09.12.2020 - 15:43 Uhr
AmbergOberpfalz

Auf der A6 von Auto erfasst: Polizist erliegt Verletzungen

Am Tag nach einem schweren Unfall auf der A6 ist ein Polizist verstorben, der zweite schwebt in Lebensgefahr. Ein Auto hatte die Beamten während eines Einsatzes erfasst. Für Kollegen und Rettungskräfte ein tragisches Ereignis.

von Andreas Royer Kontakt Profil

Ein Unfall mit zwei Lastwagen und einem Auto auf der A6 sah für die beiden Verkehrspolizisten, die am Dienstag gegen 16.30 Uhr ausgerückt waren, zunächst nach einem Alltagsgeschehen aus. Doch es sollte anders kommen: im Laufe des fast zwei Stunden andauernden Einsatzes wurde die Streifenbesatzung, die zu Fuß auf der Fahrbahn unterwegs war, lebensgefährlich verletzt. Ein Polizeibeamter erlag am Mittwoch seinen Verletzungen.

Video zum Unfall auf auf der A6

 

Bei der Leitstelle seien am Dienstag gegen 18.30 Uhr mehrere Mitteilungen zu einem Folgeunfall aufgelaufen, sagte Hauptkommissar Florian Beck, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz. Er war mit weiteren Kollegen aus Regensburg noch am Abend zur Unfallstelle geeilt.

Kriseninterventionsteam betreut Kollegen

Nach bisherigen Erkenntnissen kam ein 34-jähriger Autofahrer mit seinem Opel Astra ausgerechnet auf Höhe der Unfallstelle kurz nach der Auffahrt Amberg-Ost in Fahrtrichtung Nürnberg ins Schleudern. Angeblich musste er unvermittelt einem Lastwagen ausweichen. Nachdem er die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte, erfasste er den 33-jährigen Polizeibeamten und seinen 50-jährigen Kollegen. Beide Beamte zogen sich schwerste Verletzungen zu. Sie kamen mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus. "Die beiden Streifenpartner befinden sich weiterhin in Lebensgefahr", sagte Polizeisprecherin Franziska Meinl am Mittwochmittag auf Nachfrage. Am Abend meldet Franziska Meinl: "Ein Beamter erlag im Krankenhaus nun seinen Verletzungen. "

Der Bericht über den Unfall von Dienstagabend

Amberg

Dies mache natürlich auch alle Kollegen und Einsatzkräfte, die ja oft gemeinsam zu ähnlichen Situationen gerufen werden, besonders betroffen, merkte Florian Beck noch am Dienstagabend an. Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Regensburg übernahmen deshalb den Dienst ihrer Amberger Kollegen an der Unfallstelle. Vertreter der Polizeiseelsorge sowie des Kriseninterventionsteams waren noch in der Nacht zur Betreuung der beteiligten Kollegen, Angehörigen und auch des 34 Jahre alten Opelfahrers verständigt worden.

Wie die Feuerwehr Ebermannsdorf auf Facebook meldet, trafen ihre Aktiven am Dienstag als erste an der Unfallstelle ein, wo sie die Erst- und Mitversorgung der verletzten Beamten übernahmen. Nach dem Abtransport der Unfallopfer ins Krankenhaus, löste die Feuerwehr Haselmühl ihre Kollegen ab. Nach dem Einsatz folgte für die Kräfte aus Ebermannsdorf noch ein Gespräch mit der Notfallseelsorge, um die Ereignisse besser verarbeiten zu können.

Polizei sucht Zeugen

Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass an der Unfallstelle neben den Rettungsdiensten auch die Wehren aus Amberg, Schmidgaden und Rieden sowie das Technische Hilfswerk und ein Rettungshubschrauber im Einsatz waren. Sie sorgten für Ausleuchtung und Absicherung, richteten eine Umleitung ein und kümmerten sich um ausgelaufene Betriebsstoffe. Die Staatsanwaltschaft Amberg ist in die Ermittlungen des Unfalls eingeschaltet, ein Vertreter befand sich vor Ort. Unter anderem wurde ein Gutachten angefordert. Der materielle Schaden wird auf etwa 16.000 Euro beziffert.

Wie Polizeisprecherin Franziska Meinl ergänzt, sucht die Polizei Zeugen, die gegen 18.30 Uhr auf der A6, Fahrtrichtung Nürnberg, nahe der Anschlussstelle Amberg-Ost, Wahrnehmungen gemacht haben, die mit dem Unfall in Bezug stehen könnten. Jegliche Hinweise, beispielsweise auch, ob anfahrende Lastwagen am Unfallort bemerkt wurden, sind für die Polizei wichtig. Alle Angaben werden unter 0941/506-2921 entgegengenommen.

Die Umleitung sorgte am Abend für Stau in Amberg. Die Regensburger Straße war noch gegen 23 Uhr so verstopft, dass viele Autofahrer kurzerhand wendeten und sich andere Ausweichrouten durch die Stadt suchten. Für die Lastwagenfahrer war das natürlich nicht möglich, sie warteten, bis der Weg über den Altstadtring und die Bundesstraße 299 nach Ursensollen nach und nach wieder frei wurde.

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