03.03.2021 - 11:41 Uhr
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Essen beim Lieblingswirt abholen: So funktioniert es ohne Müll

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Im Lockdown weiter die Spezialitäten des Lieblingswirts genießen, das geht mit Lieferdienst und Abholservice. Leider wächst so auch der Müllberg. Fünf Fragen an Andrea Kramer, Bezirksgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands.

Lokal dicht, Kundschaft erwünscht: Im Corona-Lockdown bieten viele Wirte Speisen zum Anholen an oder liefern nach Hause. Oft kommen dabei allerdings Einwegbehälter zum Einsatz.
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

ONETZ: Wie viele Gastronomiebetriebe nutzen denn die Möglichkeit, im Lockdown Essen zum Mitnehmen anzubieten?

Andrea Kramer: "Ich habe den Eindruck, dass sich nahezu alle unsere Mitgliedsbetriebe Angebote überlegt haben. In größeren Städten bietet fast jeder Wirt etwas an. Auf dem Land ist es oft so, dass zumindest am Wochenende oder zu besonderen Anlässen, wie etwa dem Valentinstag, Essen abgeholt werden kann oder geliefert wird."

ONETZ: Ist es im Corona-Lockdown überhaupt erlaubt, die Speisen in der Gaststätte in mitgebrachte Gefäße füllen zu lassen?

Andrea Kramer: "Grundsätzlich ist das erlaubt, es gelten allerdings besondere Hygienevorschriften. Die mitgebrachten Behälter müssen zunächst einmal sauber und für heiße Flüssigkeiten geeignet sein. Ein direkter Kontakt, zum Beispiel zur Kaffeemaschine, ist zu vermeiden. Die Bereiche, wo der Gast seine Behälter abstellt, müssen markiert sein und regelmäßig gereinigt werden. Viele Wirte benutzen daher Tabletts, auf die der Gast die Gefäße stellt. Er muss diese auch selbst öffnen und wieder schließen."

ONETZ: Wenn das Mitbringen eigener Behälter grundsätzlich möglich ist, wieso ist es dann trotzdem nicht überall möglich?

Andrea Kramer: "Wahrscheinlich sind einige Wirte verunsichert durch die vielen Vorschriften und Verbote. Hinzu kommt, dass sie den Gästen ihre Gerichte natürlich in optimaler Form mit nach Hause geben wollen und so, dass diese auch sicher warm bleiben."

ONETZ: Inzwischen gibt es auch Pfandsysteme für die Gastronomie. Dabei kann man etwa spezielle Behälter bei einem Wirt mitnehmen und anderswo wieder zurückgeben. Wie sieht es in der Region damit aus?

Andrea Kramer: "Mir ist die Nutzung solcher Systeme bislang nur aus München bekannt. Aus der Oberpfalz liegen uns zumindest keine Anfragen dazu vor."

ONETZ: Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass sich solche Pfandsysteme noch nicht überall durchsetzen?

Andrea Kramer: "Solche Angebote sind halt auch mit Kosten verbunden und grundsätzlich nur dann sinnvoll, wenn viele Betriebe mitmachen. Sonst lohnt sich das für die Wirte oft gar nicht. Was viele Gastronomen anbieten ist allerdings schon jetzt, dass sie in Mehrwegbehältern nach Hause liefern und die Gefäße anderntags wieder abholen."

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"Wahrscheinlich sind einige Wirte verunsichert durch die vielen Vorschriften und Verbote."

Andrea Kramer, Bezirksgeschäftsführerin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes in Regensburg

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