28.04.2019 - 17:42 Uhr
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Smart-Farming-Experte: Alle profitieren von Digitalisierung

Josef Bosch, Landwirt und Farmfacts-Geschäftsführer aus dem Kreis Regensburg, sieht viele Chancen in der Digitalisierung der Landwirtschaft. Es gebe aber auch ein Problem: Das in den Köpfen der Bauern.

Josef Bosch, Experte für Smart-Farming aus dem Kreis Regensburg.
von Julian Trager Kontakt Profil

Josef Bosch beschäftigt sich seit gut 30 Jahren mit der Digitalisierung der Landwirtschaft. Seine Erfahrung und sein Wissen aus dieser Zeit lassen ihn optimistisch in die Zukunft blicken. "Ich sehe vor allem viele Chancen", sagt der 61-Jährige am Telefon. Über das Thema kann Bosch sowohl aus Bauern- als auch aus Unternehmersicht sprechen: Er betreibt einen 93 Hektar großen Ackerbetrieb in Mangolding (Kreis Regensburg), zudem ist er Geschäftsführer bei Farmfacts, einer Softwarefirma für digitale Lösungen und Tochtergesellschaft der Baywa.

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Bosch sieht drei Profiteure der Digitalisierung. Der Landwirt spart Zeit und Kosten, kann Erträge steigern. Auch der Verbraucher gewinne, die gesamte Produktion werde bedarfsgerechter, die Erzeugnisse sehr hochwertig und "minimalst" belastet. Was zum dritten Profiteur führt: "Die Umweltseite." Digitalisierung helfe dem Naturschutz. Boschs Firma, er ist einer von fünf Geschäftsführern, treibt derzeit vor allem die satellitengeschützte, teilflächenspezifische Düngung um. Die sei gerade extrem gefragt bei den Landwirten. "Wegen der neuen Düngeverordnung rennt man damit offene Türen ein", erklärt er. Der Satellit misst, wo auf dem Feld mehr, wo weniger wächst. So könne nun punktgenau gedüngt werden, was das Grundwasser entlaste. Durch die Digitalisierung lasse sich irgendwann alles messen und überprüfen - auch das Tierwohl, hofft der 61-Jährige Experte, der mit seiner Firma deutschlandweit mehr als 30000 Kunden betreut, die zusammen knapp vier Millionen Hektar bewirtschaften."Dann braucht man sich nicht mehr streiten, ob großer oder kleiner Stall", sagt Bosch. Die Daten liefern die Antwort.

Die Digitalisierung dürfe aber kein Selbstzweck sein. Man müsse sich auf das Machbare konzentrieren. "Das was sinnvoll ist, muss man umsetzen", fordert Bosch. Die neue Technologie dürfe nicht als "Teufelszeug" dargestellt werden. Denn, eine der größten Herausforderungen sei immer noch die "Sperre in den Köpfen" vieler Landwirte. "Die müssen ihre althergebrachten Wege über den Haufen werfen, sich drauf einlassen." Die Landwirtschaft braucht die Digitalisierung, meint Bosch. Die Menschen werden ja nicht weniger - und sie alle wollen versorgt werden.

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