Update 11.03.2021 - 20:47 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg-Sulzbach: Kandidatenkür der CSU wird noch spannender

Barbara Gerl, Birgit Barth, Andreas Otterbein oder Florentin Siegert? Wie soll der Direktkandidat für die Bundestagswahl heißen? Alle vier Bewerber haben sich am Mittwoch dem Kreisvorstand der Amberg-Sulzbacher CSU vorgestellt.

Die Geschäftsstelle des CSU-Kreisverbandes Amberg-Sulzbach an der Bayreuther Straße 6 in Sulzbach-Rosenberg. Hier können die stimmberechtigten Mitglieder bis Freitag, 19. März, mitteilen, wer für sie der ideale Kandidat ist.

Der Tag der Entscheidung war genau genommen bereits gekommen. Am Mittwoch, 10. März, wollte sich der Kreisvorstand der Christsozialen im Landkreis Amberg-Sulzbach auf einen Direktkandidaten oder eine Direktkandidatin für die am Sonntag, 26. September, stattfindende Bundestagswahl verständigen. Doch eine Präsenzveranstaltung inklusive Abstimmung war wegen der Corona-Pandemie nicht möglich. Also schlug Kreisvorsitzender Harald Schwartz ein Online-Treffen vor, an dessen Ende eine Empfehlung stehen sollte. Die gab es am Mittwochabend so aber nicht, wie Schwartz am Donnerstagvormittag auf Nachfrage bestätigte: "Alle Vier haben sich vorgestellt. Es war mehr ein Meinungsbild, das da entstanden ist." Knapp 90 Minuten dauerte die virtuelle Konferenz mit den 82 Teilnehmern aus allen Landkreiskommunen und Ortsverbänden. Barbara Gerl (Freudenberg), Birgit Barth (Auerbach), Andreas Otterbein (Kastl) und Florentin Siegert (Hirschau) seien sehr gut vorbereitet gewesen: "Die haben sich richtig ins Zeug gelegt." Seitenhiebe oder Attacken habe es nicht gegeben. Eher das Gegenteil sei der Fall gewesen: "Die Kandidaten haben sich gegenseitig gelobt."

Da eine Entscheidung per Handzeichen angesichts von 82 Online-Teilnehmern schwierig gewesen wäre, sollen sich nun alle Stimmberechtigten bis Freitag, 19. März, bei der Geschäftsstelle der Kreis-CSU melden und ihren Favoriten benennen. "Dann hoffen wir, dass wir ein Stimmungsbild haben. Am Schluss brauche ich einen oder eine, hinter dem oder hinter der alle stehen", sagte Harald Schwartz, der das Ergebnis am Samstag, 20. März, öffentlich machen will. Er selbst will sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht dazu äußern, wen er als Kreis-Chef am liebsten als Direktkandidat oder -kandidatin hätte: "Ich bin froh, dass wir vier Leute haben. Das war nicht immer so." Weiterhin bedeckt hält sich der Kreisverband Amberg. "Frühestens Ende März" seien Namen zu erfahren, sagte Vorsitzende Michaela Frauendorfer am Donnerstag und ergänzte: "Es wäre natürlich schon gut, wenn wir uns mit dem Landkreis abstimmen würden." Das erfordere schon allein das Mehrheitsverhältnis im Wahlkreis. In der Nominierungsversammlung kommen 83 Delegierte aus Neumarkt, 59 aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach und 18 aus Amberg.

Kommentar:

Viel spricht für Barbara Gerl

Alle vier Jahre dasselbe Spiel: Stadt, Land oder Neumarkt? Wenn es um den CSU-Direktkandidaten aus dem Bundeswahlkreis 232 geht, müssen sich drei Kreisverbände auf einen gemeinsamen Bewerber verständigen. Selbst wenn die Amberger und Amberg-Sulzbacher zu 100 Prozent geschlossen auftreten, vereinen sie bei der Nominierungsversammlung lediglich 77 Stimmen auf sich, Neumarkt verfügt dagegen über 83 Delegierte und ist damit im Vorteil. An dieser Stelle kommt Barbara Gerl ins Spiel. Als einzige der vier Bewerberinnen und Bewerber verfügt sie über eine Strahlkraft nach Amberg und Neumarkt. Als die Ambergerin Barbara Lanzinger im Bundestag saß, war Gerl ihre engste Mitarbeitern. Mit Bundespolitik ist sie also vertraut. Zudem ist die 43-Jährige Bezirksvorsitzende der Frauen-Union und damit mit Kolleginnen aus der Neumarkter Region in Kontakt. Um nicht missverstanden zu werden: Nichts spricht gegen Birgit Barth aus Auerbach, Florentin Siegert aus Hirschau und Andreas Otterbein aus Kastl. Aber viel für Barbara Gerl aus Freudenberg. An dieser Einschätzung wird der Amberger Kreisverband schlecht vorbeikommen, wenn er sich auf einen Kandidaten festlegt. Oder auf eine Kandidatin.

Thomas Kosarew

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