MTK-Chef aus Weiden: "Ich will euch alle wieder voll beschäftigen"

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Es gibt wohl keinen Unternehmer, der in Coronazeiten keine Sorgen und Nöte hat. Stefan Windschiegl, Chef der MTK in Weiden, steuert sein Unternehmen auch mit dem Instrument Kurzarbeit durch die Krise. Entlassungen sind nicht angedacht.

Lagebesprechung bei MTK Sondermaschinenbau in Weiden: Geschäftsführer Hermann Gradl (links), Inhaber Stefan Windschiegl (Zweiter von links) und Juniorchef Johannes Windschiegl (rechts). Ohne Kurzarbeit würde es bei der Weidener Firma nicht gehen.
von Josef Maier Kontakt Profil

Mit Vollgas kennt er sich aus: Mit seinen Tourenwagen fährt Stefan Windschiegl auch Rennen. Vollgas war auch lange Zeit bei seinem Unternehmen angesagt. Im Jahr 2005 hat der 56-Jährige das Unternehmen MTK in Weiden gekauft. Dort werden unter anderem spezielle Maschinen für die Logistik, Fördertechnik und Verpackungsindustrie gefertigt, auch Dreh- und Fräßarbeiten ausgeführt. 35 Mitarbeiter gehören zur Belegschaft.

Ein Drittel in Kurzarbeit

"Wir haben in den ersten drei Monaten des Jahres eigentlich noch Vollbeschäftigung gefahren", erzählt der Maschinenbaumeister. Da war das Coronavirus schon unterwegs. Danach habe man mit dem Abbau von Jahresurlaub Auftragsschwankungen überbrückt. Im Mai waren auch die freien Tage weg. "Seitdem ist etwa ein Drittel der Belegschaft in Kurzarbeit", sagt der Windischeschenbacher. Etwa zu 80 Prozent arbeiten diese Leute kurz. "Wir sind aber ein Unternehmen, das flexibel reagieren muss", erklärt der Chef weiter. Deswegen sind auch die Mitarbeiter flexibel, wenn sie kurzfristig wieder zur Arbeit kommen sollen.

Corona sorgte dafür, dass auch Motorsport-Liebhaber Windschiegl ein paar Gänge herunterschalten musste. Aber er bleibt auf Kurs und ist immer offen. "Ich habe den Leuten klipp und klar gesagt, wie die Situation ist." Der Chef schilderte ihnen die wirtschaftliche Lage, versprach aber auch: "Ich will euch alle wieder voll beschäftigen." Natürlich schätzt er die Erfahrung seiner Beschäftigten, die Fluktuation beim Personal ist gering. Auch auf die persönlichen Belange der Mitarbeiter nehme man in der Kurzarbeit, so gut es gehe Rücksicht, sagt er.

Die Angst, dass er bei Entlassungen später keine Fachkräfte mehr bekommen würde, sieht Windschiegl nicht als Grund für die Inanspruchnahme der Kurzarbeit: "Ich glaube, nach der Krise wird es keinen Fachkräftemangel mehr geben." Der Chef ist einfach mit den Leuten zufrieden.

Dünne Auftragsbücher

Für Nostalgie ist dennoch kein Platz. Windschiegl hofft, dass die Auftragsbücher nicht mehr allzu lange dünn bleiben. An die Zukunft der Firma glaubt er auf jeden Fall: "Wir haben zuletzt erst eine große Investition getätigt." Das Instrument Kurzarbeit sieht er als ganz wichtigen Faktor in der Coronakrise: "Es hilft uns und den Mitarbeitern. Ansonsten müssten wir jetzt schon langsam anfangen, Kündigungen auszusprechen." Das will er auf jeden Fall vermeiden. Er will lieber wieder Gas geben.

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