13.05.2020 - 16:37 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

"Lernen im Wechsel" auch im kommenden Schuljahr?

Eine Woche in der Schule, eine Woche Unterricht zu Hause. Nach der Corona-Pause an den bayerischen Schulen gewöhnen sich Schüler, Lehrer und Eltern an das neue Wechselmodell. Womöglich wird es das noch länger geben.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).
von Jürgen UmlauftProfil

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) hält es für möglich, dass es auch im nächsten Schuljahr wegen der Corona-Krise noch Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb geben wird. "Solange der Mindestabstand von 1,5 Metern gilt, werden wir es rein räumlich nicht schaffen, alle Kinder gleichzeitig zu beschulen", sagte Piazolo auf einer Pressekonferenz in München. Zudem sei die Personalkapazität aufgrund von Lehrkräften aus Risikogruppen eingeschränkt. Zwar erwarte er bei einem weiter rückläufigen Infektionsgeschehen eine breite Debatte über die geltenden Abstandsregeln. Wie sich das auf den Schulbetrieb auswirke, sei derzeit aber nicht absehbar.

Für den weiteren Unterricht, der am kommenden Montag auf die Erstklässler sowie die 5. und 6. Klassen an Gymnasien und Realschulen, die 5. Klasse an den Mittelschulen und die Eingangsklassen der übrigen weiterführenden Schulen ausgeweitet wird, legte Piazolo Rahmenbedingungen für den im Regelfall wöchentlichen Wechsel von Präsenzunterricht und "Lernen zu Hause" vor. Er empfahl den Lehrkräften, das "Lernen im Wechsel" als jeweils zweiwöchigen Block zu sehen. Demnach sollten die in der Präsenzwoche vermittelten Inhalte und Kompetenzen in der folgenden Woche zu Hause "geübt, verfestigt und vertieft" werden. "Mit Augenmaß" könne in der Lernphase zu Hause auch zusätzliches Wissen vermittelt werden.

"Teams" als Zusatzangebot

Um die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Schülern zu verbessern, die nicht oder noch nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, können ab sofort alle weiterführenden Schulen kostenlos auf die Plattform "Microsoft Teams for Education" zugreifen. Piazolo sah dies als Ergänzung zur bestehenden Lernplattform "Mebis", in der die Lehrinhalte verfügbar seien. Über Microsoft Teams seien zwischen Lehrern und Schülern bei einfacher Bedienung Gruppen- und Einzel-Chats möglich, dazu Video-Konferenzen, digitale Gruppenarbeit und eine geschlossene E-Mail-Kommunikation. Außerdem könnten Elternsprechstunden und Lehrerkonferenzen durchgeführt werden.

Für die Grundschulen, die derzeit in der Kommunikation mit Schülern und Eltern noch sehr viel improvisieren müssen, wie eine Münchner Rektorin bei der Pressekonferenz bestätigte, kündigte Piazolo "etwas Vergleichbares" an. Für die jüngeren Schüler an den Grundschulen sei Microsoft Teams in dieser Form nicht geeignet. Das Kultusministerium stehe gerade mit Anbietern in Verhandlungen über alternative Produkte. Wann diese abgeschlossen seien, könne er noch nicht abschätzen.

Vorrücken auf Probe

Zur Notengebung im verbleibenden Schuljahr sagte Piazolo, dass das Kultusministerium mit Ausnahme der Abschlussklassen keine konkreten Vorgaben machen werde. Ob noch Leistungen erhoben und wie diese bewertet würden, liege im Ermessen der Schulen. Vielfach lasse sich mit den bis zur Schulschließung Mitte März vergebenen Noten eine Jahresendnote ermitteln. Der Leistungsstand lasse sich im Jahreszeugnis zudem nicht nur durch Noten darstellen. Schüler, die wegen ausfallender Notenerhebung das Klassenziel nicht mehr erreichen können, erhielten die Möglichkeit zum "Vorrücken auf Probe", sicherte Piazolo zu.

Wann gehen welche Klassen wieder in die Schule?

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