26.04.2020 - 20:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Oberpfälzer Fußballfans: Eher Abbruch der Bundesliga statt Geisterspiele

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Die Idee geistert natürlich in den Köpfen aller Fußballfans herum - Geisterspiele. Doch nicht alle können sich dafür begeistern. Sollte es, wann auch immer, welche geben, dann sind die Oberpfälzer Anhänger aber einer Meinung, wo die Spiele laufen sollten.

Ein Kameramann filmt das Aufwärmen der Mannschaften aus Gladbach und Köln im zuschauerfreien Stadion Borussia-Park. Das Spiel fand wegen des Coronavirus ohne Zuschauer als Geisterspiel statt.
von Josef Maier Kontakt Profil

Wolfgang Graf hat zwei Blickwinkel, und die sind völlig konträr: "Aus Fansicht bin ich total gegen Geisterspiele", sagt der Vorsitzende des Fanclubs Jahnfreunde aus Vohenstrauß.

Für den radikalen Schnitt

Ein Kommentar zu möglichen Geisterspielen

Deutschland und die Welt

Es ist aber nicht nur so, dass er mit seinen Kumpels die Stadionatmosphäre vermisst, er sorgt sich um das Renommee des Fußballs: "Wir soll man das in Coronazeiten der Gesellschaft erklären." Allein wenn man sehe, wie viele Tests da bei allen Beteiligten absolviert werden müssten. Graf, der einem Fanclub mit mittlerweile 130 Mitgliedern vorsteht, hat aber auch die Sicht der Vereine: "Deren Forderung nach Geisterspielen ist verständlich, am Fußball hängt so viel dran." Wenn er da nur an die einfachen Mitarbeiter bei den Proficlubs denke. Graf hat für sich beschlossen, wie er mit möglichen Geisterspielen umgehe: "Ich würde mir das nicht anschauen." Er könnte sich auch jetzt noch einen radikalen Schnitt vorstellen: "Man sollte die Saison abbrechen. Da gibt es halt keinen Meister und keine Aufsteiger."

Fußball Gesellschaftssport

Den radikalen Cut hätte auch Roland Wild, eingefleischter Anhänger des 1. FC Nürnberg, bevorzugt: die Saison abzubrechen "Ich schaue gerne Fußball. Aber Geisterspiele, das bringt doch nichts", sagt der Vorsitzen des FCN-Fanclubs "Die Büffel" aus Pirk. Alle Feste würden abgesagt, zusammen grillen sei nicht erlaubt, aber er befürchte, dass sich die Fans trotzdem in Gruppen zusammen vor dem Fernseher bei Übertragungen der Bezahlsender versammeln würden. Und wenn die Spiele frei empfangbar wären, bei Sky oder die Öffentlich-Rechtlichen? "Alleine setzt sich doch keiner nach Hause, der Fußball ist ein Gesellschaftssport." Beim Fußball wollen die Leute einfach Kontakt haben, sagt Wild.

Und den Hattrick in Sachen "Saisonabbruch" macht Dieter Gebhardt perfekt. "Ja, das wäre das beste gewesen", sagt der Chef des Borussia-Dortmund Fanclubs Kaolinpott 01 aus Schnaittenbach. "Bundesliga ade. Dann gibt es halt keinen Meister." Aber auch er rechnet damit, dass es bald Geisterspiele geben wird. Aber dann kommt doch wieder der Fußballfan durch: "Ich würde mir Geisterspiele anschauen." Allerdings müssten zumindest einige Spiele bei frei empfangbaren Sendern zu sehen sein. Normalerweise schauen die Oberpfälzer Borussen-Fans die Spiele in ihrem "Kellerhäusl": "Das bleibt aber zu", sagt Gebhardt. Selbst, wenn mit viel Abstand ein Fußballschauen erlaubt wäre.

Ab wann es Geisterspiele geben könnte, steht noch nicht fest. Das Datum 9. Mai ist wohl nicht mehr zu halten. So denkt auch Andreas Lippert. "Ich glaube nicht, dass es im Mai schon Geisterspiele gibt", sagt der Vorsitzende des Bayern-Fanclubs in Hohenstreswitz (Stadt Pfreimd). "Grundsätzlich halte ich ja Spiele ohne Fans nicht für Fußball. Aber die Bundesliga im TV wäre wenigstens etwas Ablenkung." Und müssten einige Spiele frei zugänglich sein für die Fans. "Wenn sie die Konferenz für alle zeigen würden, wäre das schon mal gut." Ihm ist klar, dass die Bezahlsender dadurch ihre Exklusivität verlieren und es wohl auch weniger Fernsehgelder für die Klubs geben würde, müssten die Vereine einfach mal an die Gehälter der Profis ran.

Saison hinauszögern

Lippert würde die Fortsetzung der Saison so lange wie möglich hinauszögern. Er hofft, dass vielleicht schon mal wieder ein paar tausend Fans in Stadion dürfen. Dass aber der "Stern des Südens" in München bald wieder vor vollem Haus aufgehen wird", glaubt er nicht: "75 000 in der Allianz-Arena, das wird es lange nicht mehr geben."

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