War das nun ein gewonnener Punkt, oder sollten die Regensburger doch zwei verlorenen Zählern hinterhertrauern? In dieser Frage waren sich alle Beteiligten nach dem äußerst unterhaltsamen 2:2 zwischen dem SSV Jahn und dem Hamburger SV am Samstag vor 15210 Zuschauern in der ausverkauften Continental-Arena uneins. „Wir nehmen diesen Punkt gerne mit. Letzte Saison gab’s gegen Regensburg überhaupt keinen Zähler. Ein noch älterer Trainer hat einmal gesagt, dass man einen Punkt, den man hat, nicht mehr holen muss“, war HSV-Trainer Dieter Hecking nicht unzufrieden mit dem Remis. Immerhin wahrte der HSV seinen Status als Lieblingsgegner des SSV Jahn. Im dritten Duell gelang es dem Favoriten von der Elbe zum dritten Mal nicht, gegen die Oberpfälzer dreifach zu punkten. „Vor dem Spiel hätten wir das Ergebnis sofort genommen. Wenn wir allerdings lange Zeit 1:0 führen und über weite Teile des Spiels vieles richtig gut machen, ist ein 2:2 schon ärgerlich, weil wir den Sieg aus der Hand gegeben haben“, war nicht nur Sebastian Nachreiner zwiegespalten. Der Unglücksrabe hatte per Eigentor für das 1:1 gesorgt (72.), nachdem Sebastian Stolze den SSV Jahn im ersten Durchgang in Führung geschossen hatte (29.). „Der Punkt geht für beide Seiten in Ordnung. Wichtig war für uns, dass wir nach dem 1:2 in der 75. Minute nicht die Köpfe haben hängenlassen und die letzte Viertelstunde für uns genutzt haben“, sagte der umtriebige Stolze zu den Treffern von Aaron Hunt für den HSV (75.) sowie des Dänen-Jokers Andreas Albers für den Gastgeber zum Endstand (84.).
Dabei wäre der moralische Kraftakt der „Wir-geben-niemals-auf-Regensburger“ eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen. Wie zu besten Beierlorzer-Zeiten bearbeitete der SSV Jahn den HSV – oft am Rande der Legalität. Wildes und frühzeitiges Anlaufen, schnelles Umschaltspiel in die Spitze und eine rustikale Zweikampfführung behagten den Gästen gar nicht, die mit dem knappsten aller Rückstände bis zum Ausgleich nach 72 Minuten noch gut bedient waren. Zwar gelang es dem HSV, die Partie nach dem Wechsel ausgeglichener zu gestalten und sich vereinzelte Chancen zu kreieren, doch nicht nur Dieter Hecking konstatierte: „Wenn der Jahn den einen oder anderen Konter besser ausgespielt hätte, hätten wir gar keinen Punkt mitgenommen“, sagte der HSV-Coach zu den dicken Dingern der Heimelf in der Hamburger Drangphase Mitte des zweiten Durchgangs – die wohl für die Entscheidung zugunsten des SSV Jahn gesorgt hätten. „Wenn wir da das 2:0 machen, ist die Messe gelesen“, haderte Kapitän Marco Grüttner auch mit seiner Chance, als er eine scharfe Hereingabe nur um Millimeter verpasst hatte (69.). So aber warten die Regensburger bereits seit drei Spielen auf einen Sieg, auch wenn der Punkt und vor allem der Auftritt gegen den HSV Mut für die nächsten Partien machen. „Wir sind auf dem richtigen Weg und werden uns sicher bald mit einem Dreier belohnen“, sagte Jahn-Trainer Mersad Selimbegovic zur Darbietung seiner Truppe, die wieder an diese Jahn-Elf erinnerte, die seit dem Wiederaufstieg für so viel Furore im deutschen Unterhaus gesorgt hatte. Und aufgrund dieses Eindrucks dürfen die Oberpfälzer das Remis gegen den Lieblingsgegner von der Elbe durchaus als Punktgewinn verbuchen.





















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