Ich werde trotz der momentanen Enttäuschung nicht aufgeben und mich auch weiterhin dafür einsetzen, dass unsere stolze Partei in der Bevölkerung wieder den Stellenwert erreicht, den sie verdient", schreibt ein desillusionierter Peter Wein. Dabei strahlte der 30-jährige Schwandorfer SPD-Direktkandidat im Wahlkampf noch mit dem Grünen Erfolgsduo Schulze und Hartmann um die Wette.
Der eloquente Diplom-Finanzwirt hat Charme, Kompetenz, Berufserfahrung, die Vision einer gerechteren Zukunft - und dennoch wird der Nachfolger von Urgestein Franz Schindler sogar vom schlichten AfD-Kandidaten Reinhard Mixl übertroffen. Anders formuliert: Die AfD hätte auch einen Staubsauger nominieren können. Der Zeitgeist, er ist nicht sozialdemokratisch. Insofern wird sich die bayerische SPD keinen Gefallen tun, erneut das Personal zu wechseln. Natascha Kohnen und Markus Rinderspacher sind brave Vertreter ihrer Zunft, deren Programm fast wörtlich aus der Prioritätenliste der Bürger entliehen scheint: "Wohnen muss bezahlbar sein, Familien finanziell stärken, Gute Arbeit: Fairness und Chancen auf dem Arbeitsmarkt, Gesundheit und Pflege: Verlässlich und überall".
Was die SPD seit langem und nun auch die CSU erfahren: Der Wähler 2.0 zielt auf den ganz persönlichen Nutzen - am besten hier und sofort. Kompromisse, die Volksparteien in quälend langen Diskussionsprozessen hervorbringen, sind ihm zu dröge. Je mehr aber das Parteiensystem zersplittert, umso schwieriger wird sich die Suche nach einem Konsens gestalten - neue Nahrung für Politikverdrossenheit, ein Teufelskreis.













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