05.05.2020 - 17:03 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Mountainbiker Leo Putzenlechner in der Warteschleife

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In der Coronakrise platzen manche Träume: Mountainbiker Leo Putzenlechner wollte heuer in der Enduro-World-Series (EWS) so richtig angreifen. Wenn überhaupt, wird es aber nur ein abgespecktes Rennprogramm geben.

Leo Putzenlechner in der Wartestellung: Der Enduro-Biker hatte in der Weltserie ehrgeizige Ziele. Aufgrund der Coronakrise wurde das Wettkampfprogramm nun abgespeckt, das erste Rennen steigt frühestens Ende August.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Leo Putzenlechner hatte bereits Böses geahnt: Nachdem bereits die beiden EWS-Auftaktrennen in Südamerika dem Rotstift zum Opfer gefallen waren, sagten die Veranstalter zuletzt auch weitere Rennen in Frankreich, Italien, USA und Kanada ab. Die Weltserie soll nun erst am 30. August in Zermatt (Schweiz) starten und lediglich fünf Saisonrennen plus die traditionelle Trophy of Nations in Finale Ligure/Italien am 26./27. September umfassen.

"Ich habe zwar Verschiebungen erwartet, aber trotzdem ist es schade", sagt Putzenlechner. "Damit ist die Saison eigentlich gelaufen."

Der 27-jährige Weidener ist seit einigen Jahren mit beträchtlichem Aufwand und durchaus semiprofessionell in der Enduro-Szene unterwegs. Auf die Saison 2020 hatte sich Putzenlechner besonders gefreut, da er seit August 2019 in der Fahrradsparte des Zweiradhändlers MSA beschäftigt ist. "Meine Aufgabe ist es, hochwertige Fahrräder zu entwickeln", erzählt der studierte Maschinenbauer, der für das "Team Bionicon" startet "Die Bikes hätte ich auf der Weltserie gleich super testen können." Überhaupt profitiere er in seinem Beruf "sehr stark von der Rennpraxis. Da nehme ich wirklich viel mit in den Job."

Verschoben ist nicht aufgehoben: Allerdings ist Putzenlechner skeptisch, ob heuer überhaupt noch etwas geht im Bikesport. "Wir können nicht planen. Auch die deutschen Meisterschaften in Willingen sind auf Oktober verlegt worden."

Bei den nationalen Titelkämpfen feierte Putzenlechner seinen bislang größten sportlichen Erfolg. 2017 schlug er die hochgehandelte Konkurrenz und holte sich den nationalen Titel. Spätestens seitdem ist der Oberpfälzer hierzulande im Enduro-Bereich eine feste Größe. Im vergangenen Jahr startete er für das deutsche Team bei der Trophy of Nations, der inoffiziellen Mannschafts-Weltmeisterschaft. Bei der EWS-Endwertung 2019 belegte er Platz 89 unter 283 Startern und war damit zweitbester Deutscher. "Ich bin aber nur die Rennen in Europa mitgefahren. Nur mit denen bin ich in der Wertung", sagt der 27-Jährige. "Komplett um die Welt schaffe ich es nicht."

Zumindest die Rennen in Nordamerika hätte Putzenlechner heuer aber auf der Rechnung gehabt. Auch deshalb hatte er sich im Winter adäquat vorbereitet. "Ich habe im Fitnessbereich viel gemacht", berichtet er. Zum Einstieg ins Techniktraining war im März ein Trainingslager in Italien geplant, aber dazu kam es nicht mehr. "Da ging es plötzlich mit den Grenzschließungen los." Seitdem hat die Corona-Pandemie auch den Radsport fest im Würgegriff.

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Waldsassen

"Man kann es nicht ändern. Ich nehme, wie es kommt", gibt sich Putzenlechner pragmatisch. Das Training habe er mittlerweile "etwas zurückgeschraubt", auch weil regionale Bikeparks und Fitnessstudios geschlossen sind. "Ich bin halt in den Waldgebieten in der Region unterwegs.". Bisweilen wechselt Putzenlechner das Sportgerät. "Mit dem Rennrad zu fahren, ist auch super", lautet seine Erfahrung. Sportlich angreifen möchte er aber dann doch lieber mit dem Enduro-Bike.

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