25.05.2021 - 22:38 Uhr
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Kommentar zu Hansi Flick: Ein Mann, der stets weiß, was für die eigene Karriere das Beste ist

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Dass Hansi Flick als Nachfolger von Jogi Löw neuer Fußball-Bundestrainer wird, ist richtig und logisch. Dieser Schritt folgt einem Schema, nach dem Flick seine Karriere plant, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Bei der WM 2014 in Brasilien jubelten sie noch gemeinsam: Nach der bevorstehenden Europameisterschaft übernimmt Hansi Flick (links) das Amt des Bundestrainers von Jogi Löw.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
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Berti, Rudi, Klinsi, Jogi, Hansi: Beim Blick auf die Vornamen der Bundestrainer-Riege wird klar, dass es für Lothar Matthäus nur noch eine Chance gibt, sich in diese elitäre Runde einreihen zu dürfen. Er muss seinen Spitznamen in „Loddi“ ändern. Haha. Spaß beiseite. Nach diesem Exkurs in die intellektuellen Tiefen der Sozialen Medien rückt Hansi Flick in den Fokus, der künftig den Heerscharen deutscher TV-Bundestrainer vorstehen wird.

Die Nachfolge Jogi Löws ist der logische und erwartbare Schritt für einen Profi, der stets genau weiß, was für sich aktuell das Beste und Angenehmste ist. Und dabei mit Blick auf die eigene Karriere immer auch zu unpopulären Entscheidung neigt. Bereits nach dem WM-Titel 2014 spekulierte er auf die Beförderung vom „Co“ zum Chef. Da Löw aber keine Anstalten machte, auf dem vermeintlichen Höhepunkt abzutreten, warf Flick von sich aus hin und wurde DFB-Sportdirektor. Nach zweieinhalb Jahren kündigte er den Fünfjahresvertrag und wurde Geschäftsführer Sport bei der TSG Hoffenheim. Diese Liaison hielt exakt acht Monate – ehe wieder Flick von sich aus ging.

Den Co-Trainer-Job bei den Bayern trat er bereits mit der Aussicht an, den in der Mannschaft schwer angeschossenen Niko Kovac im Fall der Fälle zu beerben. Es gibt nicht viele Trainer, die schon nach eineinhalb Jahren von sich aus darauf verzichten, den besten Verein Deutschlands zu trainieren. Auch wenn die Fallhöhe nach sieben Titeln enorm gewesen wäre. Interne Zwistigkeiten waren da ein willkommener Anlass, sich auf den DFB-Flirt einzulassen. Mit Busenfreund Bierhoff sind Kompetenzgerangel à la Salihamidzic eher nicht zu erwarten. Bundestrainer ist für Flick die richtige und angenehmste Wahl. Er wird dabei aber den übernächsten Schritt gewiss schon vor Augen haben.

Josef Maier kommentierte den Abgang Hansi Flicks vom FC Bayern

München

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