Das neue Gesicht Europas soll aus Niederhatzkofen im Landkreis Landshut kommen: CSU-Vize Manfred Weber schickt sich an, im nächsten Jahr Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident zu beerben. Auf den 46-Jährigen wartet eine fast schon historische Aufgabe.
Zunächst gilt es für EVP-Spitzenkandidat Weber seinen Gegenspieler, den niederländischen Sozialdemokraten Frans Timmermans, hinter sich zu lassen. Keine einfache Aufgabe, beide gelten als überzeugte Europäer. Timmermans dürfte aber im Strudel des europaweiten Abwärtstrends der Genossen die weit schlechteren Karten besitzen.
Weber gilt als integrer Politiker, als Mann des Ausgleichs, als Brückenbauer. Wichtige Attribute im wankenden Europa. Was der CSU-Mann aber auf keinen Fall sein darf: ein Weichspüler, der alles nationalistische Getöse durchgehen lässt. Teile seiner Partei hofieren den autokratischen ungarischen Premier Viktor Orbán und kuscheln mit dem italienischen Rechtsaußen-Innenminister Matteo Salvini. Hier gilt es, klare Kante zu zeigen. Mit warmen Worten und großen Gesten sind Spalter Europas nicht aufzuhalten.
Für Markus Söder hat der Aufstieg Webers ebenfalls Folgen. Als möglicher Kommissionspräsident fällt der Niederbayer als Nachfolger von CSU-Chef Horst Seehofer aus, sollte dieser wie erwartet demnächst zurücktreten. Der Ministerpräsident hat dann kaum mehr einen ernsthaften Kontrahenten im Rennen um den Parteivorsitz. Kein schlechter Tag also - für die CSU und für Söder.













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