06.11.2019 - 15:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Amberger Weihnachtsmarkt: Finanzkonzept hängt in der Luft

Die Park- und Werbegemeinschaft (PWG) plant, 2020 den Amberger Weihnachtsmarkt um sechs auf gut 30 Buden zu erweitern. Die Kosten für die Erstinvestition soll die Stadt übernehmen. Im Hauptausschuss rief das keine pure Begeisterung hervor.

Die Weihnachtsbeleuchtung für heuer ist in Amberg schon aufgehängt. Nächstes Jahr soll sie sogar erweitert werden, genau wie der Weihnachtsmarkt selbst. Wer dafür aufkommt, ist aber in Teilen noch unklar.
von Markus Müller Kontakt Profil

Es waren drei FDP-Anträge, die in der Sitzung zum Haushalt 2020 den Blick schon auf die übernächste Weihnachtszeit lenkten. Stadträtin Emilie Leithäuser, gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende der PWG, hatte sie eingebracht. Der erste rechnete vor, dass rund um die neuen Buden knapp 56.000 Euro an Kosten anfielen – unter anderem für ein Brunnenhaus mit zwei integrierten Verkaufsständen knapp 25.000 Euro, für sechs Tischkonstruktionen mit Dach fast 16.000 Euro. Der Aufbau der lebensgroßen Krippe im Kriegerdenkmal schlage mit gut 4000 Euro zu Buche. Die Stadt solle diese netto 60.000 Euro übernehmen."Durch die Erweiterung des Weihnachtsmarktes werden sich die Kosten um rund 20.000 Euro netto erhöhen", stand im zweiten Antrag. Und weiter: "Die Mehrkosten für die Erweiterung können auf keinen Fall von den zusätzlichen Fieranten getragen werden, und eine zusätzliche Belastung der bisherigen Betreiber ist ebenfalls nicht möglich." Deshalb wollte Leithäuser den jährlichen städtischen Zuschuss für den Weihnachtsmarkt erhöht sehen – von bisher 2100 Euro auf 15.000 Euro.

Grüne: Ein Jahr warten

Das dritte Schreiben beantragte, dass die Stadt auch die Kosten für die Erweiterung der Weihnachtsbeleuchtung mit Deko-Ornamenten (freistehende Lichtkörper, Rentiere 2D, Eventspots) übernehme: brutto 24.400 Euro. Die Beleuchtung habe immerhin der Stadtrat gewünscht, nicht die PWG, sagte Leithäuser dazu. Die PWG könne auch nicht in Vorleistung gehen. Das bezog sich wohl auf einen Antrag der Grünen, die angesichts einer angekündigten Kreditaufnahme von 10,7 Millionen Euro dafür plädiert hatten, sowohl die Erweiterung des Weihnachtsmarkts als auch die Anschaffung der dafür benötigten neuen Bühne um ein Jahr zu verschieben oder alternativ die PWG diese Maßnahmen vorfinanzieren zu lassen.

Mobile Bühne kommt

Die Sache mit der Bühne war am schnellsten abgeräumt: Die alte könne aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht mehr verwendet werden, hieß es aus der Verwaltung. Deshalb habe man schon heuer eine neue, mobile gemietet (für 3000 Euro). Sollte die sich bewähren, könne man sie nächstes Jahr kaufen. 25.000 Euro stehen dafür im Haushalt. Für eine mobile Bühne, die auch jenseits der Weihnachtszeit Verwendung finde, sei das in Ordnung, meinten die Stadträte.

Als Kostenübernahme für die Erweiterung hatte die Stadt bisher einen Haushaltsansatz von 50.000 Euro eingestellt. Mit Steuern komme man bei den neuen Zahlen in Richtung 70.000 Euro, bemerkte Oberbürgermeister Michael Cerny dazu. Da im Haushalt nicht wirklich viele praktikable Sparmöglichkeiten steckten, konnte Klaus Mrasek (ÖDP) der Verschiebung um ein Jahr einiges abgewinnen.

Rechtsreferent Bernhard Mitko informierte das Gremium, das neue Weihnachtsmarkt-Konzept sei bisher lediglich im Verkehrsausschuss vorgestellt worden (und dort auf Skepsis gestoßen). Deshalb beließ es der Ausschuss erst einmal bei den vorgesehenen 50.000 Euro.

Oberbürgermeister Cerny stellte aber in Aussicht, im Verlauf des Jahres gemeinsam eine "intelligente Lösung" zu finden, eventuell mit einer Streckung auf zwei Jahre. Dazu müsse die PWG ihr Konzept bald den Vertretern des Stadtrats vorstellen und womöglich zu Änderungen bereit sein. Cernys Tipp: "Ich würde da lieber auf Klasse als auf Masse achten."

Beleuchtung: Stadtrat entscheidet

Der allgemeine 2100-Euro-Zuschuss war im Haushaltentwurf für 2020 bereits auf 6100 Euro erhöht worden. Dabei bleibt es. Und für die Kostenübernahme der erweiterten Weihnachtsbeleuchtung gilt ebenfalls, dass darüber der Stadtrat nach näheren Erläuterungen durch die PWG entscheiden wird.

Wie die PWG ihre Pläne für den größeren Weihnachtsmarkt auf ihrer Hauptversammlung vorstellte

Amberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.