20.06.2021 - 20:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Kommentar: Kommentar zum Sieg gegen Portugal: Für Titel-Träumereien ist es noch zu früh

Der 4:2-Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der EM gegen Portugal war unterhaltsam, die Leistung der Löw-Elf verbessert. Doch die WM 2018 sollte nach wie vor Warnung genug sein, kommentiert Sportredakteur Fabian Leeb.

Komm in meine Arme, Baby! Robin Gosens (links) lässt sich kurz nach seinem Treffer zum 4:1 von Mats Hummels für seine formidable Leistung im zweiten EM-Spiel gegen Portugal feiern.
von Fabian Leeb Kontakt Profil
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So schnell geht's: Zwischen einem erneuten Turnier-Trauma à la 2018 und einem abermaligen Turnier-Traum anno 2014 liegen exakt 97 Spielminuten. Ganz so einfach, wie sich die DFB-Elf im öffentlichen Diskurs zwischen den beiden scheinbar einzig existenten Polen (Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt) bewegt, gestaltet sich der deutsche EM-Sommer aber nicht. Zweifelsfrei war der Sechs-Tore-Kick gegen die den Titel verteidigenden "Ronaldos" unterhaltsam, versehen mit einer Leistungssteigerung der deutschen Elf gegenüber der Auftaktpleite gegen die Franzosen. Die offensiven Rochaden passten: Thomas Müller und Serge Gnabry waren überall zu finden, rissen etliche Lücken für ihre Mitspieler. Auch die Körpersprache etwa von Kai Havertz war nicht mehr ganz so schwammig, sondern strahlte Biss und Entschlossenheit aus.

So viel Fairness muss aber sein: Die Portugiesen hatten nicht das Niveau der Franzosen, vor allem in der Defensivleistung lag da qualitätsmäßig mindestens eine Klasse dazwischen. So viele Freiheiten wie die "Schienenspieler" (Nagelsmann-Deutsch) Joshua Kimmich und Robin Gosens dabei genießen durften, grenzte schon an grobe portugiesische Fahrlässigkeit. Dass die beiden Außenbahnspieler (Otto-Normal-Deutsch) an allen deutschen Treffern beteiligt waren, wird keinem Nationaltrainer dieses Turniers verborgen geblieben sein. Dann wäre da noch der Leistungsabfall, als Gosens und Mats Hummels angeschlagen vom Feld mussten. Deren Ersatzspieler Marcel Halstenberg und Emre Can brachten ein bis dahin stabiles Gebilde noch einmal ins Schwimmen. Ganz nüchtern: Deutschland hat sich gesteigert, für Titel-Träumereien ist es aber noch zu früh. Spaßbremsen erinnern dabei gerne an das 2:1 gegen Schweden bei der WM 2018. Das war damals auch das zweite Gruppenspiel nach einer Auftaktpleite. Der Ausgang ist bekannt.

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