23.03.2021 - 11:30 Uhr
MünchenDeutschland & Welt

Zusätzliche Impfdosen für Grenzlandkreise nicht nach Bevölkerungszahl

Mit zusätzlichen Impfdosen soll die Corona-Ausbreitung in den bayerischen Hotspots an der Grenze gebremst werden. Dabei wurde die Bevölkerungszahl nicht berücksichtigt. Und es stehen Lieferungen aus.

Die Impfdosen liegen in den Impfzentren Amberg und Sulzbach-Rosenberg zur Verimpfung bereit..
von Jürgen UmlauftProfil

An die bayerischen Grenzlandkreise mit hohen Inzidenzwerten ist inzwischen knapp die Hälfte der versprochenen rund 150.000 zusätzlichen Impfdosen ausgeliefert worden. Das teilte das Gesundheitsministerium dem FDP-Abgeordneten Alexander Muthmann auf Anfrage mit. Demnach sind in der Oberpfalz bis einschließlich 16. März 21.190 zusätzliche Impfdosen angekommen. Diese wurden allerdings pauschal und nicht nach Bevölkerungszahl gestaffelt an die Landkreise und kreisfreien Städte geliefert. Nach der Aufstellung des Ministeriums gingen an die Landkreise Tirschenreuth, Neustadt/WN, Amberg-Sulzbach, Schwandorf und Cham sowie die Stadt Weiden je 3170 ergänzende Dosen, an die Stadt Amberg 2170. Geliefert wurden die Vakzine der Hersteller Biontech und Astrazeneca.

Skutella: Verteilung nach Gutsherrenart

Der Weidener FDP-Abgeordnete Christoph Skutella kritisierte die "Verteilung nach Gutsherrenart" ohne Rücksicht auf die jeweilige Bevölkerungszahl oder die Höhe des Inzidenzwertes. Auch gebe es keine Vorgaben bezüglich der Priorisierung bei der Impfstoffabgabe. So hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, die zusätzlichen Dosen sollten unter anderem bevorzugt an Berufspendler abgegeben werden, um ein Weitertragen der britischen Corona-Mutante in andere Landesteile zu unterbinden. "Es gibt keinen Plan, kein sachliches Kriterium", klagte Skutella. Er hielt es für erforderlich, bei der Abgabe der zusätzlichen Dosen von der vorgegebenen Impfreihenfolge abzuweichen, um zum Beispiel die Mitarbeiter von Produktionsbetrieben zu immunisieren. "Das Gießkannenprinzip hilft den Menschen in den besonders betroffenen Regionen nicht weiter", urteilte Skutella.

Lieferung des Bundes demnächst

Auf Nachfrage erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums, dass die Lieferung der restlichen Zusatzimpfdosen in die Grenzregionen durch den Bund "demnächst" erwartet werde. Zur Priorisierung hieß, dass die Impfzentren vor Ort von der vorgegebenen Impfreihenfolge abweichen könnten, um eine dynamische Ausbreitung des Coronavirus aus hochbelasteten Grenzregionen sowie in oder aus Hochinzidenzgebieten in Deutschland zu verhindern. Die Zuteilung der zusätzlichen Impfdosen erfolge daher zweckgebunden unabhängig von der Einwohnerzahl der Land- und Stadtkreise.

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