Sinkende Inzidenz erlaubt Lockerung in Weiden, CDU-Chef Laschet wirbt für bundesweiten Lockdown

Zarte Hoffnungsschimmer in Weiden, unsichere Zahlen aus dem Großteil Deutschlands. Am Osterwochenende gab es wegen der dritten Corona-Welle Forderungen nach einem bundesweiten Lockdown.

Wegen der Corona-Pandemie noch immer ein Traum, trotz erster Lockerungen: An einem lauen Abend am Unteren Markt in Weiden.sitzen.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Während in der Stadt Weiden seit Ostermontag wegen eines Rückgangs der Sieben-Tage-Inzidenz unter den Wert von 100 etliche Lockerungen greifen, liegt die Oberpfalz mit einer Inzidenz von 170 noch immer über den Landesdurchschnitt von 133. Bundesweit betrug die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche, laut Robert-Koch-Institut (RKI) 128.

Offen ist, ob die Lockerungen in Weiden Bestand haben. Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge unter 100 geblieben war, kam sie am Ostermontag mit 98 dem Grenzwert schon wieder gefährlich nahe. Überschreitet sie ihn, wäre alles vorbei. Derzeit dürfen sich in Weiden unter anderem zwei Haushalte treffen, allerdings höchstens fünf Personen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht. Zudem entfällt die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Geschäfte dürfen für einzelne Kunden nach vorheriger Terminbuchung öffnen, zum "Click und Meet". Weiter auf Lockerungen hofft der Kreis Neustadt/WN. Dort lag die Inzidenz bei 133. Das Landratsamt ist gerüstet, sollte die Grenze von 100 unterschritten werden. Weit entfernt davon sind Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Schwandorf.

Wie belastend die Situation gerade für Familien und Kinder ist, zeigt eine Elterninitiative im Kreis Tirschenreuth (Inzidenz von 148). In Plößberg und Beidl schrieben Elternbeiräte an den Landrat mit der Bitte, nach Wegen zu suchen, unter Beachtung des Schutzes von Kindern und Lehrern Kindertagesstätten und Grundschulen zu öffnen. Sie verweisen auf den seit vier Monaten dauernden Lockdown, der alle extrem belaste.

Herrmann: Gutes Wochenende

Aus Sicht des bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verlief das Osterwochenende gut. "Die Corona-Regeln wurden am langen Osterwochenende vorbildlich eingehalten." Die Allermeisten hätten "den Ernst der Lage erkannt und trotz des schönen Osterwetters die Corona-Schutzmaßnahmen beachtet." Laut Herrmann gab es lediglich vereinzelte Vorfälle in der Party- und Eventszene, sowie größere Ansammlungen an öffentlichen Plätzen. "Bei den meisten der festgestellten Verstöße wurde gegen die Kontaktbeschränkungen oder gegen die geltende nächtliche Ausgangssperre verstoßen."

Ob das Osterwochenende dazu beiträgt, die Ansteckungszahlen zu senken, lässt sich aus Sicht des RKI noch nicht sagen. Laut dem Institut werden rund um die Osterfeiertage vielerorts meist weniger Tests gemacht und gemeldet. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter und Landesbehörden an allen Tagen an das RKI übermitteln.

Es sind immer noch viel zu viele Menschen in Bewegung zum Arbeitsplatz.

Armin Laschet, CDU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Armin Laschet, CDU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen

Kommentar zum Impfen

Deutschland & Welt

4000 Covid-19-Intensivpatienten

Die Zahl der Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung überschritt über Ostern erstmals seit zwei Monaten wieder die Marke von 4000. Am Montag lagen 4144 Corona-Kranke auf der Intensivstation, schrieb die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Das sind über 500 mehr als vor einer Woche. Anfang Januar hatte die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten einen Höhepunkt mit mehr als 5500 Fällen erreicht. Das DIVI befürchtet, dass diese Zahl in wenigen Wochen übertroffen wird, und fordert deshalb einen Lockdown.

Dies griff der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) auf. Er schlägt einen "Brücken-Lockdown" vor. "Die Lage ist ernst, wir treten in die wohl schwierigste Phase ein." Der CDU-Chef will die Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin nicht erst am 12. April, sondern diese Woche abhalten. (mit dpa)

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Weiden in der Oberpfalz
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