23.03.2021 - 15:24 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Projekthilfe Dr. Luppa leistet Entwicklungshilfe für Togo

David Djore Dare ist ein gebürtiger Togolese, inzwischen aber auch Oberpfälzer. Als Verbindungsmann der Projekthilfe Dr. Luppa in Togo war er jetzt vor Ort und brachte erneut sein Fachwissen aus der Baubranche dort ein - bei drei Projekten.

Wenn die Projekthilfe Luppa in Togo baut, dann immer solide. Selbst wenn noch viel von Hand gemacht wird, wie hier beim Bau einer Brücke in Kologodo, ist es natürlich Beton, der zum Einsatz kommt und für Stabilität über Jahrzehnte sorgt. Dieser Anspruch gilt auch für die ebenfalls solide gefertigten Schulhäuser.
von Thomas Amann Kontakt Profil

Bekanntlich hat Ambergs Entwicklungshilfeorganisation neben kleineren Projekten vor allem zwei Schulen in Togo gebaut: die nach ihrem Gründer benannte Dr.-Luppa-Realschule in Bassar und das erst im vergangenen Jahr eingeweihte Gebäude für ein Gymnasium in Tindjassi (AZ berichtete). Voraussetzung für größere Vorhaben ist oft eine gut funktionierende Wasserquelle, von der neben den Bauzwecken auch die Menschen für ihren täglichen Bedarf zum Trinken und Waschen profitieren.

Und noch eine Nutzung gibt es in Bassar, der im Norden des Landes gelegenen Stadt, wo neben der Dr.-Luppa-Schule auch Ambergs Verbindungsmann in Togo seine Wurzeln hat. David Djore Dare war es, der ein weiteres Projekt für den öffentlichen Markt vorgeschlagen hat: eine WC-Anlage samt Dusche und weiteren Wasserentnahmestellen, die die Marktleute dringend benötigen. Denn sie kommen oft von weither aus den Provinzen in die Stadt, um dort einen oder mehrere Tage lang ihre Waren feilzubieten. Da braucht es mindestens eine Dusche und ordentliche Toiletten, um diesen Aufenthalt auf staubigem Boden erträglicher zu machen.

Die Projekthilfe Dr. Luppa hat nun diesen Wunsch in Kooperation mit den Schmitz-Stiftungen erfüllt. Sie sind das ausführende Organ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das sinnvolle Vorhaben prüft und mit bis zu 50.000 Euro bezuschusst. Den Schmitz-Stiftungen erschien die Maßnahme in Bassar so gut begründet und von der Umsetzung her ordentlich gewährleistet, dass die volle Fördersumme nach Amberg floss.

WC und mehr für Marktfrauen

Dennoch legten Ambergs Entwicklungshilfeprofis rund 31.000 Euro aus eigenen Spendenmitteln drauf, damit das Projekt Realität wird. Dazu gehörten neben dem solide aus Stein gebauten Toiletten- und Duschgebäude direkt am Markt auch die vorher nötige Brunnenbohrung, ein Wasser-Hochbehälter samt Turm und eine Solaranlage für die elektrische Versorgung. Für Vollendung und Betrieb des Ganzen sorgte David Djore Dare, der seit Dezember gut drei Monate lang vor Ort war und erneut sein Fachwissen aus der Baubranche einbrachte. Das ist es, was ihn auch schon bei der Errichtung der beiden Schulen und manchem Brunnenbau für die Projekthilfe so wertvoll macht, wie Vorsitzender Ulrich Siebenbürger sagt.

Gedächtnistafel am Wasserturm

Klar, dass David diesen Ruf mittlerweile auch bei den Gemeindeverantwortlichen in Bassar und darüber hinaus genießt und dass ihm auch diesmal eine Delegation von offiziellen Vertretern und Marktfrauen bei der Übergabe des Projekts dankte. Wobei es der gebürtige Togolese, der seit Mitte der 1990er-Jahre in der Oberpfalz lebt und arbeitet, nicht versäumt, Ambergs Entwicklungshilfeverein hervorzuheben und dessen Engagement mit der einen oder anderen Gedächtnistafel an den Objekten zu würdigen. Auch der neue Wasserturm trägt so eine Tafel, sogar in deutscher Sprache, wie David lachend erzählt, weil das auf den Fotos zum Projektnachweis für die Spender aus Amberg und Umgebung "besser ist".

Neue Brücke ermöglicht Brunnen

Apropos Wasser: Auch der Ort Kologodo braucht einen Brunnen, liegt aber durch einen Fluss samt Graben so abgeschnitten, dass das auf einem Lkw montierte schwere Bohrgerät gar nicht dorthin gelangen kann. Was dafür im ersten Schritt nötig war, ist die Erneuerung einer nicht tragfähigen alten Holz- in eine Betonbrücke. Auch dafür hat die Amberger Projekthilfe jetzt mit David Djore gesorgt. Sie ließen für 16.000 Euro das neue Bauwerk entstehen, wobei auch hier der Oberpfälzer Togolese tatkräftig mithalf.

"Alle haben super mitgearbeitet, insofern hat sich der Stress dieser Reise wirklich gelohnt", schwärmt David, der dabei selber sechs Kilo abnahm. Die viel wichtigeren Vorteile neben der jetzt bald möglichen Brunnenbohrung in Kologodo sind nach seinen Worten aber die ebenso anvisierte Eröffnung eines Marktes und dass die Kinder und Jugendlichen nun auch viel leichter zur Schule in die Nachbarorte kommen.

Erneut Förderantrag nach Berlin

Last, but not least konnte David den Beginn einer dritten Brunnenbohrung samt Fundamentbau für den Wasserspeicherturm beim ehemaligen Flugfeld von Bassar veranlassen. Auch dafür lässt die Projekthilfe Dr. Luppa rund 21.000 Euro sprudeln., die gleichzeitig den Grundstein für eine mögliche dritte Schule an diesem Standort legen. Das heißt laut Siebenbürger, dass für diese Kosten von erneut gut 120.000 Euro wieder ein Förderantrag ans BMZ in Berlin gestellt werden soll, was wohl erst im Laufe des Jahres gelingt und damit den erwarteten Start auf 2022 verschiebt.

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