Coronavirus: Falschnachrichten verunsichern Nutzer

Ibuprofen als Gefahr? Supermärkte schließen? Mangel an Toilettenpapier? Gerüchte um das Coronavirus verbreiten sich schneller als das Virus. Wie trennt man Falschnachrichten von geprüften Informationen?

Wie trennt man in Zeiten der Coronakrise Falschnachrichten von geprüften Informationen?
von Alexander Unger Kontakt Profil

Bei Instagram, Facebook und per Whatsapp verbreiten sich in Windeseile Fake News zum Coronavirus. Angeblich gebe es eine sichere Möglichkeit zur Selbstdiagnose, Supermärkte würden nur sporadisch öffnen, Medikamente würden angeblich knapp. Diese und ähnliche "Panikmeldungen" machen schnell die Runde.

"Das ist unanständig“

Am Wochenende warnte etwa das Bundesgesundheitsministerium vor einer Nachricht. Es hatte geheißen, die Bundesregierung werde bald weitere „massive Einschränkungen“ des öffentlichen Lebens ankündigen. Das Ministerium schrieb auf Twitter: „Das stimmt NICHT! Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen.“ Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) rief auf Twitter dazu auf, nicht auf „diesen Quatsch“ und „Unsinn“ zu hören. Für die Verbreiter der Nachrichten fand sie klare Worte auf Twitter: „Das ist kein Spaß, ihr spielt mit der Angst der Leute. Das ist unanständig.“

Viele Kettenbriefe auf Whatsapp tarnen sich als persönliche Erfahrungsberichte. Dort heißt es dann etwa: „Der Onkel und Neffe eines Klassenkameraden von mir hat einen Masterabschluss und arbeitet im Krankenhaus in Shenzhen ..." Wie schwierig es ist, solche Meldungen einzuordnen, zeigt der Fall einer Sprachnachricht. Dort wird wird behauptet, dass Ärzte der Universität Wien Beweise dafür gefunden hätten, dass Ibuprofen die Corona-Erkrankung verschlimmere. Eine "Elisabeth" behauptet darin: „Da gibt es sehr stichhaltige Hinweise, dass Ibuprofen die Vermehrung des Virus beschleunigt.“ Die Universität dementierte diese Nachricht auf Twitter: Es handele sich um Fake News, die „in keinerlei Verbindung“ mit der Universität stünden. Aber damit nicht genug. Immer und immer wieder klärt die Uni auf: „Es gibt keine Warnung. Das sind Fake News.“

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Kampf gegen Fake News zum Thema Coronavirus

Google, Facebook, YouTube versuchen verstärkt gegen Fake News zum Thema Coronavirus vorzugehen. Sucht man beispielsweise „Corona“/„Coronavirus“ oder „Covid-19“ über Google oder Youtube, erscheint am Seitenanfang ein Informationskasten mit Verlinkungen zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Facebook versucht Corona-Falschmeldungen per Algorithmus auszublenden. Dazu arbeitet die Plattform mit Gesundheitsbehörden und Faktencheckern zusammen.

„Geschlossene Gruppen“ bei Facebook und WhatsApp bleiben laut klicksafe, einer Plattform zur Förderung der Medienkompetenz, problematisch. In den Gruppen und Chats werden unkontrolliert Gerüchte und Falschmeldungen verbreitet. Der Ursprung ist nicht nachvollziehbar. Falschmeldungen verbreiten sich besonders gut, wenn diese garniert sind mit dem Hinweisen wie „Ärzte stellen fest ...“.

Infos bei Klicksafe

Infos bei Mimikama, einem Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch

Wie überprüft man, ob ein Gerücht wahr oder falsch ist? Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus finden sich auf folgenden Seiten:

Bundesministerium für Gesundheit

Robert-Koch-Institut

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Bundesländer, Städte, Landkreise und Gemeinden stellen aktuelle Informationen auf ihren Internetseiten. Dort gibt es dann Infos für die Regionen.

Tipp von Klicksafe: Nicht teilen und prüfen

In den meisten Fällen kommen Nachrichten in Soziale Netzwerken von Bekannten. Ihnen zu sagen, dass sie auf Fake News hereingefallen sind, kann unangenehm sein. Klicksafe rät. "Prüft man die Information und findet heraus, dass es sich um eine Falschmeldung handelt, sollte man doch freundlich darauf aufmerksam machen und über Fake News aufklären." Im Zweifel gilt: Nicht teilen und prüfen, woher die Information tatsächlich kommt.

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