Kommentar: Die Oberpfälzer Chefs wissen noch, wo der Hammer ... liegt

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Die Krise dreht auch die Wirtschaft in großen Teilen auf links. Viele Firmen reagieren mit Entlassungen. In der Oberpfalz ist das anders. Auch, weil die Chefs hier andere Typen sind, meint unser Redakteur Josef Maier.

Maßarbeit: das Handwerk läuft auch in Coronazeiten einigermaßen gut. Dabei hilft auch die Kurzarbeit.
von Josef Maier Kontakt Profil
Kommentar

Bloß nicht dahin! Vor Jahren noch war es fast eine Strafe, in die Oberpfalz gehen zu müssen, um eine Arbeit zu finden. Jetzt ist die Region schon fast das gelobte Land in Sachen Arbeitsplätze und Arbeitsplatzsicherheit. Hochinnovative Unternehmen, prosperierende Mittelständler, gab es hier schon immer. Die Oberpfalz, das sind aber vor allem auch viele kleine bis kleinste Handwerksbetriebe, die jeder Menge Leute Lohn und Brot geben.

Diese Chefs können sich im Gegenzug auf motivierte Arbeiter verlassen. Hinlangen, anpacken, werkeln, nicht viel diskutieren und reden, die Leute hier haben das implementiert. Das zeigt sich beispielsweise auch daran, was zwischen Donau und Steinwald, was zwischen Sulzbacher Land und tschechischer Grenze für das Gemeinwesen in unzähligen, unentgeltlichen Arbeitsstunden baulich geleistet wird.

Solche Leute, die sich immer zu helfen wissen, will kein Chef missen. Dass in der Coronakrise in vielen Unternehmen Kurzarbeit angemeldet werden musste, war logisch. Aber die Firmen wollen ihre hochmotivierten Mitarbeiter unter allen Umständen halten. Deswegen ist auch bei der Arbeitslosenquote, einst Sorgenkind und mit die höchste in Bayern, kein größerer Anstieg zu erwarten.

Dass dem so ist, dafür gibt es noch einen Grund: Viele Firmenchefs hier wissen noch ganz genau, was in ihren Betrieben produziert wird, wie Prozesse ablaufen und machen sich auch selbst die Hände schmutzig. Hier sind kaum Theoretiker am Werk. In der Oberpfalz wissen die Chefs noch, wo der Hammer in der Werkstatt ... liegt. Oder auf welches Knöpfchen sie drücken müssen, damit die Software wieder läuft.

Ein Firmenchef aus Weiden über sein Handeln in der Coronakrise

Weiden in der Oberpfalz

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.