Eine Überraschung sieht anders aus: Die Bundestagsabgeordneten aus der Oberpfalz haben allesamt auf "AKK" als neue CDU-Vorsitzender gesetzt. Wenn es aber um die Zukunft mit Annegret Kramp-Karrenbauer geht, gehen die Meinungen auseinander. Albert Rupprecht und Karl Holmeier geben am Freitagabend nicht nur übereinstimmend an, dass sie auf "AKK" getippt haben. Die CSU-Abgeordneten sind auch einig, in ihrem Lob für den "beispielhaften innerparteilichen Wahlkampf" in der CDU. Und natürlich sei die neue Vorsitzende dem Amt gewachsen. "Ich kenne sie aus den Koalitionsverhandlungen", sagt Rupprecht. Der Weidener Abgeordnete vertrat die CSU beim Thema Bildung, "AKK" die CDU. "Ich habe sie als Person erlebt, die zuhören kann, es auf den Punkt trifft und zu ihrer Meinung steht." Und sie sei mehr als ein Merkel-Ziehkind. "Sie hat gezeigt, dass sie eigene Akzente setzt, etwa in der Flüchtlingsfrage."
Holmeier lobt die neue Vorsitzende, er hätte aber auch Friedrich Merz gut leben können. "Ich glaube, dass vielen der Schritt von Merkel zu Merz zu groß war." Letztlich entscheidend seien die Parteitagsreden gewesen. Für Holmeier war "AKK" hier besser. "Die 17 oder 18 entscheidenden Stimmen hat sie in Hamburg gewonnen."
Für Rupprecht ist Kramp-Karrenbauer nun auch Kanzler-Anwärterin - in drei Jahren. Es gebe keinen Grund für vorzeitigen Wechsel. Allerdings spiele Koalitionspartner SPD hier eine Rolle. Der Chamer/Schwandorfer Abgeordnete Holmeier sieht das ähnlich. "Der Koalitionsausschuss besteht bald aus Söder, Nahles und Kramp-Karrenbauer. Keiner ist in der Regierung, das gibt Abstimmungsbedarf." Zur Europawahl sei Stabilität in Deutschland besonders wichtig. Trump und Putin setzen Europa unter Druck, deutsche Stabilität muss auch Europa stabil halten.
Wenn Marianne Schieder die vielen "R" im Namen "Annegret Kramp-Karrenbauer" rollt, möchte man fürs Radio arbeiten. Die SPD-Abgeordnete hätte "alles gewettet", dass Kramp-Karrenbauer gewinnt. Und sie ist froh darum: "Für die SPD wäre Merz vielleicht leichter gewesen. Für das Land besser ist Kramp-Karrenbauer." Es müsse "soziale Vernunft eine Rolle spielen, nicht nur Wirtschaftsinteresse". Schieder kennt die neue CDU-Chefin aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Kirche diskutieren dort ethische Fragen zu Forschung, Wahl, Medien. Kramp-Karrenbauer hinterließ den Eindruck einer "Arbeiterin", die schon geraume Zeit als Generalsekretärin ackere, "ohne sich groß in Szene zu setzen". Für Schieder ist wichtig, dass die Koalition fortgeführt werden kann.
SPD-Abgeordneter Uli Grötsch war beim Christbaum kaufen, als die CDU in die Stichwahl ging. Das Ergebnis kommentierte er prompt per Twitter: "Das war extrem knapp! Viel zu tun für die neue Vorsitzende der CDU. Glückwunsch!" Die beiden Lager zusammenzuführen, sei eine "Herkulesaufgabe". Kramp-Karrenbauer stehe für ein "Weiter so" in der CDU. Das knappe Ergebnis zeige, dass der Wunsch nach einer konservativen Wende groß gewesen wäre.













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