07.09.2020 - 20:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Nach BFV-Umfrage: Warten auf Söders AHA-Moment

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Der Bayerische Fußball-Verband kämpf mit immer härteren Bandagen um die Wiederaufnahme des Punktspielbetriebs. Die Vereine sind dafür, zur Not rechtliche Schritte einzuleiten. Richtig so, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Die bayerischen Amateurfußballer wollen endlich wieder um Punkte und Titel spielen.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
Kommentar

Die bayerischen Amateursportler haben die Faxen dick: Die von der Staatsregierung seit Wochen gelebte Ignoranz schlägt aufs Gemüt und hat einen Überlebenskampf vieler Sportvereine zur Folge. Kein halbwegs vernünftig denkender Mensch wird angemessene Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie infrage stellen. Doch mit dem Virus-Wissen aus dem September 2020 sind resolute Einschränkungen à la März/April nicht mehr erklärbar. Nach wie vor rechtfertigen Ministerpräsident Markus Söder und seine Gesundheitsministerin Melanie Huml ihren Amateursport-Boykott mit "steigenden Infiziertenzahlen". Blickt man aber einmal auf die Zahl der intensivmedizinisch versorgten Corona-Fälle oder der Todesfälle, erkennt auch der Epidemiologie-Laie einen über Wochen konstanten Sinkflug. Wenn nun die Infiziertenzahlen steigen, die Fälle mit schweren Verläufen aber abnehmen, was heißt das?

Ist das Virus mutiert und nicht mehr so aggressiv wie in der Anfangsphase? Sind aktuell eher junge Menschen betroffen, die eine Infektion eher wegstecken als Senioren oder Menschen mit Vorerkrankungen? Oder ist es einfach so, dass das Gros der Bevölkerung mittlerweile gelernt hat, mit dem Virus zu leben, und sehr wohl verantwortungsbewusst die AHA-Regeln beherzigt: Also Abstand hält, auf ausreichende Hygiene achtet und Alltagsmasken trägt? Sind die Vernünftigen etwa doch in der Überzahl gegenüber den vor allem in den Sozialen Medien omnipräsenten Leugnern, Verweigerern und Verschwörern?

Dann lassen sich mit einer Beschränkung auf 400 oder 500 Zuschauer 90 bis 95 Prozent aller Amateursport-Events problemlos durchziehen, und zahlreichen ehrenamtlich geleiteten Vereinen bleibt so der Komplett-Kollaps erspart. Wo ließen sich Abstandsregeln besser umsetzen als etwa auf dem weitläufigen Areal eines Fußballplatzes? Was etwa in der Kultur bereits funktioniert, klappt beim Sport genauso. Deswegen sollte der BFV auf seine Vereine hören und zur Not den Rechtsweg beschreiten, um den Wettkampfbetrieb wieder aufnehmen zu dürfen. Außer die bayerische Staatsregierung erlebt zuvor doch noch ihren ganz persönlichen AHA-Moment.

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