09.07.2021 - 11:50 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Verkehrsproblem: Linksabbiegen bremst Busse aus

Wenn hier morgens zur Stoßzeit Autos, Radler und Fußgänger unterwegs sind, haben Bus-Passagiere das Nachsehen: Sie verpassen ihre Anschlüsse, wenn ihr Bus beim Linksabbiegen warten muss. Ein Keuzungsproblem in Amberg.

Der Bus naht aus der Sulzbacher Straße, um an der Ampel links in den Pfalzgrafenring zum Bahnhof abzubiegen. Wenn jetzt Fußgänger und Radler die Kreuzung überqueren und bevorrechtigte Autos aus der Mühlgasse nach rechts abbiegen, muss der Bus warten – und seine Fahrgäste verpassen ihre Anschlüsse am Busbahnhof.
von Heike Unger Kontakt Profil

Das Problem besteht immer nur kurz, am Morgen. Aber es sorgt dafür, dass Bus-Passagiere in Amberg ihre Anschlüsse verpassen: Wenn ihr Bus aus der Sulzbacher Straße kommend links in den Pfalzgrafenring einbiegt, muss er warten, weil hier Fußgänger, Radler und auch Autos, die aus der Mühlgasse nach rechts in den Ring einbiegen, Vorrang haben. Das reicht, dass die ÖPNV-Nutzer nicht rechtzeitig am Busbahnhof ankommen, um dort umzusteigen. Der Verkehrsausschuss beschäftigte sich jetzt mit dem Problem – konnte den gordischen Verkehrsknoten aber nicht lösen.

Ulrich Schaller, neuer Chef der Stabsstelle Mobilität, präsentierte dem Ausschuss die Ergebnisse einer Untersuchung, die Möglichkeiten zur "Beschleunigung des ÖPNV-Knotenpunkts Pfalzgrafenring–Sulzbacher Straße–Mühlgasse" liefern sollte. Da das Liniennetz im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Amberg sehr knapp getaktet ist, führt das laut Schaller zu Problemen bei Bussen, wenn der Verkehr stockt. Die Untersuchungen hätten aber "keine außergewöhnlich hohen Verkehrsströme" ermittelt. "Nur in einem kurzen Zeitfenster am Morgen kann es zu Stauungen kommen", berichtete Schaller mit Blick auf die neuralgische Kreuzung. Der Gutachter empfehle deshalb, die Ampelschaltung zur Spitzenzeit zwischen 7 und 8 Uhr entsprechend anzupassen. Das sollte laut Schaller geprüft werden – sei aber erst sinnvoll, wenn Daten einer für 2022 geplanten Verkehrszählung vorlägen.

Zur Beschleunigung der Busse kann sich Schaller vorstellen, die Linie zu verlegen: Wenn der ÖPNV stadteinwärts nicht wie bisher über die Sulzbacher-, sondern die Bayreuther Straße fahren würde, blieben ihm das Linksabbiegen an der neuralgischen Kreuzung und damit auch die Wartezeiten erspart. Dann freilich könnte die Haltestelle Obersdorfer Brücke nicht angesteuert werden. Ob dies in der Praxis sinnvoll wäre, soll nun ein Versuch nach dem Schulbeginn im Herbst zeigen.

Im Gutachten ist auch die ganz große Lösung genannt: Eine Unterführung unter dem Pfalzgrafenring für Fußgänger und Radler. Die, so merkte Schaller an, würde aber geschätzt 1,2 Millionen Euro kosten. Bürgermeister Martin Preuß, der die Sitzung leitete, regte an, das Thema im Arbeitskreis Mobilität im Auge zu behalten – in der Hoffnung, dass man mit detaillierteren Zahlen einer Verkehrszählung weiterkomme. "Jetzt schnell etwas umzusetzen, erscheint nicht angebracht."

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