Bayern
23.12.2020 - 17:21 Uhr

Fragen und Antworten: Bayern startet mit der Corona-Impfung

Endlich ist der Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen. Schon in wenigen Tagen soll es in Bayern mit den ersten Nadelstichen losgehen. Doch wie kommt der Impfstoff vom Hersteller in die Oberarmmuskeln der Bayern?

Alle Hoffnung ruht auf ihm: Nach Weihnachten soll der Impfstoff gegen das Coronavirus auch in Bayern zur Verfügung stehen. Bild: Ariel Schalit/dpa
Alle Hoffnung ruht auf ihm: Nach Weihnachten soll der Impfstoff gegen das Coronavirus auch in Bayern zur Verfügung stehen.

Wann startet das Impfen gegen das Corona-Virus in Bayern?

Es wird am 27. Dezember losgehen. Bis dahin muss das in Deutschland für Impfangelegenheiten zuständige Paul-Ehrlich-Institut noch grünes Licht geben – allgemein wird das als Formsache angesehen. Am Sonntag nach Weihnachten werden in Bayern nach Auskunft des Gesundheitsministeriums 9750 Impfdosen zur Verfügung stehen. Zwei Tage später kommen weitere 97.000 Dosen an. Am 31. Dezember werden 107.000 Impfdosen erwartet. So soll es dann im Januar vermutlich wöchentlich weitergehen.

Wo wird als erstes geimpft?

In den ersten Tagen wird das Impfen weitestgehend in Alten- und Pflegeheimen stattfinden sowie in Krankenhäusern für deren Personal. Neben Heimbewohnern gehören auch die Bediensteten der Heime sowie Angehörige der Gesundheitsberufe, die etwa in Intensivstationen und Notaufnahmen tätig sind, zu den Ersten. Mobile Teams werden aus den Impfzentren ausrücken und die Impfungen vor Ort in den Einrichtungen vornehmen.

Und was ist mit den über 80-Jährigen, die zu Hause wohnen?

Sie gehören ebenfalls zur ersten Gruppe, kommen aber in den meisten Gegenden Bayerns erst im Januar zum Zuge. Die Landesregierung will diese Gruppe von Personen nach dem Jahreswechsel per Brief anschreiben und mit Informationen versorgen, wie und wo sie sich melden können, sagte Ministeriumssprecher Marcus da Gloria Martins.

Eine Online-Plattform werde ebenfalls in den kommenden Tagen aktiv geschaltet. Martins gab aber zu bedenken, dass nicht jeder Rentner über 80 Jahren in der Lage ist, eine Online-Anmeldung durchzuführen. Deshalb werden in den einzelnen Landkreisen zusätzlich Telefon-Hotlines geschaltet. Einige Landkreise wollen versuchen, auch schon vom 27. Dezember an einige Termine frei in den Impfzentren zu vergeben. "Wir sind bereit und unser Impfzentrum bereitet sich darauf vor", sagte etwa eine Sprecherin des Landkreises Coburg. Allerdings hänge alles von der Frage ab, wie viel Impfstoff geliefert werde.

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Amberg11.12.2020

Nach welchem Verfahren wird der Impfstoff in Bayern verteilt?

Diese Frage ist noch offen. Es werde zumindest für die ersten beiden Lieferungen einen Verteilschlüssel geben, der wohl entsprechend der Bevölkerungszahl, möglicherweise auch nach dem Altersdurchschnitt der jeweiligen Bevölkerung und nach der Dichte von Pflegeheimen gestaltet sein dürfte.

Die Impfdosen werden zunächst in bundesweit 40 Verteilzentren in Spezialtiefkühlschränken bei minus 70 Grad Celsius deponiert – die Orte sind aus Angst vor Anschlägen genauso geheim wie der Name des Logistikunternehmens, das den Impfstoff dann – angeblich unter Polizeischutz – in die 100 Impfzentren überall im Freistaat bringt. Dort können die Fläschchen dann noch eine begrenzte Zeit in normalen Medizinkühlschränken lagern, bevor sie verbraucht werden müssen.

Warum wird anfangs nicht mehr Impfstoff an die Impfzentren ausgeliefert?

Die Bundesregierung verteilt den Impfstoff entsprechend dem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer. Am Anfang stehen nicht mehr als die knapp 10.000 Dosen für Bayern zur Verfügung. In den vergangenen Tagen waren Gerüchte über eine Bestell-Panne im Bundesgesundheitsministerium aufgekommen. Diese Gerüchte sind jedoch nicht bestätigt.

Wann wird ganz Bayern geimpft sein?

Vermutlich werden sich nicht alle Menschen impfen lassen und eine Impfpflicht wird es nach Aussagen aus der Politik keinesfalls geben. Aber die Prognosen gehen derzeit davon aus, dass Ende 2021 jeder, der das möchte, eine Impfung erhalten haben wird.

Das setzt aber voraus, dass der Impfstoff in der bestellten Menge auch wirklich geliefert wird - nicht nur der jetzt zugelassene von Biontech/Pfizer, sondern auch der Impfstoff des Herstellers Moderna, der bisher noch keine Zulassung in der Europäischen Union hat.

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