03.08.2021 - 14:35 Uhr
AmbergOberpfalz

Armin Nentwig ist ein Leben lang ein Homo politicus

Er hat den Begriff Amberg-Sulzbacher Land geprägt und die Menschen in "seinem" Landkreis Amberg-Sulzbach immer ermuntert, doch stolz zu sein auf ihre Heimat und hier zu bleiben. Jetzt wird Armin Nentwig offiziell geehrt.

Gemeinsam mit seiner Frau Tina nahm Alt-Landrat Armin Nentwig (Mitte) die Ernennungsurkunde aus den Händen seines Nachfolgers Richard Reisinger entgegen. Den Hintergrund bildet formschön das Schloss, in dem er von 2002 bis 2008 "regiert" hat.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Den Ehrentitel Alt-Landrat trägt Armin Nentwig ja eigentlich schon seit Mai 2020. Damals verlieh der Kreistag ihm und seinem Vorgänger Hans Wagner diese Würde. Doch wegen Corona und den damit verbundenen Beschränkungen hat es bis zum August 2021 gedauert, bis Nentwig diese Auszeichnung auch ganz real aus den Händen seines Nachfolgers Richard Reisinger entgegen nehmen konnte. Gefreut hat es ihn trotz der zeitlichen Verzögerung sehr. "Denn es ist auch eine Auszeichnung für unser aller gemeinsame Arbeit", sagte Nentwig in seinen Dankesworten in Richtung des Ferienausschusses.

"Ein Stück weit ist es ja immer noch dein Landratsamt", würdigte Landrat Richard Reisinger am Montag die sechsjährige Amtszeit von Armin Nentwig als Landrat (2002 bis 2008). Reisinger war es daher auch sehr wichtig, seinem Amtsvorgänger die Urkunde "nicht in irgendeiner Turnhalle", sondern im König-Ruprecht-Saal zu verleihen. Dort, wo Nentwig mit dem Kreistag Politik "für den Heimatraum" gemacht hat, wie der Geehrte betonte. Reisinger war voll des Lobs für Nentwig, dem er mittlerweile freundschaftlich verbunden sei. "Du warst und bist ein fleißiger und akribischer Kümmerer", so Reisinger. Und Armin Nentwig habe die Menschen immer darin bestärkt, dass sie stolz sein können auf ihre Region Amberg-Sulzbach. "Wahrscheinlich warst Du auf jeder Kirwa", schilderte Richard Reisinger den persönlichen Einsatz seines Amtsvorgängers für die Pflege der Tradition und der Kommunikation mit den Menschen hier.

Nie nur Landrat der SPD

Armin Nentwig selbst, der für viele CSU-Politiker bis heute der SPD-Stachel in ihrem Fleisch ist, betonte in seinen Dankesworten, er sei niemals nur ein Landrat der SPD gewesen. "Dagegen habe ich mich immer verwehrt." Wichtig sei es ihm vielmehr gewesen, den Landkreis zu stärken und den Menschen hier Selbstbewusstsein zu geben. "Deshalb habe ich auch bewusst den Begriff Amberg-Sulzbacher Land geprägt." Eine Region, die "eingezwängt zwischen zwei Truppenübungsplätzen" in den vergangenen Jahrzehnten enorm aufgeholt habe. "Wir haben unseren Landkreis vom hinteren Ende bis ins Mittelfeld gebracht", bezog er auch Richard Reisinger sowie natürlich die jeweiligen Kreistage mit ein. Sein Herzblut habe aber immer darin bestanden, die jungen Leute zu ermutigen, in den vielen kleinen Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach wohnen zu bleiben und hier zu arbeiten. "Heute müssen die Menschen nicht mehr nach Nürnberg oder Regensburg zum Arbeiten fahren."

Nentwig, der vor seiner Zeit als Landrat auch 24 Jahre im Amberger Stadtrat und 16 Jahre im Bayerischen Landtag saß, machte aber auch noch einmal deutlich, dass es für ihn keine Trennung der Stadt Amberg vom Landkreis geben kann. "Wir sind ein gemeinsamer Heimatraum", wies Nentwig auf eine Vielzahl von Einrichtung hin, die inzwischen Stadt und Land verbinden: Die Arbeitsagentur (ARGE) beispielsweise, die seit seiner Amtszeit gemeinsam betriebene Tourist-Info oder die Berufsschule für Stadt und Land. Nentwig erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass damals erstmals eine gemeinsame Last-Minute-Lehrstellenbörse im König-Ruprecht-Saal veranstaltet worden sei. "Da haben wir auf einen Rutsch 90 Lehrstellen besorgt, obwohl es schon September war." Für ihn sei es einfach eine sehr erfüllende Zeit gewesen, blickte Armin Nentwig auf seine sechs Landratsjahre zurück. Oder wie es Landrat Richard Reisinger ausdrückte, Nentwig sei bis heute ein "homo politicus" geblieben, ein sehr politischer Mensch. Die Antriebskraft? "Nirgendwo ist es so schön, wie bei uns", sagte Armin Nentwig.

"Wir sind ein gemeinsamer Heimatraum"

Für Alt-Landrat Armin Nentwig gibt es nur Amberg und Amberg-Sulzbach zusammen

Für Alt-Landrat Armin Nentwig gibt es nur Amberg und Amberg-Sulzbach zusammen

Ehrung für Hans Wagner steht noch aus

Nachdem Armin Nentwig nun auch offiziell seine Ernennung zum Alt-Landrat erhalten hat, steht diese Ehrung für dessen Vorgänger Hans Wagner noch aus. Sie soll bei passender Gelegenheit und nicht mit einer Kreistagssitzung verbunden – aber schon bald – nachgeholt werden. Nentwig selbst feierte nach der Ehrung gemeinsam mit seiner Familie und politischen Freunden wie den Schwandorfer Alt-Landrat Hans Schuierer diese Auszeichnung im kleinen Kreis.

Vor einem Jahr wurde der Titel Alt-Landrat verliehen

Amberg
Hintergrund:

Seit vielen Jahren ein Kümmerer für die Region

  • 1978 bis 2002 Stadtrat in Amberg
  • 1986 bis 2002 Mitglied des Bayerischen Landtags
  • 1978 Gründer und erster Vorsitzender des Rollstuhlfahrer-Behindertenvereins Amberg und Umgebung
  • 1990 Gründer und Bundesvorsitzender des Selbsthilfeverbandes "Schädel-Hirn-Patienten in Not"
  • 2002 bis 2008 Landrat des Landkreises Amberg-Sulzbach
  • Armin Nentwig ist verheiratet und hat zwei Kinder

 

 

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