19.09.2018 - 19:41 Uhr
FlossenbürgDeutschland & Welt

Konzept für Steinbruch Wurmstein

Granitabbau nur noch bis 2024: Der Bayerische Landtag will eine Integration in die Gedenkstätte Flossenbürg.

Der Granitabbau des zum ehemaligen KZ Flossenbürg gehörenden Steinbruchs „Wurmstein“ soll 2024 beendet werden. Für das Areal wird derzeit ein Konzept zur Integration in die Gedenkstätte entwickelt.
von Jürgen UmlauftProfil

(jum) Der Granitabbau des zum ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg gehörenden Steinbruchs "Wurmstein" soll 2024 beendet werden. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums im Kulturausschuss des Landtags wird für das Areal inklusive Gebäude, "Häftlingswand" und "Häftlingstreppe" ein Konzept zur Integration in die Gedenkstätte Flossenbürg entwickelt.

"Eine Nutzung des Steinbruchs wird für die Zukunft nicht mehr gesehen", erklärte ein Sprecher des Ministeriums und verwies auf den 2024 auslaufenden Pachtvertrag. Bereits 2020 solle nach Gesprächen zwischen Pächter, Granitwerk und Verpächter, den Bayerischen Staatsforsten, eine "Richtungsentscheidung" getroffen werden.

Die Aussagen wurden fraktionsübergreifend so verstanden, dass eine Verlängerung des Pachtvertrags für die Zeit nach 2024 für die Staatsregierung nicht mehr in Frage kommt. Das hatten auch die Grünen in einem Dringlichkeitsantrag gefordert. "Der Granitabbau muss ein Ende finden, da der Betreiber des Steinbruchs mit dem historischen Erbe fahrlässig umgeht", sagte die Grünen-Abgeordnete Verena Osgyan. Ein Weiterbetrieb des "historisch extrem belasteten Steinbruchs" wäre "geschichtsvergessen".

Grünen-Antrag "erledigt"

Die CSU lehnte den Antrag mit ihrer Mehrheit im Ausschuss dennoch ab. Sie bewertete ihn mit den Aussagen des Ministeriumsvertreters als erledigt. "Ich sehe die klare Aussage, dass es eine Steinbruchnutzung ab 2024 nicht mehr geben wird", fasste Gerhard Hopp (CSU) zusammen.

Einig war sich der Ausschuss in der Bewertung der Petition des Flossenbürgers Stefan Krapf, der seit Jahren im Schulterschluss mit der Vereinigung der Deportierten des KZ Flossenbürg für die sofortige Stilllegung und die denkmalschützerische Sicherung des Steinbruchs kämpft. Die Eingabe wurde einstimmig mit dem Votum "Würdigung" zu weiteren Behandlung an die Staatsregierung weitergeleitet. Das bedeutet, dass die Abgeordneten die Zielsetzung Krapfs teilen, aber anders als dieser nicht am bestehenden Pachtvertrag rütteln wollen. Krapf, der als Gast an der Sitzung teilgenommen hatte, zeigte sich im Anschluss enttäuscht. Wenn angeblich bereits klar sei, dass der Granitabbau 2024 ende, sei es unverständlich, mit einer "Richtungsentscheidung" bis 2020 nach Gesprächen mit dem Steinbruchbetreiber zu warten. "Das hätte man auch heute entscheiden und Nägel mit Köpfen machen können", sagte Krapf im Gespräch mit Oberpfalzmedien.

Irreparable Schäden?

Es müssten sofort weitere Schutzmaßnahmen ergriffen werden, da im laufenden Steinbruchbetrieb immer neue irreparable Schäden an den historisch bedeutsamen Arealen des Steinbruchs entstünden. Dazu fehlten die denkmalschützerischen Auflagen. "Ich kann nicht nachvollziehen, dass alles in Ordnung sein soll."

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