03.08.2021 - 14:59 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Gastronomie: Wer geht? Wer kommt? Wer ist neu?

Kaum eine Branche war vom Lockdown mehr betroffen als die Gastronomie. Ab 15. Mai durften die Biergärten wieder öffnen, am 7. Juni zogen die Innenräume nach. Seitdem hat sich in Amberg sehr viel getan. Wir haben alle wichtigen Gastro-News.

Es tut sich was in Ambergs Gastroszene.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

In der Amberger Gastronomie tut sich gerade enorm viel: Vier neue Lokale sind schon offen. Die Lui-Burger-Pläne stehen fest und viele weitere auch. Wir verraten, wie es mit dem Bräuwirtshaus Bruckmüller weitergeht und was nicht nur in der Innenstadt sonst noch geplant ist. Stichworte: Bootshaus, Notstain und Café Zentral. Wer auf vietnamesisches Essen und irische Spezialitäten steht, kommt ebenfalls auf seine Kosten.

Ristorante Il Mirto

Die Pizzeria Il Mirto ist geschlossen. Der Inhaber wagt einen neuen Versuch in Schwandorf.

Der 18. Juli war der letzte Tag für das Ristorante Pizzeria Il Mirto in der Oberen Nabburger Straße 28. Auf einer Plattform im Internet schrieb Inhaber Andrea Porcu wenige Tage zuvor: "Wir haben oft Mühe, die richtigen Worte zu finden, um jemandem unsere Dankbarkeit zu zeigen." Der Gastronom, der eigenen Aussagen zufolge umzieht und im September in Schwandorf ein neues Lokal eröffnet, spricht von einer schwierigen Zeit, "die fast unmöglich zu überwinden scheint". Gemeint ist damit der Lockdown.

Bräuwirtshaus Bruckmüller

Nach dem Tod von Pächter Josef Forster ist Brauerei-Chef Anton Bruckmüller auf der Suche nach einem Nachfolger für das Wirtshaus mit Biergarten.

Das Bräuwirtshaus der Traditionsbrauerei Bruckmüller musste im November vergangenen Jahres wegen des Lockdowns schließen. Fast zeitgleich verstarb Josef Forster, der seit 1974 Pächter war. Als die Inzidenz-Werte so weit gesunken waren, dass ab 15. Mai zumindest der Biergarten wieder hätte öffnen dürfen, blieben die Bruckmüller-Türen zu. Doch das soll nicht für immer so bleiben, sagt Brauerei-Chef Anton Bruckmüller, der einen neuen Pächter sucht: "Es soll wieder ein ganz normales Traditionswirtshaus werden." Wer ab wann an der Vilsstraße wieder Gäste bekocht, steht noch nicht fest. Gespräche mit Interessenten werden derzeit geführt

Domino's Pizza Store

Die Zeiten des Backopera-Leerstands sind vorbei: Im Juni ist der Domino's Pizza Store eingezogen.

Die Eröffnung füllt für den Inhaber des Gebäudes, die Firma Tetris aus Reichenschwand in Mittelfranken, einen langen Leerstand. Die Backopera, die zuvor dort. Seit Ende der 1990er-Jahre ansässig war, schloss bereits vor fast zwei Jahren. Nun ist das Gebäude im Rücken der Wöhrl-Plaza wieder belegt: Seit 15. Juni gibt es den Domino's Pizza Store. Franchisenehmer Andreas Knorr stammt aus Nabburg und war für die Pizza-Kette neun Jahre lang Qualitätsbeauftragter für den süddeutschen Raum. Jetzt, mit Mitte 40, hat er das Reisen satt und eröffnete seinen eigenen Laden, in dem es keine Sitzplätze gibt. Das Konzept beruht auf Selbstabholung und Lieferungen per Fahrrad. Die Pizza-Kuriere sind folglich nur im näheren Stadtbereich (Radius zwei bis drei Kilometer) unterwegs. Daran soll sich auch in der kälteren Jahreszeit vorerst nichts ändern.

Miss Hoi An

Aus dem Muskat am Mosacherweg wird das Lokal Miss Hoi An. Inhaber ist Mustafa Senyerli aus Roding.

Dort, wo sich am Mosacherweg 2 in einem Seitenarm der Regensburger Straße jahrelang eine Videothek und später das Speiselokal Muskat befand, gibt es seit Anfang Juli einen neuen Pächter. Er heißt Mustafa Senyerli und kommt aus Roding, wo er bereits ein ähnliches Restaurant wie das Miss Hoi An mit vietnamesischer Küche betreibt: "Bevor ich in einem anderen Ort etwas mache, informiere ich mich gut." Im Fall von Amberg ergaben die Recherchen, dass die Stadt großes Potenzial habe. Da ein vergleichbares kulinarisches Angebot in Amberg nicht vorhanden gewesen sei, habe er sich zu dem Schritt entschlossen.

Dalmacija

Aus dem Schnitzel-Eck an der Kastler Straße wird das Dalmacija

Erst Kummert-Keller, dann Schnitzel-Eck: An der Kastler Straße, direkt hinter dem ehemaligen Autohaus Zinkl, hat nun ein neues Gastro-Kapitel begonnen. Im Mai hat Ivica Rubic das Dalmacija eröffnet, in dem es neben bayerischer in erster Linie kroatische Küche gibt. Derzeit befindet sich das Team aber noch bis einschließlich Mittwoch, 18. August, im Betriebsurlaub.

Lui Burger & Bar

Schon bald eröffnet Esther Heckmann an dieser Stelle der Bahnhofstraße mit ihrem Partner Silvio Heueisen das neue Lui Burger.

