25.03.2021 - 19:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzSport

Weidener Wasserballer starten doch noch in die Bundesliga

Die Klubs der Wasserball-Bundesliga haben in Sachen Corona-Saison einen Kompromiss gefunden. Der SV Weiden braucht dabei eine Sache nicht mehr zu befürchten.

Der SV-Kapitän und ehemalige Nationalspieler Thomas Kick startet mit den Weidenern Ende April in die Bundesliga-Saison.
von Josef Maier Kontakt Profil

Zwischenzeitlich drohte alles ins Wasser zu fallen: Jetzt spielt die Wasserball-Bundesliga doch. Bereits am vergangenen Wochenende gab es die ersten Spiele in der Hauptrundengruppe A. Die Gruppe B, zu der auch der SV Weiden gehört, soll Ende April starten. "Das ist jetzt alles noch nicht zu hundert Prozent in Stein gemeißelt", sagt SV-Kapitän Thomas Kick, "aber geplant ist, dass wir bei einem Turnier in Hamburg loslegen." Kick nahm am Mittwochabend an einem Webinar der 16 Erstligisten und Vertretern des Deutschen Schwimmverbands teil, bei dem weitere Details besprochen wurden.

Zwei-Klassen-Gesellschaft

Klar wurde bei dieser Veranstaltung auch, dass es in der Bundesliga eine Zwei-Klassen-Gesellschaft gibt: Hier die großen Klubs wie Spandau, Potsdam oder die beiden Vereine aus Hannover. "Diese Topvereine haben natürlich auch internationale Verpflichtungen", erklärt Kick. Auf der anderen Seite sind Klubs wie der SV Weiden, die in Pandemienzeiten nur einen Bruchteil der Trainingsmöglichkeiten haben, und für die auch Hygienekonzepte für die Spiele in den eigenen Hallenbädern viel zu aufwendig wären.

"Wir haben aber, so denke ich, gute Kompromisse gefunden", sagt der 31-jährige SV-Kapitän. Um die Ansteckungsrisiken zu minimieren, gibt es ein 20-seitiges Hygienekonzept. "Das ist eine halbe Doktorarbeit", charakterisiert Kick die genauen Details, die darin festgehalten sind. Unter anderem wird verlangt, dass alle Beteiligten am Mittwoch vor den Spielen einen PCR-Test absolvieren, am Samstag, kurz vorm Anpfiff der Spiele, erfolgt nochmals ein Schnelltest. Es ist auch genau geregelt, wie die Anreise zu erfolgen hat. "Wir tun alles, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden", sagt Kick.

Die Hauptrundengruppe A hat mit ihren Spielen schon begonnen, die Gruppe B startet am 24./25 April. Dann könnten die ersten Freibäder öffnen: In der Halle diese Konzepte umzusetzen, wäre für viele Klubs zu aufwendig gewesen. Die Weidener spielen in Hamburg mit dem Gastgeber, Duisburg 98 und dem SV Krefeld ein Viererturnier - jeder gegen jeden. Eine Woche später treffen sich dieselben Klubs nochmals in Duisburg. Danach haben alle Teams sechs Spiele absolviert, wie auch Düsseldorf, Köln, Uerdingen und Würzburg, die im zweiten Vierer-Turnier spielen. Vielen Vereinen war die Durchlässigkeit zwischen beiden Hauptrundengruppen wichtig. Deswegen werden die Erst- und Zweitplatzierten der beiden B-Gruppen, mit den Dritten und Vierten der beiden A-Gruppen Play-off-Spiele austragen. Einen Absteiger aus der Bundesliga mit ihren 16 Teams wird es in diesem Jahr nicht geben. "Das ist völlig in Ordnung", sagt Kick. Nicht alle Vereine hätten in dieser Corona-Saison gleiche Voraussetzungen gehabt.

Da braucht man nur die Weidener hernehmen, wie Kick erklärt: "Wir sind mit am härtesten getroffen worden." Im Januar und Februar ruhte der Trainingsbetrieb komplett, auch wenn es laut Corona-Verordnungen erlaubt gewesen wäre. Bundesliga-Spieler und Kader-Athleten dürfen auch in diesen Zeiten laut Politik weiter ihrem Sport nachgehen. Die Auszeit war auch ein bisschen Solidarität mit all den Sportlern, die in Corona-Zeiten zum Nichtstun verurteilt sind. "Seit Anfang März trainieren wir wieder zwei Mal die Woche" berichtet der Ex-Nationalspieler aus der Oberpfalz. Die Weidener sind dankbar für diese Möglichkeit in der Thermenwelt. Auch dort halten sich die Spieler ganz streng an die Hygieneregeln. Kick: "Wir tragen Maske bis zum Beckenrand." Alles wird genau dokumentiert. Wer war im Training? Wer hatte welchen Kontakt?

Leute weiter motiviert

In Weiden sehen sie die kurze Saison, die Ende Juni schon wieder beendet sein soll, als Übergangsspielzeit. "Wichtig ist, dass wir keine gesundheitlichen Risiken eingehen", sagt Kick. Wichtig sei aber noch etwas anderes, was den SV-Leuten bisher gut gelingt: "Die Leute sind weiter voll motiviert." Auch in den Trockenphasen hätten die Spieler viel trainiert. Die Angst, dass einige Athleten in der langen Corona-Pause abspringen, scheint gebannt. Kick: "Wir wollen diese Mannschaft einfach zusammenhalten."

Das Training der Weidener Wasserballer in Corona-Zeiten

Weiden in der Oberpfalz

Das Hoffen der Weidener Wasserballer

Weiden in der Oberpfalz

Der Rückhalt der Weidener Wasserballer

Weiden in der Oberpfalz

"Wir tun alles, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden."

Thomas Kick, Kapitän der Weidener Wasserballer

Info:

Die Einteilung der Wasserball-Bundesliga in der Corona-Saison

  • Hauptrundengruppe A
    Gruppe 1
    SSV Esslingen, Waspo Hannover, White Sharks Hannover, ASC Duisburg
    Gruppe 2
    Wasserfreunde Spandau, OSC Potsdam, SV Ludwigsburg, SG Neukölln Berlin
  • Hauptrundengruppe B
    Gruppe 1
    Düsseldorfer SC, Rhenania/Poseidon Köln, Bayer Uerdingen, SV Würzburg
    Gruppe 2
    SV Weiden, Duisburg 98, SV Krefeld 72, SV Poseidon Hamburg
  • Modus: Nur Play-offs zwischen den Dritten und Vierten der Gruppen 1 und 2 der Hauptrundengruppe A und den Ersten und Zweiten der Gruppen 1 und 2 der Hauptrundengruppe B. Es steigt kein Team aus der Bundesliga ab.

 

 

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