24.02.2021 - 17:13 Uhr
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Kommentar zum Urteil gegen IS-Prediger Abu Walaa: Signal des Rechtsstaates an Dschihadisten

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Dreieinhalb Jahre lang hat das Oberlandesgericht in Celle gegen den Deutschland-Chef der Terrormiliz "Islamischer Staat" verhandelt. Mit dem Prozess ist der Kampf gegen Extremisten nicht vorbei. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Der Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Deutschland, Abu Walaa, klopft im Oberlandesgericht Celle an eine Glasscheibe, um mit seinen Anwälten zu sprechen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
Kommentar

Das Urteil gegen den islamistischen Prediger Abu Walaa wirkt wie aus einer anderen Zeit. Es liegt mehr als ein halbes Jahrzehnt zurück, dass tausende junger Menschen aus Deutschland, darunter junge Männer aus der Oberpfalz, nach Syrien und in den Irak aufbrachen, um in den Reihen der Terrormiliz IS oder anderer dschihadistischer Gruppen zu kämpfen.

Inzwischen hat die Terrormiliz ihr Gebiet entlang des Euphrat und des Tigris eingebüßt - sie scheint besiegt und die Bedrohung beseitigt. Ein Irrtum. Nach wie vor fallen jährlich hunderte Menschen dem Terror der IS-Anhänger im Nahen Osten, auf den Philippinen und in der Sahelzone zum Opfer. Auch Europa ist nicht sicher. Die Anschläge in Nizza oder in Wien im vergangenen Jahr belegen das.

Letzterer Attentäter wurde im selben österreichischen Milieu radikalisiert, von dem es auch lange Zeit Verbindungen in die Oberpfalz gab. Noch immer erstrecken sich die Netze der Dschihadisten über Europa. Mit Abu Walla wird nun eine der wichtigsten Autoritäten der deutschsprachigen Dschihadisten in Europa für mehr als zehn Jahre ins Gefängnis geschickt.

Ein wichtiges Signal, dass der demokratische Rechtsstaat einen langen Atem hat. Genauso wichtig ist es, weiterhin nachhaltig die Radikalisierung zu bekämpfen. Denn diese geht weiter: in sozialen Netzen und durch nicht-gewaltorientierte, sogenannte legalistische islamistische Gruppen.

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