Rothenstadt/Weiden in der Oberpfalz
27.12.2018 - 16:18 Uhr

Wolfgang Stöckl: Radlos zurück vom Nordkap

Mit seiner 3000-Kilometer-Radtour ans Nordkap hat es Extremsportler und Paralympics-Medaillen-Gewinner Wolfgang Stöckl bis in überregionale Medien geschafft. Um die Rückreise war es bisher ruhig - dabei war sie fast noch turbulenter.

Eines der letzten Bilder von Wolfgang Stöckl samst Ausrüstung. Wenig nach dieser Aufnahme am Kap gab der Weidener sein Gepäck zum Rücktransport auf. Bild: exb
Eines der letzten Bilder von Wolfgang Stöckl samst Ausrüstung. Wenig nach dieser Aufnahme am Kap gab der Weidener sein Gepäck zum Rücktransport auf.

Von seiner 15-Tage-Tour ans Nordkap ist Wolfgang Stöckl nichts geblieben als die Erinnerung. Am 22. Juli hat der Rothenstädter sein Gepäck im norwegischen Tromsö zur Rückreise aufgegeben - und dann nie wieder gesehen. Neben hochwertiger Sportkleidung fehlen vor anderem Nordkap-Rad und Spezial-Prothese des Sportlers, der als Kleinkind bei einem Unfall den linke Arm verloren hat.

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22 Rechnungen habe er für die Dokumentation des Verlusts zusammengesucht. Der Gesamtschaden belaufe sich auf 15 370 Euro. Allein das Ghost-Fahrrad macht 3000 Euro aus. "Dazu habe ich mindestens 2000 Euro in die Ausstattung investiert", rechnet Stöckl vor. Am schwersten wiegt aber die Prothese, ein Prototyp, der mit Stöckl für die besonderen Anforderungen auf dem Rad gefertigt wurde. Kostenpunkt: über 8000 Euro.

Stöckl hat die vergangenen Monate alles versucht, um die Sachen zurückzubekommen. "Am 31. Juli ist das Paket in Oslo angekommen und hätte weiter nach Stockholm gehen sollen", sagt der inzwischen 52-Jährige. Es kam nie an. Auffällig sei, dass bei der letzten Registrierung von einer geteilten Lieferung die Rede war - obwohl Stöckl alles in einem großen Fahrrad-Karton verpack hat. "Vielleicht ist der Karton beschädigt oder nass geworden, so dass die Taschen herausgefallen sind." Mehr als spekulieren kann Stöckl nicht, denn seinen Vorschlag nochmals anzureisen und bei der Suche im Lager zu helfen, habe das Postunternehmen abgelehnt. "Man hat mir gesagt, dass mehrfach alles abgesucht wurde."

Rothenstadt/Weiden in der Oberpfalz14.07.2018

Die Postfirma rechnet wohl nicht mehr mit der Sendung, jedenfalls hat Stöckl schon eine Entschädigung erhalten: 313 Euro. "Das wird nach Paketgewicht berechnet", erklärt er. Eine Versicherung für den Wert des Pakets hatte der Sportler nicht. "Da war ich etwas blauäugig." Stöckl sagt das völlig unaufgeregt. "Es geht doch nur um Geld", sagt Stöckl. Viel höher wiege für ihn das Glück während der Radtour, bei der er immer bestes Wetter hatte und beinahe ohne Zwischenfälle durchkam. "Ich hätte ja auch verunglücken können", sagt Stöckl über die Tour, die ihn ganz alleine durch teils menschenleeres Gebiet führte. Außerdem lassen ihn Partner und Sponsoren nicht hängen. "Das Rad gehört Ghost, die Firma ist mir beim Kaufpreis sehr entgegenkommen", sagt Stöckl. Auch die Prothese hat ihm die Herstellerfirma inzwischen nachgebaut.

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Und anders als die Versandfirma hat Stöckl seine verschollenen Sachen nicht aufgegeben: "Ich denke positiv und bin noch zuversichtlich, dass alles auftaucht." Er glaube, dass seine Sachen in irgendeiner Ecke des Lager liegen. "Nur gefunden müssen sie noch werden", sagt er. "Bisher habe ich gesagt, dass die Lieferung als Weihnachtspaket ankommt", sagt Stöckl. Auch wenn das nun nicht geklappt hat, anders als die Erinnerungsstücke an seine Tour - den Optimismus hat Wolfgang Stöckl nicht verloren.

 
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