Wer will fleißige Handwerker seh’n?

17.11.2022 - 13:30 Uhr

Die Frage, wie man sich eigentlich verhält, wenn man einen Handwerker im Haus hat, beschäftigt unsere Kollegin Lena Schulze. Im OTon gibt sie eine Empfehlung ab.

Die Frage, wie man sich eigentlich verhält, wenn man einen Handwerker im Haus hat, beschäftigt unsere Kollegin im aktuellen OTon.

„Wer will fleißige Handwerker seh’n ...“ Gute Frage, wer eigentlich? Luftsprünge machen wohl die wenigsten, wenn der Zählerstand abgelesen werden muss oder der Schornsteinfeger den Kamin checkt. Denn so ein Handwerker-Besuch bedeutet meistens: Schmutz, Termindruck, Aufräumen, fremde Männer in der Wohnung.

In meine Wohnung wurde kürzlich eine neue Küche eingebaut. Von der Planung bis zur Lieferung vergingen Monate und mit der Bestätigung des Einbaudatums kam die Frage auf: „Wie verhalte ich mich eigentlich, wenn ein Handwerker im Haus ist?“ Egal ob Küchenmonteur, Maler, Klempner, Hausmeister oder Elektriker: Kann man den Profi bitten, die Schuhe auszuziehen? Muss ich ihn bewirten? Wirkt es unhöflich, ihm bei der Arbeit über die Schulter zu schauen? Kann ich das Haus oder die Wohnung verlassen?

In meiner Familie und Bekanntenkreis gibt es viele Handwerker. Mein Küchenmonteur war auch ein Bekannter. Und ihn hab ich gefragt: „Wie verhält man sich mit einem Handwerker im Haus?“ Als Antwort kam: „Gute Frage!“

Es folgt eine Empfehlung – gemischt aus Knigge-Regeln und persönlicher Erfahrung: Egal ob bekannt oder fremd, bei angekündigten Terminen räume ich meine Wohnung grob auf (meine dreckigen Teller oder Schmutzwäsche muss niemand sehen). Dem Profi räume ich seine Arbeitsstelle frei. Laut Knigge ist es ungünstig den Handwerker zu bitten, die Schuhe auszuziehen. Die muss er meist zwecks Arbeitsschutz anlassen. Für mich selbstverständlich ist es, dem Handwerker etwas zu Trinken anzubieten. Belegte Brote muss man laut Knigge nicht vorbereiten – man gibt keine Party, sondern erwartet eine Dienstleistung. Falls man aber Zeit findet und der Handwerker mehrere Stunden da ist, sorgt ein kleiner Snack allemal für gute Laune und Motivation. Wenn ich zu Hause bin, sag ich dem Fachmann Bescheid, wo ich bin und dass er sich melden kann, falls er Fragen hat oder etwas braucht. Wenn ich nicht zu Hause bin, geb ich ihm eine Nummer, unter der er mich erreichen kann. Ganz klar für mich war, dass der Handwerker die Toilette in meiner Wohnung benutzen darf. Dass das nicht selbstverständlich ist, überraschte mich. Was soll er denn machen? Er würde ja nicht fragen, wenn es nicht dringend wäre.

Und während ich mich mit dem Küchenmonteur darüber unterhalte, wie man sich am besten gegenüber Handwerkern verhält, war auch schon die Spüle eingebaut. Quatschen ist also auch erlaubt.

Eltern sind Superhelden, findet Autorin Miriam Wittich, und widmet ihnen deshalb ihre Kolumne

OTon10.11.2022
Hintergrund:

OTon

Wir sind junge Mitarbeiter der Oberpfalz-Medien. In unserer Kolumne "OTon" schreiben wir einmal in der Woche über das, was uns im Alltag begegnet - was wir gut finden, aber auch, was uns ärgert. Dabei geht es weniger um fundierte Fakten, wie wir sie tagtäglich für unsere Leser aufbereiten, sondern um unsere ganz persönlichen Geschichten, Erlebnisse und Meinungen. Wir wollen zeigen, dass nicht nur in Hamburg, Berlin oder München Dinge passieren, die uns junge Menschen bewegen. Alle Teile dieser Kolumne sind zu finden unter onetz.de/oton.

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