Regensburg
21.01.2022 - 14:43 Uhr
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Kommentar zur Impfpflicht in der Pflege: Zu kurz gesprungen

In der Corona-Pandemie stehen Menschen im Gesundheitsbereich an vorderster Front. Jetzt sollen sie wieder für die Gesellschaft den Kopf hin halten. Doch es sind alle in der Pflicht. Ein Kommentar von Alexander Pausch.

Kommentar von Alexander Pausch
In einer Praxis wird eine Impfung vorbereitet. Symbolbild: Lennart Preiss
In einer Praxis wird eine Impfung vorbereitet.

Menschen, die zum Arzt gehen, ins Krankenhaus müssen oder in einem Pflegeheim leben, vertrauen denjenigen, die sie behandeln, pflegen und betreuen, ihr Schicksal an. Daraus erwächst die Verantwortung, diejenigen zu schützen, die sich einem anvertrauen. Teil dieser Verantwortung sind Impfungen, wie etwa gegen Covid-19. Im besten Fall wird so verhindert, dass jemand angesteckt wird. Zumindest aber tragen Impfungen dazu bei, dass man selbst nicht schwer erkrankt und lange Zeit ausfällt.

Diese Verantwortung ist keine Einbahnstraße. Patienten und Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, haben ihrerseits auch eine Verantwortung gegenüber medizinischem Personal, Pflegekräften und anderen, die sich um sie kümmern. Dazu gehört, sich impfen zu lassen.

Die Corona-Pandemie kann nur bewältigt werden, wenn alle mitziehen. Nicht akzeptabel ist, die Verantwortung von sich zu weisen oder nur bei bestimmten Bereichen festzumachen. Weite Teile des medizinischen Personal und der Pflegekräfte im Gesundheitsbereich haben verstanden, worin ihre Verantwortung liegt. Ein Teil der Gesellschaft hat allerdings noch immer nicht erkannt, worin seine Verantwortung liegt. Deshalb ist die einrichtungsbezogene Impfpflicht zu kurz gedacht, es braucht eine allgemeine Impfpflicht.

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