22.07.2018 - 17:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

SpVgg SV Weiden: Rainer Fachtan tritt zurück

Ein Abschied aus der Hüfte: Rainer Fachtan wirft bei der SpVgg SV Weiden überraschend hin und legt seine Ämter nieder. Ein Rücktritt, der für die Chefetage des Vereins nicht nachvollziehbar ist. Allerdings nennt Fachtan auch Gründe.

Rainer Fachtan ist von seinen Ämtern bei der SpVgg SV Weiden zurückgetreten. Über diesen Schritt informierte der NLZ-Leiter die Jugendtrainer in einer Mail.
von Alfred Schwarzmeier Kontakt Profil

Weiden. (af) Jugendkoordinator, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), Vorstandsmitglied – Rainer Fachtan nahm seit Jahren eine exponierte Rolle ein, was die Talentschmiede am Weidener Wasserwerk betrifft. Der Mann aus Waldershof zog die Fäden, traf Entscheidungen, immer darauf bedacht, das NLZ auf das bestmögliche Niveau zu bringen. Nun hat der 50-Jährige seinen Trainerstab von seinem Rücktritt informiert. Und dies gerade einmal drei Wochen nach der Generalversammlung, bei der er erneut in den Vereinsvorstand gewählt worden war.

Er habe gerne mit den Jugendtrainern am Stützpunkt in Weiden gearbeitet, schrieb Fachtan laut Auskunft eines Juniorentrainers in seiner Rundmail – ohne jedoch seine Entscheidung in dem Schreiben näher zu begründen. Nur so viel deutet er an: Er habe nicht mehr das Gefühl, dass in Sachen Nachwuchsarbeit bei der SpVgg SV an einem Strang gezogen werde. „Damit hat wirklich keiner gerechnet“, lautet die Reaktion des Jugendtrainers. „Jeder fragt sich hier, was genau passiert ist.“

Eine Antwort darauf kann am Sonntag auch Michael Kurz nicht liefern. „Ich kann den Rücktritt nicht nachvollziehen“, sagt der SpVgg-SV-Vorsitzende. Kurz räumt ein, dass es grundsätzliche Diskussionen um wirtschaftliche Fragen gegeben habe. „In einem Verein wie der SpVgg SV Weiden geht es immer darum, wie man Kosten optimieren und Einnahmen optimieren kann“, erklärt er. „Wir können nur das ausgeben, was wir haben. Da kann nicht jeder machen, wie er lustig ist.“ Möglicherweise, so Kurz, habe es Fachtan gestört, dass manches hinterfragt werde. Aber nie sei es bei den Gesprächen um substanzielle Einschnitte gegangen. „Wir stehen zu 100 Prozent hinter dem NLZ“, betont Kurz. „Anderweitige Gerüchte entbehren jeder Grundlage.“

Als „sehr bedauerlich“ stuft Kurz ein, dass die SpVgg SV mit Fachtan einen kompetenten und engagierten Mitarbeiter verliert. „Aber wegen des Rückzugs eines Mannes wird der Verein nicht untergehen.“ Man werde die Nachfolgefrage mit „Bedacht und Verstand“ angehen“. Und er verspricht: „Wir werden eine vernünftige und geeignete Lösung finden.“ In den nächsten Tagen soll dazu eine Sitzung mit allen Jugendtrainern stattfinden. „Da werden wir Fragen, die es gibt, ganz offen beantworten.“

Gut möglich, dass dann auch die Umstände des Fachtan-Rücktritts zum Thema werden. Gegenüber unserer Zeitung konkretisierte Fachtan am Sonntagabend die Gründe für seine Entscheidung. Demnach habe es eine Entwicklung im Verein gegeben, die er nicht mehr mittragen wolle. „Man darf nicht nur die erste Mannschaft sehen, sondern es muss alles passen, auch für die zweite Mannschaft und die Juniorenteams.“ Aus einem Telefongespräch mit Michael Kurz am Freitag habe er die Konsequenzen gezogen. „Da wurde mir vorgeworfen, dass ich das Problem im Verein bin.“ Ein Vorwurf, der lediglich ein letzter Auslöser für den Rücktritt gewesen sei. „Das wurde zuletzt so gesteuert, dass es passiert.“

Unterm Strich habe er sich nichts vorzuwerfen, meint Fachtan. „Ich weiß, dass es gut und im Sinne des Vereins war, was ich gemacht habe.“ Die sechs Jahre als NLZ-Leiter und elf Jahre bei den Schwarz-Blauen insgesamt möchte er nicht missen: „Das war eine klasse Zeit.“ Und er betont, dass sein Rücktritt sich nicht negativ auf die bevorstehende Saison auswirken wird: „Die Mannschaften und Trainer stehen. Für die kommende Spielzeit ist alles geregelt.“

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