07.02.2019 - 10:44 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Firmen verzichten verstärkt auf Einweg-Plastik in ihren Kantinen

Kampf dem Plastik-Müll: Siemens und Grammer sowie die OTH verzichten verstärkt auf Einweg-Geschirr in ihren Großkantinen. Ganz verschwunden ist das umweltschädliche Zeug allerdings noch nicht.

In der Amberger OTH-Mensa werden nur Keramik-Teller verwendet.
von Julian Trager Kontakt Profil

Egal ob Messer, Teller oder Becher – Einweg-Plastik hat in den Großküchen der Amberger Firmen weitesgehend ausgedient. Bei Siemens in Amberg sind 90 Prozent aller Produkte Mehrweg-Material, schätzt Siemens-Sprecher Bernhard Lott. 10 Prozent seien aus Plastik, klassiches Geschirr zum Mitnehmen. „Wir führen, da wo möglich, zunehmend wiederverwendbare oder abbaubaure Produkte ein, stellen sukzessive das Lieferanten- und Produktportfolio auf nachhaltige Angebote um“, so der Sprecher.

Die Unternehmen setzen laut eigenen Angaben verstärkt auf Umweltschutz, Stichwort: Nachhaltigkeit. Siemens habe sich das Thema „schon seit vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben“, teilt Lott mit, und „gehört seit 20 Jahren zu den nachhaltigsten Untenehmen im Dow Jones Sustainability Index“.

Für Grammer ist es "ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmens", wie eine Sprecherin berichtet. Damit kommen die Firmen auch einem EU-Verbot zuvor - das voraussichtlich 2021 in Kraft treten und bestimmtes Einweg-Plastikgeschirr verbannen wird.

Im Mitarbeiter-Restaurant am Amberger Siemens-Standort, das täglich rund 2000 Gäste begrüßt, sind Einweg-Plastik-Produkte bereits so gut wie verbannt worden. "Die Artikel sind zum größten Teil wiederverwendbar beziehungsweise recyclingfähig", erklärt Siemens-Sprecher Lott. Geschirr und Besteck seien ausschließlich aus Keramik, Edelstahl und bis zu 1500 Mal wiederverwendbaren Kunstoffbechern. Einzig die Salatschalen seien noch aus Plastik - sie werden jedoch in Kürze, nach dem Verbrauch der Lagerbestände, auf Bioplastik umgestellt. Selbst beim Kaffee zum Mitnehmen sei ein Pfandsystem mit Keramikbecher im Einsatz.

Im Brotzeit- wie Selbstbedienungsladen gibt es bereits Bioplastik-Einwegschalen, die aus pflanzlichen Fasern hergestellt werden und biologisch abbaubar sind, erklärt Lott. Aber auch noch Einweg-Produkte aus Plastik. "Restbestände", so der Sprecher, "die nun sukzessive aufgebraucht werden."

"Wir achten in allen unseren Mitarbeiter-Kantinen auf eine kontinuierliche Reduzierung von Einweg-Plastik und den verstärkten Einsatz von Mehrweg-Geschirr", teilt Grammer mit. Genaue Zahlen und Fakten könne die Firma jedoch nicht liefern, schreibt eine Sprecherin. Nur so viel: "In der Kantine der Grammer-Konzernzentrale in Amberg wird ausschließlich 'normales' Geschirr und Besteck verwendet." Auch an den Kaffeemaschinen würden keine Einwegbecher verwendet.

In den Mensen der OTH Amberg-Weiden wird kein Einweggeschirr ausgegeben. Das schreibt die Hochschule nach Rücksprache mit dem Studentenwerk Oberfranken, das die zwei Küchen betreibt. Zwar gebe es einen "sehr kleinen" Bestand an Strohhalmen, Besteck und Geschirr aus Plastik, das werde aber nur auf Wunsch des Gastes ausgegeben. "Die Nachfrage ist hier aber gleich Null", so die Pressesprecherin der OTH Amberg-Weiden, Sonja Wiesel. Und der Kaffee? Der werde hier aus Porzellantassen oder Pappbecher getrunken, aber keinesfalls aus Plastikbehältern.

Auch an der Hochschule ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, sogar "Teil des Hochschulprofils" mit vielen Aktivitäten wie einem Studientag mit der OTH Regensburg, betont Sprecherin Wiesel. 2017 wurde die OTH Amberg-Weiden als "Fairtrade University" ausgezeichnet.

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