10.02.2021 - 19:02 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Oberliga Süd: Trotz 43 Spielabsetzungen ist ein normaler Saisonabschluss noch möglich

Der Spielbetrieb in der Eishockey-Oberliga Süd stand irgendwie immer auf wackeligen Beinen, wurde vom Coronavirus beeinträchtigt. Die Vereine bewiesen Flexibilität, zogen kurzfristig Spiele vor. Die Tabelle ist aber noch nicht begradigt.

Szene aus der Partie Blue Devils Weiden (blaue Trikots) gegen EV Füssen: Rund vier Wochen vor Ende der Hauptrunde bietet die Tabelle der Oberliga Süd nach wie vor ein schiefes Bild - Weiden zum Beispiel hat erst 27, Füssen bereits 31 Spiele ausgetragen. Archivbild: Gebert
von Rudolf Gebert Kontakt Profil

Als die 13 Vereine der Oberliga Süd am 6. November 2020 mit großer Verspätung in die Saison starteten, war jedem bewusst, dass es eine Spielzeit mit vielen Unwägbarkeiten werden würde. Marc Hindelang, Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), hatte schon damals alle auf eine möglicherweise schwierige Zeit eingeschworen: "Bei allen Beteiligten wird größtmögliche Flexibilität erforderlich sein, und alle können immer vor neue, wachsende Herausforderungen gestellt werden."

Von Corona-Welle überrollt

Und Hindelangs Befürchtungen waren sehr schnell Realität. Nachdem die ersten drei Spieltage problemlos über die Bühne gegangen waren, wurde die Oberliga Süd von einer Corona-Welle überrollt. Von Mitte bis Ende November mussten 28 von 42 Partien abgesetzt werden. Die zweite kritische Phase traf die Liga kurz vor Weihnachten und dauerte bis kurz nach der Jahreswende. Insgesamt sind dem Virus 43 Partien zum Opfer gefallen, das sind rund sieben komplette Spieltage. Von einer Quarantäne-Zwangspause waren außer Selb und Füssen alle Klubs betroffen.

Der DEB hat in Absprache mit den Vereinen frühzeitig Änderungen vorgenommen. Die Meisterrunde wurde ebenso gestrichen wie die Verzahnungsrunde mit der Bayernliga, dafür wurde an die Hauptrunde (geplant bis 17. Januar) eine halbe Runde (22. Januar bis 7. März) angehängt. Inzwischen wurde diese bis 16. März verlängert, um bei erneuten Ausfällen weitere Ausweichtermine zu haben.

Alle offenen Spiele angesetzt

Die Tabelle hat nach wie vor ein schiefes Bild, doch hoffnungsvoll stimmt, dass alle noch offenen Spiele bis 16. März angesetzt sind. Vorausgesetzt das Virus spielt mit, werden dann alle 13 Teams 36 Partien absolviert haben. Die Belastung bis dahin ist sehr unterschiedlich: Füssen hat bereits 31 Spiele ausgetragen, Memmingen 30, dagegen haben Peiting (24) und Passau (25) das größte Nachholprogramm.

Dass überhaupt noch ein normaler Saisonabschluss möglich ist, ist vor allem der von Hindelang geforderten Flexibilität zu verdanken. "Das war der Grundsatz Nummer eins. Wir wussten, dass wir sonst kein Land sehen", erklärte Franz Vodermeier, Geschäftsführer der Blue-Devils-Spielbetriebs-GmbH. Bei Absetzungen habe oft ein Anruf genügt und ein anderes Spiel wurde kurzfristig vorgezogen.

Da in Corona-Zeiten aber immer die Gefahr neuer Infektionen lauert und damit weitere Ausfälle drohen, hat sich der DEB mit den Vereinen auf einen Wertungsmaßstab verständigt, falls nicht alle Vereine die Hauptrunde vollständig beenden können. Die Abschlussplatzierung erfolgt dann nach dem Punktequotienten (Anzahl der Punkte geteilt durch die Anzahl der Spiele). Wäre jetzt Schluss, wären die Selber Wölfe ein Leidtragender. Die Oberfranken führen die Tabelle mit 69 Zählern vor den Eisbären Regensburg (64/drei Spiele weniger) an. Nach dem Punktequotienten würden die Eisbären (2,46) vor den Wölfen (2,38) als Erster in die Play-offs starten. Für die Blue Devils würde sich nichts ändern, die Weidener sind in beiden Tabellen Zehnter.

Auch für die Play-offs gibt es Änderungen. Die Pre-Play-offs (7. gegen 10. und 8. gegen 9.) werden in Hin- und Rückspiel statt im Modus "Best-of-3" ausgetragen. Das Play-off-Viertelfinale wurde von "Best-of-7" auf "Best-of-5" verkürzt.

Hintergrund:

Eishockey: Oberliga Süd

Tabelle in gewohnter Form

1. Selber Wölfe 29 118:58 69

2. Regensburg 26 109:64 64

3. Rosenheim 26 126:72 60

4. SC Riessersee 29 105:99 51

5. Deggendorf 27 118:96 44

6. Höchstadt 27 100:106 42

7. Memmingen 30 98:108 38

8. EV Lindau 26 84:91 37

9. EC Peiting 24 89:79 34

10. Weiden 27 99:99 34

11. EV Füssen 31 87:119 31

12. Passau 25 70:111 23

13. Landsberg 27 54:155 4

Tabelle nach Punktequotient

1. Regensburg 26 109:64 2,46

2. Selber Wölfe 29 118:58 2,38

3. Rosenheim 26 126:72 2,31

4. SC Riessersee 29 105:99 1,76

5. Deggendorf 27 118:96 1,63

6. Höchstadt 27 100:106 1,56

7. EC Peiting 24 89:79 1,42

8. EV Lindau 26 84:91 1,42

9. Memmingen 30 98:108 1,27

10. Weiden 27 99:99 1,26

11. EV Füssen 31 87:119 1,00

12. Passau 25 70:111 0,92

13. Landsberg 27 54:155 0,15

Der Bericht vom Spiel der Blue Devils in Garmisch

Weiden in der Oberpfalz

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