14.06.2020 - 20:53 Uhr
OberpfalzDeutschland & Welt

Unwetter über der Oberpfalz: 93 Notrufe und viel Arbeit für Einsatzkräfte

Angesichts der Vorhersagen kommt die Oberpfalz wettertechnisch am Wochenende gut davon. In einzelnen Landstrichen müssen die Feuerwehren aber trotzdem mehrfach ausrücken.

von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Den ganzen Tag dunkle Wolken, viel Regen, aber nur geringe Schäden: Die Unwetterbilanz fürs Wochenende hätte schlimmer ausfallen können. Am schwersten getroffen wurde am Sonntag der Grenzkamm entlang der oberpfälzisch-tschechischen Grenze. Hier bescherten heftige Niederschläge den Feuerwehren am Sonntagnachmittag viel Arbeit, bestätige die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS).

Insgesamt habe es 93 Notrufe gegeben, auch aus Erbendorf und Grafenwöhr: vollgelaufene Keller, verschlammte Straßen, ausgehobene Gullydeckel. Schlimmeres war bis Sonntagabend nicht zu vermelden. Die Polizei berichtet von zwei Unfällen auf der A 93, bei denen Aquaplaning die Ursache war. Gegen 15.30 Uhr schleuderten zwischen Windischeschenbach und Falkenberg zwei Autos fast zeitgleich in die Leitplanke. Es entstanden rund 55 000 Euro Schaden, Verletzte gab es aber nicht.

Zwei Aquaplaning-Unfälle auf der A 93

Windischeschenbach

Ruhe in Amberg

Völlig ruhig verlief der Tag in der Region Amberg/Schwandorf. Kein einziger witterungsbedingter Einsatz war der dortigen ILS bis zum frühen Abend gemeldet worden. Das war auch schon in der Nacht zum Sonntag so, als heftige Gewitter im nahen Franken für Schäden sorgten. In Nürnberg meldete die Feuerwehr über 100 Einsätze in zwei Stunden. In mehrere Gebäude sowie schlugen laut Deutscher Presseagentur Blitze ein. Deutlich schwerer seien die Schäden auch im Alpenraum, in Thüringen und Brandenburg gewesen. In den Bergen mussten Wanderer per Hubschrauber gerettet werden, umstürzende Bäume zerstörten Autos.

Dass Unwetter hier Schäden anrichten und dort nicht einmal Regen bringen, für Oberpfalz-Medien-Wetterexperten Andy Neumaier ist das nicht ungewöhnlich: „Gewitter sind lokale Ereignisse, nur selten sind es überregionale Fronten von mehreren Hundert Kilometern.“ Dass es an einem Ort wütet und wenige Kilometer weiter kaum Regen fällt, kenne man aus den vergangenen Jahren. „Es liegt in der Natur der Dinge, dass dies nicht vorherzusagen ist“, sagt der Meteorologe. Man könne bestimmen, wann und wo die Zutaten vorhanden sind. „Ob es dann aber in Weiden oder in Schwandorf kracht, kann man nicht prognostizieren.“

Mehr als 35 Liter je Quadratmeter

Und dringend benötigten Regen habe es fast überall gegeben: Am stärksten war bis Sonntagmittag das Gebiet südlich von Oberviechtach mit 35 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden betroffen.

Über 20 Liter auf den Quadratmeter gab es bei Nabburg, aber auch nördlich von Weiden und nordöstlich von Bärnau. Punktuell kamen auch hier bis zu 30 Liter auf den Quadratmeter.

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