23.09.2021 - 18:00 Uhr
SchwarzenfeldSport

Kleines Fürth gegen große Bayern: Hesls Erinnerungen ans bayerische Derby

Am Freitagabend empfängt die SpVgg Greuther Fürth den FC Bayern. Ein ungleicheres Duell gibt es wohl nicht in der Bundesliga. Ein Oberpfälzer hat diese Situation im Kleeblatt-Trikot schon zwei Mal erlebt erlebt.

Beim Spiel in München im Januar 2013 klärt Wolfgang Hesl im Fürther Tor vor Bayerns Thomas Müller.
von Josef Maier Kontakt Profil

Vor diesem Spiel kann einem als Fürth-Fan himmelangst werden. Da rollt in der Bundesliga etwas auf die SpVgg Greuther Fürth zu. Die Bayern kommen am Freitagabend (20.30 Uhr) nach Franken und nach der Gala gegen die Bochumer und dem Stotterstart der Fürther, dürften die Chancen des Aufsteigers gegen eine der besten Mannschaften wohl noch schlechter stehen als anno dazumal die von David gegen Goliath. David streckte damals den Riesen mit List und einer Steinschleuder nieder. Ob solch eine Sensation auch den Fürthern gegen die Bayern gelingt? Darauf wetten dürften nur ganz Kühne – und die, die zu viel Geld haben. Fürts Manager Rachod Azzouzi spricht in der aktuellen Sport-Bild sogar davon, dass keine Welten, sondern Galaxien zwischen beiden Klubs lägen.

"Ja, die Wahrscheinlichkeit geht gegen Null, dass Fürth etwas holt", sagt auch Wolfgang Hesl. Der Schwarzenfelder war zuletzt dabei, als die Fürther letztmals in in der Bundesliga auf die Bayern trafen. "Es war ein schöner Samstagnachmittag, 15.30 Uhr, bestes Wetter", erinnert sich der heute 35-Jährige an das erste Bundesligaspiel der Kleeblätter. Hesl saß damals als Ersatztorwart auf der Bank, im Kasten stand Max Grün. "Wir hatten sogar die erste Chance des Spiels, haben aber nach einem Konterkläglich vergeben", kramt Hesl weiter in den Erinnerungen an jenen Samstag im August 2012. 3:0 hieß es am Ende für die Bayern, Thomas Müller, Mario Mandzukic und Fürths Thomas Kleine mit einem Eigentor trugen sich in die Torschützenliste ein. Hesl sah 90 Minuten lang eine dominante Münchner Elf. "Im Grunde war es eine klare Sache." Nach dem Spiel gab es doch noch etwas erfreuliches für den Oberpfälzer. Ein kurzes Händeschütteln mit Manuel Neuer. "Wir kannten uns ja von den Juniorenteams des DFB. Da ratscht man kurz und das wars dann."

Am Freitag wird wohl Sascha Burchert nach dem Spiel kurz mit Manuel Neuer plaudern. Alle Fans des Aufsteigers hoffen, das ihr Keeper vorher nicht allzu oft hinter sich greifen musste. "So wie Bochum kann es auch anderen Vereinen ergehen", sagt Hesl, der aber den Fürthern empfiehlt, sich nicht nur hinten reinzustellen: "Sie sollten ihre Spiel spielen." Vielleicht hätten ja die Bayern auch mal einen schlechten Tag, sagt er. Aber es wäre wohl ein ganz miserabler der Münchener nötig.

Hesl, der nach seinem Profi-Karriereende in Kaiserslautern und dem Ausflug als Feldspieler beim TSV Stulln jetzt beim Landesligisten SC Ettmannsdorf im Tor steht, wird das bayerische Bundesliga-Derby zu Hause verfolgen. Das letzte Mal in Fürth war er vor der Corona-Zeit. "Als mit Bielefeld und Fürth zwei meiner Ex-Klubs gegeneinander spielten." Der Kontakt zu den Franken ist heutzutage eher lose. Aber noch gerne erinnert er sich an die Zeit mit Trainer Mike Büskens oder den Mitspielern um Gerald Asamoah.

Beim Rückspiel der Fürther in München stand Hesl im Tor. "Ich hatte mich in der Winterpause im Torwartduell durchgesetzt." Nervöser als sonst sei er nicht gewesen, blickt er auf den Auftritt in der Allianz-Arena zurück. Früher war der Torwart glühender Bayern-Fan. "Bettwäsche, Federmäppchen, Trikot, ich hatte alles." Heutzutage schaut er aber anders Fußball. "Ich bin da neutral." Deswegen steht er auch nicht im Verdacht, dass er beim damaligen 2:0 der Bayern beim ersten Tor absichtlich daneben gelangt hat. "Das war ganz klar mein Fehler", kann er über die Situation in der 26. Minute lachen. "Das Ding von Mandzukic ist mir durchgerutscht." Die Überlegenheit des Rekordmeisters vor 75000 Zuschauern war noch deutlicher als im Hinspiel. "Wir waren vielleicht drei Mal über der Mittelinie." Riberý, Robben und Co. zauberten. Hesl hatte an diesem kalten Januar-Nachmittag richtig zu tun. Sascha Burchert wird es am Freitagabend wohl nicht anders gehen.

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