eine letzte Chance für die Neongelben: Knöll bekommt die Kugel serviert, verfehlt den Kasten um zehn Zentimeter (94.). Auch Jann George schafft es nicht, für Klarheit zu sorgen: Allein vor Lindner trifft er dessen Faust (94.). Und nochmal die Gäste, Solo über rechts, Außennetz. Und dann ist endlich Feierabend.

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