04.09.2018 - 17:55 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Sophia Lösches Familie geht gegen die AfD vor

Am Montag war Andreas Lösche unsicher, am Dienstag hat sich der Bruder der verstorbenen Sophia gesammelt und mit der Familie besprochen: Nun steht fest, die Angehörigen gehen dagegen vor, dass bei einer AfD-Demo Sophias Bild genutzt wird.

Prozess
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Familie der getöteten Sophia Lösche hat angekündigt, gegen die Verwendung des Porträts der 28-Jährigen bei einer AfD-Demonstration in Chemnitz vorzugehen. Dies bestätigte der Bruder der getöteten Studentin, Andreas Lösche, am Dienstag. Im Namen der Freunde und Familie veröffentlichte er zudem einen offenen Brief zu dem Vorfall bei dem "Schweigemarsch".

"Diese Veranstaltung war kein Ort der aufrichtigen Trauer um Sophia oder sonst irgendjemanden, sondern ein Ort der Hetze und der Niedertracht", heißt es in dem Schreiben. Weiter weist das Schreiben darauf hin, dass schon eine "oberflächliche Recherche" ergeben hätte, dass "sich Sophia in ihrer jahrelangen politischen Arbeit immer entschieden gegen Ausgrenzung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit eingesetzt hat". Ihr Bild für den Zweck der Demonstration zu nutzen, sei "eine perverse Verdrehung von Sophias Leben und all dessen, wofür sie stand: Liebe, Mitgefühl und Menschlichkeit". Ausdrücklich betont das Schreiben, dass Sophia Lösche kein Opfer der Einwanderungspolitik sei, auch weil der Tatverdächtige kein Immigrant ist. "Wir stellen uns in ihrem Namen gegen die Instrumentalisierung ihrer Person für Hetze, Rassismus und Hass. Wir sind diejenigen, die wirklich trauern", schließt das Schreiben.

Unterdessen meldet die Bild-Zeitung, dass sich auch die Witwe des in Chemnitz erstochenen Daniel H. gegen die Instrumentalisierung des Todes ihres Mannes durch die AfD und andere rechte Gruppen ausspricht. Auch das Porträt des 35-Jährigen war bei der AfD-Demo am Samstag gezeigt worden.

Die AfD nutzt das Bild der getöteten Ambergerin Sophia Lösche

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