15.12.2020 - 16:57 Uhr
AmbergOberpfalz

Ansturm vor dem Lockdown: "Balsam auf die Seele" der Einzelhändler

So viel war in der Innenstadt von Amberg schon lange nicht mehr los. Zumindest nicht nachmittags um 15 Uhr an einem Montag oder Dienstag. Bevor der harte Lockdown griff, wollten die Amberger noch einmal shoppen.

So sah es am Montag um 15 Uhr in der Innenstadt von Amberg aus. Noch etwas mehr war am Dienstag vor Geschäftsschluss los.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Andreas Raab, der Vorsitzende der Park- und Werbegemeinschaft (PWG), fühlte sich am Montag und Dienstag dieser Woche nicht unbedingt an einen verkaufsoffenen Sonntag aus Zeiten vor Corona erinnert. Aber fast. In den Stunden vor dem harten Lockdown und der Schließung des Einzelhandels bildeten sich in der Altstadt vor Geschäften teils lange Schlangen."Es war klar, dass das der Fall sein wird, dass es gut läuft. Nicht alle haben zwei Wochen vor Weihnachten schon alle Weihnachtsgeschenke", resümiert Raab, den die Tage vor der Lockdown-Ankündigung aber fast noch mehr bewegt haben. Im positiven Sinn: "In den vergangenen Tagen ist mir oft aufgefallen, dass es immer mehr Stimmen gibt, die sagen, dass man den lokalen Einzelhandel unterstützen soll." Laut Raab haben viele Kunden das auch gemacht. Und nicht erst am Montag und Dienstag: "Dieser solidarische Akt gefällt mir sehr gut." Aber: "Ich hoffe nur, dass es für den Einzelhandel nicht schon zu spät ist, dass er überleben kann."

Ich hoffe nur, dass es für den Einzelhandel nicht schon zu spät ist, dass er überleben kann.

Andreas Raab, Vorsitzender Park- und Gewerbegemeinschaft Amberg

Vor etwa 15 Jahren habe eine Entwicklung begonnen, die sich in den vergangenen Jahren noch verstärkt habe. Immer mehr Kunden bevorzugten den Online-Versbandhandel. Erschwerend komme noch hinzu: Viele ließen sich vom Fachhändler beraten, geordert werde dennoch im Internet. Das sei nun anders: "Jetzt kommt die Solidaritätswelle. Das ist Balsam auf die Seele." Andreas Raab ist aber nicht überzeugt, dass das nach der Corona-Pandemie auch so sein wird: "Die Bequemlichkeit wird bleiben."

Der PWG-Vorsitzende geht davon aus, dass Internet-Bestellungen relativ schnell wieder so beliebt sein werden wie vor der Krise: "Das muss man einfach so sehen. Das ist nicht umkehrbar." Dennoch sieht er unter dem Eindruck der umsatzstarken Tage auch viel Positives für die Zukunft: "Das ist jetzt eine große Chance für den Einzelhandel."

Wenn es gelinge, Service und Beratung mit mehr Einkaufserlebnis zu kombinieren, könne es eine vielversprechende Perspektive geben. Denn eines habe die Coronakrise bewirkt: "Die Kunden schauen wieder auf den Einzelhandel und führen sich vor Augen, was es bedeuten würde, wenn es den Einzelhandel nicht mehr geben würde." Das sei vorher nicht der Fall gewesen.

Das hat es schon lange nicht mehr gegeben: Warteschlangen in der Altstadt.

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Amberg

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