31.08.2020 - 14:41 Uhr
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Mit den Kindern auf Fahrradtour

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Die Welt vom Fahrrad aus entdecken – ein Vergnügen für die ganze Familie. Allerdings sollte eine Tour mit Kindern gut geplant werden. Denn überfordert man den Nachwuchs, kann dieser sehr schnell den Spaß am Radfahren verlieren.

Am besten, man lässt Kinder immer voraus radeln – und gibt von hinten klare Anweisungen.
von Autor EWAProfil

Die Vorfreude ist groß, am Wochenende ist eine Fahrradtour geplant. Doch gleichzeitig stellt sich die Frage: Können auch die Kleinen mit? Grundsätzlich ist diese Frage mit ja zu beantworten. Vorausgesetzt, man bereitet sich gut auf dieses Abenteuer vor. "Zunächst muss natürlich die Ausrüstung passen", erklärt Harald Heselmann, Verkehrserzieher der Polizei Amberg. "Ein Helm muss auf jeden Fall sein. Doch auch auf die Kleidung und das richtige Schuhwerk ist zu achten." Hier gilt: Schlappen sind zum Radfahren nicht geeignet, am besten feste Sportschuhe tragen. "Die Eltern sollten außerdem immer schauen, dass auch die Schuhbänder zu sind. Denn es besteht sonst die Gefahr, dass sich diese um die Treter wickeln. Das ist eine nicht zu unterschätzende Unfallgefahr."

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Kinder nicht überfordern

Natürlich das A und O: das richtige Fahrrad. Leider werden oft Räder für Kinder zu groß gekauft. "Viele Eltern meinen, das Kind könne ins neue Rad reinwachsen", sagt Horst Strehl, ebenfalls Verkehrserzieher bei der Polizei Amberg. "Das ist Unsinn. Ein Fahrrad muss immer dem Alter und der Größe des Kindes angepasst werden." Als Faustregel gilt: Auf dem Rad noch unsichere Kinder sollten den ganzen Fuß auf dem Boden aufstellen können, wenn sie im Sattel sitzen. Bei kleinen, aber schon geübteren Fahrradfahrern reicht es, wenn die Fußspitze den Boden berührt. Wichtig ist auch, dass die Kinder die Bremsen richtig greifen können.

Grundsätzlich sollten Eltern immer darauf achten, dass sie ihren Nachwuchs nicht überfordern. "Das gilt zum Beispiel auch bei der Gangschaltung", so Strehl. "Hier heißt es vor allem bei den Kleineren: Weniger ist mehr." Der Verkehrserzieher rät von Hightech-Fahrrädern für jüngere Kinder ab. Auch Zweirad-Experte Peter Stadler empfiehlt: "Ein Fahrrad sollte immer den Fähigkeiten des Kindes entsprechen. Plant man die ersten Touren, ist es natürlich ebenfalls wichtig, dass es sich um ein verkehrssicheres Rad handelt, das den Vorschriften entspricht."

Verkehrserzieher Harald Heselmann und Horst Strehl empfehlen, eine sichere und kindgerechte Strecke zu wählen.

Eltern, die unsicher sind, welches Rad für ihr Kind das richtige ist, können sich jederzeit im Fachhandel beraten lassen. "Auch für uns gilt immer: Safety first", so Stadler. "Die Sicherheit der Kleinen steht an erster Stelle." Damit diese auch bei einer Fahrradtour gewährleistet ist, sollte als Einstieg eine ruhige Strecke gewählt werden. Am besten eignen sich hier Rad- oder Feldwege, bis die Kinder auch verkehrssicher unterwegs sind. "Die Eltern sollten auch unterwegs immer Einfluss auf das radelnde Kind ausüben können", betont Polizeihauptkommissar Harald Heselmann. "Am besten ist es, das Kind vorausfahren zu lassen und ihm klare Anweisungen zu geben."

Kindersitz für die Kleinsten

Eindeutige Richtlinien, welche Strecke Kinder in welchem Alter bewältigen, gibt es nicht. Das hängt wie immer von der individueller Entwicklung ab. "Es gibt durchaus schon Vier- oder Fünfjährige, die eine Strecke von bis zu 20 Kilometern ohne Probleme radeln", so Heselmann. "Andere Kinder schaffen das mit zehn Jahren noch nicht." Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit kürzeren Strecken zu beginnen und sich langsam zu steigern. Damit die Kinder Spaß am gemeinsamen Radfahren haben, ist es immer gut, ein Ziel anzupeilen - sei es nun eine Eisdiele, einen Abenteuerspielplatz oder einen Tierpark.

Kleinere Kinder, die noch nicht selbst mitradeln können, sind in am besten in einem Kindersitz aufgehoben. "Hier ist es wichtig, dass der Nachwuchs an der sichersten Stelle des Rades sitzt - nämlich hinten", erklärt Verkehrserzieher Horst Strehl. "Der Sitz sollte außerdem geprüft und fest montiert sein." Auch hier gilt: Helm aufsetzen. Genauso wie im Fahrradanhänger. "Ein solcher macht durchaus Sinn, wenn man mehrere kleine Kinder auf eine Tour mitnehmen möchte", so Fahrradhändler Peter Stadler. "Ansonsten würde ich jedoch immer einen Kindersitz vorziehen. Denn der hat nicht nur den Vorteil, dass er platzsparender ist, sondern auch, dass die Kleinen beim Fahren an der frischen Luft sitzen."

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Zweirad-Experte Peter Stadler weiß: Das Fahrrad muss immer altersgerecht sein.
Tipps:

So klappt die Fahrradtour mit Kindern

  • Eine sichere und kindgerechte Strecke wählen.
  • Getränke und Energiespender (z.B. Müsliriegel) mitnehmen.
  • Öfter Pausen einplanen.
  • Die Geschwindigkeit an die mitradelnen Kinder anpassen.
  • Ein interessantes Ziel anfahren.
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