Die älteren Amberger kennen das Lokal im Oberen Apothekergäßchen noch als "Topfgucker". Nach mehreren Pächterwechseln zog Silvio Heueisen mit seinem Lui-Burger-Lokal ein. Dann kam der Lockdown und zwangsläufig die Schließung. Mit seiner Partnerin Esther Heckmann versorgte Heueisen die Amberger im Mai und Juni 2020 unter dem Namen "Hin & weg" mit Burgern als To-go-Variante in der Bahnhofstraße. Ab Dezember gab es die Burger in einem Food-Truck vor der Hochschule. In dem ehemaligen Laden direkt unterhalb der Wöhrl Plaza, in dem einst auch die Crêperie und Tschibo mit einer Filiale ansässig waren, herrscht seit Wochen rege Bautätigkeit. Inklusive der Limelight-Passage und des Innenhofs entstehen laut Heckmann 30 Plätze im Inneren und 44 im Freien. Wann ist Eröffnung? "September wird's schon werden", verrät Esther Heckmann und sagt, dass an dieser Stelle der Altstadt künftig zehn Mitarbeiter beschäftigt sein werden.

The Library

Die irische Library löst in der Georgenstraße ein Bekleidungsgeschäft ab.

Das erste Guinness wurde in dem neuen irischen Pub an der Georgenstraße 60, dessen Name übersetzt "Die Bücherei" heißt, am 8. Juli gezapft. Die Inhaber bieten aber nicht nur Bier an, sondern auch landestypische Speisen. The Library befindet sich in der Georgenstraße direkt neben dem Asia Bistro und schräg gegenüber von Ambergs bisher einzigem offenen Bücherschrank.

Das Notstain

Das Notstain im Rücken der Basilika St. Martin ist noch länger eine Baustelle.

An der Schiffgasse, direkt hinter der Basilika St. Martin, wo der legendäre Jon Notstain über Jahrzehnte Schuhe, Uhren, Münzen und vieles mehr verkauft hat, entsteht ein Restaurant mit Barbetrieb. Inhaber des Lokals mit dem Namen "Das Notstain" ist Daniel Hoffmann, dem bereits das Colomba am Marktplatz gehört. Seit Januar laufen die Arbeiten, die ersten Gäste sollen im Mai oder Juni nächsten Jahres bedient werden. "Es läuft alles nach Plan", sagt Daniel Hoffmann und lüftet schon mal ein kleines Geheimnis: Nicht nur in den Innenräumen sollen etwa 40 Gäste Platz haben. In etwa die gleiche Anzahl ist auch im Freien vorgesehen - mit Vilsblick.

Café Zentral

Das Café Zentral wächst auf zwei Etagen um die Größe der ehemaligen Metzgerei Hottner.

Die Baustelle am Marktplatz ist nicht zu übersehen: Im Café Zentral läuft seit September vergangenen Jahres ein eingeschränkter Betrieb. Grund ist der Umbau, der eine Erweiterung der Gastro-Flächen vorsieht. Laut Inhaber Herbert Hottner wächst das Zentral um 50 bis 60 Plätze. Mitinhaber Michael Lier verrät, dass die Eröffnung bereits in Sichtweite ist: "Voraussichtlich Ende September, Anfang Oktober."

Das Bootshaus

Etwas Vorfreude darf erlaubt sein: Das Bootshaus-Logo ist schon fertig.

Eva Bogner verließ direkt nach dem Studium München, um sich in ihrer Heimatstadt an der Schiffbrückgasse ihren Traum vom eigenen Café und Hotel zu erfüllen. "Es wird definitiv auch einen Gastrobereich geben", sagt die Geschäftsführerin der Bootshaus Amberg GmbH und verweist auf eine "kleine Speisekarte" mit wechselnden Tagesgerichten. 50 Sitzplätze sind im Innenbereich vorgesehen, weitere 100 im Freien - inklusive der Plattformen auf der Vils. In Konkurrenz mit bestehenden Betrieben möchte Bogner aber nicht treten: "Ich will explizit, dass unsere Hotelgäste Amberg kennenlernen. Sie sollen gezielt die Amberger Gastronomie kennenlernen. Das soll ein Miteinander werden. Wer bei uns übernachtet, wird nicht fünf Tage in Folge bei uns essen. Das ist auch gar nicht unser Ziel." Die Bootshaus-Eröffnung ist laut Bogner für Frühjahr 2023 geplant.

Nußstein

Die Bäckerei Nußstein hat ihren Hauptsitz von der Bäumlstraße an die Kastnerstraße verlegt.

Die Bäckerei Nußstein verlagert ihre Produktion vom Dreifaltigkeitsviertel in das Gewerbegebiet an der Kastnerstraße, einem Seitenarm der Fuggerstraße. Der 1600 Quadratmeter große Neubau ist fertig. Vor 90 Jahren legten Josef und Maria Nußstein, die bereits eine Bäckerei in Raigering betrieben, in der Bäumlstraße 12 den Grundstein für ein Geschäftshaus, um Brot und Backwaren, angeliefert aus Raigering, zu verkaufen. Jetzt wagt Ulf Fischer, der Neffe der Firmengründer-Enkelin Irene Kraft, den nächsten Schritt. Die Filiale in der Bäumlstraße bleibt bestehen und wird von der neuen Backstube beliefert. Am neuen Standort kann nicht nur gefrühstückt werden. Es gibt auch einen Gastro-Bereich: Montags bis freitags stehen zwei täglich wechselnde Mittagsgerichte und ein vegetarisches Gericht auf der Karte.

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