19.02.2021 - 13:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Appell in Amberg: Zusammenhalten gegen das Querdenken

Das ist ein starkes Zeichen: Auf die angekündigte Querdenker-Demo am Samstag in Amberg reagieren Vertreter des Amberger Stadtrats und des Kreistags des Landkreises Amberg-Sulzbach mit einem gemeinsamen Appell: Zusammenhalten!

"Zamhaltn" in Amberg - das wird nun auch auf Plakaten, Flyern und Aufklebern sichtbar. So wie hier am Altstadtring beim Kurfürstlichen Schloss.
von Uli Piehler Kontakt Profil

Unterzeichnet haben das "gemeinsame Statement" der Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny, Landrat Richard Reisinger, die Amberger Bürgermeister Martin Preuß und Franz Badura sowie alle Fraktionsvorsitzenden des Stadtrats und des Kreistags. Initiiert wurde das Schreiben vom Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte, in der Person von Hans Lauterbach, Tanja Dandorfer und Brigitte Netta sowie dem „Amberg liefert“-Gründer Michael Sandner. Der Dank an alle Menschen, die während der Pandemie ihre Herausforderungen meistern, steht in der Erklärung an erster Stelle.

Gemeinschaftsgefühl sucht seinesgleichen

"Wir danken Ihnen für all das, was uns gemeinsam in den vergangenen Monaten gelungen ist", heißt es wörtlich. "Wir haben unsere Heimat gut durch die noch immer anhaltende Corona-Krise gesteuert. Wir haben es nicht nur geschafft, die Infektionszahlen in einem überschaubaren Rahmen zu halten, sondern auch, ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln, das seinesgleichen sucht." Jeder mache das Beste aus dieser ungewöhnlichen Zeit – "angefangen bei den Kindergarten- und Schulkindern über die Eltern, Lehrkräfte und Erzieherinnen sowie Erzieher, Gastronomen und Ladeninhaber, Unternehmer und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Beschäftigten im Gesundheitswesen und im Einzelhandel, die Handwerker, die Kolleginnen und Kollegen in den Verwaltungen bis hin zu den Seniorinnen und Senioren in den Alten- und Pflegeheimen".

Müdigkeit und Erschöpfung

Da würden echte Kraftakte vollbracht, um die aktuellen Einschränkungen so gut es geht zu überstehen. Die Bewältigung der Krise erfordere ein hohes Maß an Durchhaltevermögen, Toleranz und Solidarität von jedem Einzelnen – "vor allem, wenn wir andere dabei nicht aus den Augen verlieren wollen und Verständnis und Mitgefühl zeigen".

Wie aber bei jeder Dauerbelastung zeigten sich mit der Zeit Anzeichen von Müdigkeit und Erschöpfung. "So ergeht es derzeit vielen von uns. Keiner ist damit alleine. Jeder von uns hat sich in dieser Ausnahmesituation mit Sorgen, Nöten und Ängsten auseinanderzusetzen", schreiben die Initiatoren der gemeinsamen Stellungnahme. "Noch schlimmer wird die Situation, wenn nicht alles rund läuft: Bei der Verteilung der Impfstoffe gab und gibt es Probleme, nicht immer erscheinen die vorgegebenen Regelungen und Maßnahmen sinnvoll und durchdacht. Doch leider gibt es keine einfachen Lösungen." Die Unterzeichner bitten die Menschen: "Sprechen Sie mit uns, kommen Sie auf uns zu. Auch für Kritik und Probleme haben wir ein offenes Ohr. Lassen sie uns auch – oder gerade jetzt – den demokratischen Austausch leben! Auch unter Einhaltung der aktuellen Hygienevorschriften haben wir jede Möglichkeit, die Werte unserer Gesellschaft hochzuhalten. Das aber muss unser Ziel sein!"

Wie berichtet, ist für Samstag, 20. Februar, um 17 Uhr eine Querdenker-Demo auf dem Platz vor dem Amberger Kongresszentrum angemeldet.

Demonstration am Ernst-Michl-Platz

Amberg

 

 

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