25.02.2021 - 13:08 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberg-Sulzbacher Ärzte rufen zur Impfung auf

Tatsächliche oder vermeintliche Nebenwirkungen von Corona-Impfstoffen haben zu Vorbehalten gegen die Corona-Schutzimpfung geführt. Der Ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach macht dagegen Front.

Der von der Universität Oxford und dem Pharmaunternehmen Astrazeneca entwickelte Corona-Impfstoff ist nach vorläufigen Studien zu 70 Prozent effektiv.
von Markus Müller Kontakt Profil

In einem von Dr. Roland Brey, dem Pressereferenten des Ärztlichen Kreisverbandes Amberg-Sulzbach, verschickten Schreiben mit Erläuterungen zu den Impfstoffen heißt es: „Vorbehalte oder Zweifel, die sich aus verschiedenen Berichten über Wirkung und Nebenwirkungen ergeben haben, sollten nicht dazu führen, dass die hoffentlich jetzt immer besseren Impfangebote nicht angenommen werden.“ Alle derzeit in Deutschland verfügbaren Impfstoffe von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna seien sorgfältig geprüft worden. Sie gälten als geeignet zum Individualschutz und zur Bekämpfung der Pandemie. Und: „Sie helfen, schwere Krankheitsverläufe und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.“

Zudem unterstützt der Ärztliche Kreisverband Amberg-Sulzbach eine gemeinsame Erklärung Ärztlicher Verbände und Organisationen, die betont, alle zugelassenen Impfstoffe seien wirksam und sollten deshalb genutzt werden.

Gut gegen schwere Verläufe

Laut diesem Text dient die Priorisierung dem Ziel, „möglichst rasch diejenigen vor schwerer Covid-19-Erkrankung zu schützen, die aufgrund ihres Alters oder ihrer beruflichen Tätigkeit in der Altenpflege und in Krankenhäusern besonders gefährdet sind“. Die Ärzte-Organisationen unterstützen diese Strategie, „weil dadurch die hohe Anzahl schwerer Krankheitsverläufe und Sterbefälle schneller gesenkt werden kann“.

In der aktuellen Mangelsituation gehe es darum, mit den verfügbaren Impfstoffdosen möglichst viel gesundheitlichen Schaden durch die Covid-19-Pandemie abzuwenden. Dafür seien alle drei bisher in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (von Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna) geeignet, wie klinische Prüfungen gezeigt hätten.

Wegen Mutanten zügig impfen

Die Ärzte-Vertreter legen „allen prioritär impfberechtigten Beschäftigten in der ambulanten und stationären Versorgung“ ans Herz, jetzt die Chance der Impfung gegen Sars-CoV-2 zu ergreifen. „Jede Impfung ist auch ein Beitrag zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens.“ Angesichts der Zunahme von Virusmutanten auch in Deutschland sollten alle zugelassenen Impfstoffe zügig verimpft werden.

Zur aktuellen Kritik am Corona-Impfstoff von Astrazeneca hatte Dr. Roland Brey als Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach im Interview mit Oberpfalz-Medien jüngst bemerkt, alle Corona-Impfstoffe riefen stärkere Reaktionen bzw. Nebenwirkungen hervor. Doch eigentlich sei das ein gutes Zeichen: Der Impfstoff wirkt. Die Nebenwirkungen seien für gewöhnlich nicht ernsterer Natur und normalerweise nach ein bis zwei Tagen vorbei. „Jüngere Menschen scheinen heftiger zu reagieren, das liegt aber einfach an ihrem Immunsystem, das noch stärker ist.“

Das Interview von Dr. Roland Brey mit Oberpfalz-Medien über den Astrazeneca-Impfstoff

Amberg

Aus der Luft gegriffen ist jedenfalls das in Weiden kursierende Gerücht, durch einen „tödlichen Impfvorfall“ im Impfzentrum Amberg sei eine etwa 30-jährige Frau ums Leben gekommen. Es geht möglicherweise auf einen Fall zurück, von dem BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller weiß. Demnach zeigte in einem Altenheim eine Mitarbeiterin nach der Impfung eine allergische Reaktion und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Schaller: „So etwas kommt sehr selten vor, kann aber, siehe die mediale Berichterstattung zu ähnlichen Fällen weltweit, durchaus passieren.“ Diese Impfung war mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff erfolgt.

Was Leser von Oberpfalz-Medien von Experten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung über die Impfung wissen wollten

Weiden in der Oberpfalz

Jede Impfung ist auch ein Beitrag zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens.

Aus der Erklärung der Ärzte

Info:

Nachgefragt zur Impf-Reihenfolge

Wie wird die Reihenfolge innerhalb der Priorisierungsgruppe geregelt?

„Hier vergibt das System Zufallswerte und generiert so eine Reihenfolge. Bei denen, die eine Online-Einladung erhalten, wissen wir erst, dass sie eingeladen wurden, wenn sie einen Termin vereinbaren.“

Warum sind die einen Facharzt-Praxen schon geimpft, andere nicht?

Hier habe es um den 12. und 13. Februar herum eine Sondersituation gegeben. Weil kurzfristig Impfstoff verfügbar war, wurden Arztpraxen abtelefoniert und manuell Termine vereinbart, „damit der Impfstoff nicht eine Woche ungenutzt herumliegt“. Jetzt laufe alles über das Einladungssystem des Freistaats. „Dass Astrazeneca-Impfstoff bei uns rumliegen würde wie es – angeblich – in Deutschland der Fall ist, ist bei uns nicht so. Alle Impfstoffe gehen innerhalb einer Woche raus.“

Gab es in Amberg bereits Impfbetrüger?

Derzeit ist nichts darüber bekannt, dass es in Amberg Impfbetrug gegeben hat. BRK-Kreisgeschäftsführer Sebastian Schaller dazu auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien: „Es ist nicht auszuschließen, dass so etwas geschieht. Aber wir prüfen nach bestem Wissen und Gewissen.“ (roa)

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.