29.01.2020 - 14:41 Uhr
RegensburgSport

Oliver Hein, die Allzweckwaffe des SSV Jahn

Nach einer Schulterverletzung kehrt der 29-Jährige gegen Hannover 96 zurück in die Regensburger Startelf. Nicht als Rechtsverteidiger, sondern auf ungewohnter Position. Die Freude über den 1:0-Sieg trüben jedoch auch zwei verletzte Spieler.

Oliver Hein feierte gegen Hannover 96 sein Comeback für den SSV Jahn Regensburg.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Er ist das Urgestein des SSV Jahn, Publikumsliebling, Stehaufmännchen und seit Dienstagabend auch Mädchen für alles: Oliver Hein hatte großen Anteil am hochverdienten 1:0-Erfolg der Regensburger gegen Hannover 96. Dabei war es der erste Einsatz des 29-Jährigen, der seit 2007 das Jahn-Trikot trägt, nach einer Schultereckgelenksprengung. Heins letzter Kurzeinsatz datierte vom 22. September bei der 1:2-Niederlage in Dresden. Jahn-Coach Mersad Selimbegovic überraschte Gegner und Fans mit einer neuen Position für den Regensburger Dauerbrenner. Statt auf der angestammten Rechtsverteidigerposition lief Hein neben Max Besuschkow im defensiven zentralen Mittelfeld auf. Diese Rochade war notwendig geworden, da sowohl Benedikt Gimber als auch Andreas Geipl gesperrt fehlten, und Marc Lais unter Selimbegovic keine Rolle mehr spielt.

"Wir erfahren die Aufstellung auch immer erst knapp 90 Minuten vor Anpfiff, aber ich hatte nach den einstudierten Varianten aus dem Training schon so ein Gefühl, dass ich auf dieser Position beginnen werde. So ein Comeback nach einer Operation wünscht man sich natürlich", sagte Hein nach dem 1:0-Erfolg im ersten Liga-Spiel des Jahres. Er habe in den Jahren beim Jahn "noch nie Ansprüche gestellt" und spiele dort, "wo der Trainer mich aufstellt und die Mannschaft mich braucht", auch wenn er sich schon etwas auf die neue Position einstellen musste. "Das ist eine ganz andere Belastung, das sind andere Wege und es ist mehr Organisation nötig, weil man im Zentrum viel mehr Zugriff auf seine Mit- und Gegenspieler hat."

Gemeinsam mit Nebenmann Besuchkow sorgte Hein als Sechser dafür, dass die technisch versierteren Niedersachsen so gut wie nie ein Kurzpassspiel aufziehen oder gefährliche Angriffe durch das Zentrum initiieren konnten. Das i-Tüpfelchen auf die Leistung der beiden Akteure in der Herzkammer des Regensburger Spiels war Besuschkows Siegtreffer per Strafstoß.

Allerdings hatte der Jahn auch zwei bittere Kröten zu schlucken: Bereits nach zwölf Minuten musste Sebastian Stolze verletzt vom Platz, nachdem er im Kopfballduell mit Hannovers Felipe kollidiert war. Der 25-Jährige erlitt mehrere Gesichtsbrüche, unter anderem am Jochbein, und wird am Freitag operiert. Stolzes Position auf der linken Seite übernahm Erik Wekesser, der nach 68 Minuten selbst raus musste.

Im Vollsprint stieß der Neuzugang mit seinem Gegenspieler zusammen, verlor kurzzeitig das Bewusstsein, blieb zunächst noch auf der Bank sitzen, musste danach jedoch mit der Trage in die Kabine gebracht werden. Der 22-Jährige verbrachte aufgrund eines stumpfen Traumas im Oberbauch die Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus. Zur genauen Ausfallzeit beider Akteure machte der SSV zunächst keine Angaben, am Freitag zu Hause gegen Greuther Fürth sind sie auf jeden Fall keine Option.

Hier geht's zum Spielbericht SSV Jahn - Hannover 96

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Mit den beiden verletzten Mitspielern konnte auch Oliver Hein mitfühlen. "Das ist natürlich ein Schock, wenn man einen jungen Spieler wie 'Stolle' in der Halbzeit aufgelöst beim Arzt liegen sieht. Ich war schon oft in einer ähnlichen Situation, aber wir müssen jetzt nach vorne blicken", sprach Hein seinen Teamkollegen Mut zu und wagte zum Abschluss noch einen Abstecher ins Reich der Kalendersprüche-Autoren: "Es gibt keine Alternative zum Optimismus." Wenn das einer weiß, dann der leidgeprüfte Oliver Hein.

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