11.11.2019 - 16:36 Uhr
AmbergOTon

Auch der Beruf hat seinen Soundtrack

Kaum erklingen die ersten Takte eines bestimmten Musikstücks, tauchen im Kopf sofort Bilder dazu auf. Nicht nur das Leben hat so einen Soundtrack. Das Berufsleben hat ihn auch. Heike Unger erzählt von ihrem Soundtrack.

Hier sitzt sie noch, die Berichterstatterin. Wenig später marschiert sie mit in der Polonäse bei der legendären maskierten Turnstunde im Amberger Josefshaus - und "Rucki Zucki" reiht sich ein in den Soundtrack ihres Berufslebens.
von Heike Unger Kontakt Profil

Nicht jeder dieser Termine sorgt unbedingt gleich für Begeisterung. Die kommt zuweilen erst im Lauf der Veranstaltung. Oder danach. Dafür hat sie sich gehalten – über 32 Dienstjahre. Die maskierte Turnstunde im legendären Amberger Josefshaus ist so ein Beispiel. Wer eigentlich kein Faschingsfan ist, folgt der dienstlichen Pflicht damals eher zögerlich. Und kann sich der ausgelassenen Stimmung dann doch nicht entziehen. Bei „Rucki Zucki“ tauchen im Kopf heute noch Bilder von der Polonäse auf. Und von Block und Stift der Berichterstatterin, die einsam am Tisch liegen.

Die Carmina Burana gehören bis dahin auch nicht unbedingt zur persönlichen Hitliste. Doch dann: Millenium-Programm im Juni 2000 vor dem Amberger Rathaus. Als der große Chor und das Orchester das berühmte „O Fortuna“ anstimmen, ist das Gänsehaut pur. Ähnlich ergreifend, wenn auch viel stiller: „Schulze gets the Blues“ – eine der Film-Perlen, die das Vilsflimmern auf die Leinwand am Kran im Landesgartenschaugelände holt. Mit Zydeco-Musik auf dem Akkordeon. Das Herz hört sie heute noch. Und bedauert, dass es dieses wunderbare Amberger Freiluft-Kino-Erlebnis nicht mehr gibt.

Das Volksmusik-Programm zu Ostern im ACC ist geblieben. Der Dienst-Besuch von einst zaubert jetzt noch ein Lächeln ins Gesicht: Die Dudelsäcke sind aus Tschechien. Die Gstanzl-Sänger nicht. Sie kommen aus Eslarn. Untertitel wären hilfreich. In welcher Sprache singen eigentlich Lawaschkiri in der Asphaltkapelle Etsdorf? Klingt wie verschiedene. Auf jeden Fall mitreißend. Auch sie sind im Soundtrack des Berufslebens verewigt. Genau wie die Schwarze Madonna von Altötting. Noch so ein unvergessener Termin. Drei Tage Live-Blog vom Pilgermarsch im Onetz enden mit unerwartet großem Leser-Zuspruch, mit einer Multimedia-Ausrüstung, die den Geist aufgibt. Und mit Tränen in den Augen, als die ganze Kirche das Madonna-Lied anstimmt.

Altötting: Der Pilgerblog

Und dann ist da noch der erste (und auch einzige) Besuch beim Politischen Aschermittwoch der CSU in Passau. Mit der Feuerwehr Thanheim. Der Soundtrack dazu? Nicht die Bayernhymne. Sondern Helene Fischer. „Atemlos“ kennt die Zeitungsfrau da noch gar nicht. Hört es dann aber gefühlt 35 Mal auf der Busfahrt nach Passau. Der Sitznachbar hat eine kurze Nacht hinter sich – aber er hat noch Atem. Mit einigen Promille. Der Soundtrack des Berufslebens bekommt eine weitere unvergessene Erinnerung. Lokalredakteurin – was für ein wunderbarer Job!

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