München
01.02.2022 - 16:08 Uhr

Piazolo: Schulleiter können Klassen nach Hause in schicken

Die Staatsregierung hat neue Regeln für die Anordnung von Distanzunterricht an Schulen erlassen. Und bei der Impfpflicht für Medizin- und Pflegekräfte geht Bayern womöglich einen eigenen Weg.

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Archivbild: Sven Hoppe/dpa
Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Angesichts der auch an den bayerischen Schulen steigenden Zahl mit Covid-19 infizierter Schülerinnen und Schülern hat die Staatsregierung verbindliche Vorgaben für den Übergang einzelner Klassen in den Distanzunterricht gemacht. Demnach wird eine Klasse künftig für fünf Tagen nach Hause geschickt, wenn mindestens die Hälfte der Schülerinnen und Schüler positiv auf das Virus getestet ist. Quarantänefälle werden dabei nicht eingerechnet. Ein Zurücktesten in den Präsenzunterricht ist nach dem fünften Tag möglich.

In Kitas sollen die Kinder einer Gruppe bereits bei einer Infektionsquote von 20 Prozent nach Hause geschickt werden. Begründet wird dies damit, dass in Kitas keine Maskenpflicht bestehe und sich kleine Kindern nicht impfen lassen könnten.

Schulleiter müssen Abweichen begründen

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sprach mit Blick auf die Schulen von einer "Soll-Bestimmung". Schulleitungen, die Klassen trotz einer Infektionsquote von 50 Prozent im Präsenzunterricht ließen, müssten dies gegenüber der Schulaufsicht genauso begründen wie in Fällen, in denen bereits bei einer niedrigeren Positiv-Quote auf Distanzunterricht umgestellt werde. Die Neuregelung sorge an den Schulen situationsangepasst für Klarheit.

Nach Piazolos Angaben können derzeit drei Prozent der Schülerinnen und Schüler wegen eines positiven Corona-Tests nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, weitere 2,9 Prozent befänden sich bei jeweils leicht steigender Tendenz in Quarantäne.

Gesundheitsamt entscheidet über Quarantäne

Unverändert bleibt dagegen die Vorgabe, dass ausschließlich die Gesundheitsämter über Quarantänefälle entscheiden. Das bedeutet, dass positiv getestete Schülerinnen und Schüler sich automatisch in häusliche Isolation begeben müssen, Kontaktpersonen aber weiter in den Unterricht gehen, bis deren Testergebnis vorliegt oder das Gesundheitsamt eine Quarantäne anordnet. Piazolo sagte, Ausgangspunkt aller Überlegungen sei ein "hohes Schutzniveau" an den Schulen. Man habe dort ein "engmaschiges Sicherheitsnetz gespannt".

Holetschek erwägt eigene Regelung der Impfpflicht

Unterdessen hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nicht ausgeschlossen, bei der ab 16. März greifenden Impfpflicht für Medizin- und Pflegeberufe einen eigenen bayerischen Weg zu gehen oder gar den Vollzug der Regelung vorläufig auszusetzen. Er forderte den zuständigen Bund auf, rasch für übersichtlichere und verständlichere Vollzugsregeln zu sorgen.

"Wir dürfen nicht sehenden Auges in eine Vollzugsproblematik kommen", sagte Holetschek unter Verweis auf die bislang komplexen Vorgaben für die Impfstatusüberprüfung und die Möglichkeiten zur vorübergehenden Weiterbeschäftigung nicht geimpfter Medizin- und Pflegekräfte zur Gewährleistung der Patientenversorgung. Die Lasten der Umsetzung dürften nicht vollständig auf die ohnehin unter enormen Druck stehenden Gesundheitsämter abgeschoben werden.

OnetzPlus
Weiden in der Oberpfalz25.01.2022
OnetzPlus
Regensburg21.01.2022
 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.