09.06.2021 - 15:55 Uhr
SchwarzenfeldSport

Schwarzenfeld geschockt: "Kann das Ende des Vereins bedeuten"

Der 1. FC Schwarzenfeld soll in der kommenden Spielzeit in der Bezirksliga Süd antreten. Das hätte gewaltige Folgen. Die Schwarzenfelder wehren sich heftig und wollen Einspruch einlegen. Bringt ein neues Ligen-Modell die Lösung?

Die Schwarzenfelder jubeln nach einem Treffer gegen den FC Wernberg. Gibt es dieses Duell in der kommenden Bezirksliga-Saison noch?
von Florian Bindl Kontakt Profil

Am Dienstagabend klingelte bei Martin Grassmann das Telefon. Schlechte Kunde. Der Sportliche Leiter des 1. FC Schwarzenfeld spricht von einem "richtigen Tiefschlag". Die Schwarzenfelder, das hat der Bezirksspielausschuss entschieden, rutschen ab der kommenden Spielzeit von der Bezirksliga Nord in die Bezirksliga Süd. Der Hintergrund: Durch Abstiege aus der Landesliga kam es zu der Konstellation, dass in der Bezirksliga Nord 17 Teams, in der Bezirksliga Süd 15 Teams gelistet waren. Eine Mannschaft aus dem Norden sollte also wechseln.

Im Wortsinne am naheliegendsten erschienen die DJK Ensdorf, der SV Schwarzhofen und eben die Schwarzenfelder, da sie alle vergleichsweise südlich liegen. Die Wahl fiel auf Schwarzenfeld, da der Verein in der Bezirksliga Süd in der Summe die geringsten Fahrtstrecken zu absolvieren hätte. Außerdem sei Schwarzenfeld günstig an die Autobahn angebunden, heißt es in der Erklärung des Ausschusses. So weit, so logisch. "Irgendjemanden musste es treffen", sagt Bezirksspielleiter Christian Wolfram.

Zehn Spieler könnten gehen

Warum wähnen die Schwarzenfelder nun trotzdem den Untergang ihrer Fußballwelt gekommen? Erstens: die Zuschauer. "Wer kommt denn aus Regensburg zu einem Spiel nach Schwarzenfeld?", fragt sich Grassmann. "Unsere ganzen Derbys gibt es nicht mehr, die Einnahmen werden uns fehlen." Zu den Vereinen im Süden haben die Schwarzenfelder schlichtweg keinen Bezug. "Wir müssten teilweise bis Straubing runter." Und zweitens: Aus der Mannschaft gibt es, keine 24 Stunden nach der Entscheidung, schon erste Unmutsbekundungen. "Mir haben seit gestern schon zehn Spieler geschrieben, dass sie sich ernsthaft überlegen, ob sie im Süden weiter für Schwarzenfeld spielen wollen." Viele kämen aus dem Pfreimder und Weidener Raum und sind mit dieser Region vertraut. Die Entscheidung, mahnt Grassmann, "kann das Ende des Vereins bedeuten".

Er könne nicht nachvollziehen, wie der BFV so unflexibel sein könne und kündigt an, Einspruch gegen die Entscheidung einlegen zu wollen. Werde der abgewiesen, überlege er, persönliche Konsequenzen zu ziehen. "Wir machen das alles im Ehrenamt, haben alles für die neue Saison eingetütet – und jetzt kommt so eine Entscheidung", wettert er. "Wir würden alles in Kauf nehmen, um im Norden zu bleiben, meinetwegen auch drei Minuspunkte zum Start." Es gebe aber ja Alternativen: Entweder spiele man einfach in einer 15er- und einer 17er-Liga oder die Ligen würden in vier Achtergruppen geteilt, ähnlich dem Modell, das in den Landesligen zur Debatte steht. So ließen sich die Gruppen neu nach regionalen und Derby-Gesichtspunkten zusammenwürfeln, meint Grassmann.

Alternativen im Gespräch

Wie brisant das Nord-Süd-Thema ist, erkennt auch, wer bei den beiden Teams nachfragt, denen das Los der Schwarzenfelder erspart geblieben ist. In Ensdorf etwa ist man "sehr erleichtert", dass der Kelch vorübergezogen ist. "Das wäre mit den Fahrten und den fehlenden Zuschauern nicht leicht geworden", weiß DJK-Vorsitzender Markus Bauer. In Schwarzhofen, gibt Vorsitzender Michael Weiß zu, habe man schon damit gerechnet, "dass es eher Schwarzenfeld trifft. Wir bräuchten ja schon 20 Minuten, bis wir mal auf der Autobahn sind. Mit den Fahrzeiten und kaum Zuschauern – das wäre schon Wahnsinn gewesen".

Und beim Verband? Ist ein Zurück möglich, gerade wenn Schwarzenfeld Einspruch einlegen würde? Tatsächlich sei nun auch die Variante denkbar, bei der die beiden Ligen zweigeteilt oder sogar nach neuen regionalen Aspekten zusammengesetzt würden. Ob ein solches Modell mehrheitsfähig wäre, das will Wolfram in den kommenden Tagen zusammen mit den Vereinen ausloten. Vielleicht findet sich am Ende doch eine Lösung, die "für alle verträglich ist", wie Martin Grassmann es formuliert, und die gleichzeitig etwas flexibler wäre, sollte Corona wieder in den Spielplan eingreifen.

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