03.03.2021 - 17:51 Uhr
SchnaittenbachDeutschland & Welt

Zeitungspatenschaft sorgt für Freude bei Senioren

Der Corona-Alltag ist gerade für Menschen in Senioren- und Pflegeheimen oft trist. Ein Lichtblick und die Verbindung zur Außenwelt kann eine Zeitungspatenschaft von Oberpfalz-Medien sein.

Im Haus Evergreen in Schnaittenbach treffen sich die Senioren jeden Morgen zu einer Frühstücksrunde. Eine Pflegerin liest dann aus der Zeitung vor.
von Kathrin Moch Kontakt Profil

Die Tageszeitung als Verbindung zur Außenwelt, als ein Stück Normalität: Das bedeuten die bedruckten Seiten für viele Menschen in Senioren- und Pflegeheimen. Oberpfalz-Medien bietet deshalb die Möglichkeit etwas Gutes zu tun: Zeitungspate zu werden und die Kosten (19,90 Euro) für vier Wochen gedruckte Zeitung in einer Einrichtung zu übernehmen. Einige Leser haben das bereits getan.

Hermine Knauer gehört dazu. Die Ambergerin hat im vergangenen Jahr mehrmals eine Zeitung an das Evergreen Haus, ein Seniorenheim in Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach), gespendet. "Man kann ja überall spenden, aber hier weiß ich, dass es dem Haus zu Gute kommt und in der Region bleibt." Über die Zeitung hat Hermine Knauer von der Möglichkeit erfahren. Sie selbst hat die E-Paper-Version und eine gedruckte Zeitung abonniert, die sie sich mit ihrer 91-jährigen Mutter teilt. "Die älteren Leute wollen gerne ihre Zeitung in Papierform, viele sind es gewohnt, sie in der Früh zu lesen und warten darauf." In Seniorenheimen sei so ein "Kommunikationsmittel nach außen" besonders wichtig. "Gerade in der jetzigen Zeit", meint die Ambergerin. Auch Menschen, die an Demenz leiden, könnten zum Beispiel die Bilder anschauen. Viele würden auch Bekannte darin entdecken und hätten so Freude an der Zeitung.

Lesen in der Frühstücksrunde

Dass sich die Bewohner im Haus Evergreen in Schnaittenbach sehr über die gespendeten Zeitungen freuen, bestätigt Stephanie Lang, Leitung des Sozialdienstes. "Wir haben eine Frühstücksrunde, in der aus der Zeitung vorgelesen wird, auch für die Bewohner, die nicht mehr selbst lesen können. Es ziehen sich aber auch Bewohner mit der Zeitung auf ihr Zimmer zurück." Untereinander werde dann häufig die Zeitung geteilt - außerhalb der Coronazeit auch getauscht - denn der eine Bewohner interessierte sich mehr für Sport, der andere für Weltgeschehen. "Wir sind dankbar über die Spendenzeitungen, so können mehrere Bewohner gleichzeitig die Zeitung lesen." Für viele Bewohner sei das Zeitung lesen auch zu Hause ein fester Bestandteil des Alltags gewesen, den sie auch bei ihrem Heimaufenthalt gerne fortsetzen.

Auch Brigitte Kamara aus Nabburg hat eine Zeitung gespendet. Als ihre Mutter im St. Johannis Altenheim in Pfreimd untergebracht war, wollte sie die Einrichtung dort unterstützen: "Die Pflege hat mir dort gut gefallen. Von der Aktion habe ich aus der Zeitung erfahren." Dass auch ältere Menschen die Zeitung lesen können, findet Brigitte Kamara in der jetzigen Coronazeit besonders wichtig.

Im Urlaub die Zeitung spenden

Die Zeitungsspender können sich eine Einrichtung, die sie mit dem Patenschaftsabo begünstigen wollen, aussuchen oder die Wahl der Einrichtung Oberpfalz-Medien überlassen. Wer nicht extra ein 4-Wochen-Patenschaftsabo abschließen möchte, kann seine eigene Zeitung auch für einen Zeitraum, zum Beispiel während des Urlaubs, einer sozialen Einrichtung spenden. Immer wieder erhalten Senioren- und Pflegeheime dann so eine Spendenzeitung. Auch beim Hospiz St. Felix in Neustadt an der Waldnaab ist das der Fall. Für die Bewohner sei das eine willkommene Ablenkung, wie die Leitung des stationären Hospiz', Susanne Wagner, erklärt: "Bei uns leben meist schwerkranke Menschen, die 24 Stunden in der Einrichtung verbringen, da ist jede Ablenkung willkommen."

Im Hospiz liest zum Beispiel Herr Müller, der seit drei Wochen in der Einrichtung ist und lieber nur seinen Nachnamen verrät, sehr gerne die Zeitung. Denn auch zu Hause bezieht der 66-Jährige seit über 30 Jahren den Neuen Tag. Für ihn ist "ein Frühstück ohne Zeitung kein Frühstück", weshalb er sich auch gerne zwei Stunden Zeit zum Durchblättern nimmt. Besonders gefällt ihm der Lokalteil, der ihn auf dem Laufenden hält, was in der Region gerade so los ist. In der aktuellen Zeit sind ihm auch die Informationen zu Corona wichtig, große Freude bereitet ihm außerdem der Sportteil.

Susanne Wagner möchte sich bei allen Spendern bedanken: "Die Zeitung ist ein Anknüpfungspunkt für Zwischenmenschliches, aus dem sich oft Gespräche entwickeln. Das ist in der Zeit der Isolation besonders wichtig." Die Leiterin des stationären Hospiz bedauert allerdings, dass der Anteil der Spendenzeitungen in den vergangenen Monaten gesunken ist. "Die Zeitung kam einfach immer unregelmäßiger." Rund 3000 Zeitungen wurden im Jahr 2020 gespendet. Dabei war der Anteil tatsächlich leicht rückläufig. Werner Striegl von Oberpfalz-Medien erklärt: "Es ist natürlich so, dass durch die Coronapandemie weniger Menschen in den Urlaub fahren und dadurch weniger Zeitungen gespendet werden." Um den Menschen in Senioren- und Pflegeheimen trotzdem etwas Gutes zu tun, gibt es deshalb die Möglichkeit der Zeitungspatenschaft.

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Zeitungspate werden: So geht's

Unterstützen Sie als Zeitungspate ein Alten- oder Pflegeheim. Die Bewohner von Alten- und Pflegeeinrichtungen sind durch die derzeitigen Corona-Beschränkungen besonders betroffen. Wir wollen gemeinsam helfen, dass Heimbewohner wieder mehr am Geschehen teilnehmen können. Werden Sie jetzt zum Zeitungspaten! Für nur 19,90 Euro liefern wir vier Wochen lang das Patenschaftsabo an ein Altenheim Ihrer Wahl. Mehr Infos erhalten Sie unter www.onetz.de/patenschaft oder unter der Telefonnummer 0961/85501.

 

 

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