03.03.2020 - 14:56 Uhr
AmbergOberpfalz

Bahnhof Amberg: SPD forciert Rampen statt steiler Treppe

Zu teuer, nicht machbar, ein Schaufenstervorschlag. Die Amberger SPD-Fraktion hält nichts von der "visionären Idee" eines Bahntunnels. Sie drängt stattdessen auf eine kurzfristige Lösung am Bahnhof.

Diese steile Treppe, die in die Fußgängerunterführung an der Ruoffstraße führt, soll nach Ansicht der SPD weg. Die Parteimitglieder skizzierten bei einem Pressetermin eine Maßnahme, die laut Stadtverbandsvorsitzendem Martin Seibert innerhalb eines Jahres umsetzbar wäre.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Martin Seibert dauert es zu lange. Der Stadtverbandsvorsitzende kritisierte bei einem Pressetermin am Montagnachmittag, dass am Bahngelände nichts vorwärts geht. Deshalb drängt seine Partei auf eine "kurzfristige Lösung", wie er betonte. Der konkrete Vorschlag: Die Fußgängerunterführung in der Ruoffstraße soll um eine Gleisbreite zurückgesetzt werden, etwa vier Meter. Dadurch könnten zwei Rampen gebaut werden. Eine soll Richtung Finanzamt verlaufen und somit eine Anbindung zum Bergviertel schaffen. Die andere soll in etwa in den Rücken der Hiltner-Bäckerei in der Marienstraße entstehen. Mit dieser Maßnahme soll die steile Treppe in die Unterführung verschwinden und die Wege erleichtert werden.

In einem Jahr machbar

Die Baumaßnahme forciert die SPD auch deshalb, weil es laut Seibert "leider noch fünf, sechs Jahre dauert, bis tatsächlich etwas vorwärts geht und die Bahn einen Planungsauftrag hat". Dieser Eingriff sei in einem Jahr machbar. Die betreffenden Grundstücke sind in städtischer Hand. Langfristig schwebt dem Stadtverbandsvorsitzendem eine Park-and-Ride-Anlage an der Ruoffstraße vor. Seibert erklärte bei dem Termin: "Wir fordern alle Parteien auf, Lösungen zu suchen. Dankenswerterweise gibt es Planungen und Lösungen, die sicher alle Parteien bis auf die ÖDP mittragen." Diese Kritik zielte vor allem auf den Vorschlag von Franz Badura ab. Ihm schwebt ein Bahntunnel in Amberg vor.

Die Idee eines Bahntunnels in Amberg

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Die SPD widersprach der Darstellung des ÖDP-Oberbürgermeisterkandidaten, dass dieses Projekt machbar sei. Bei ihrer Argumentation ließen sie vor allem Walter Pritzl zu Wort kommen. Der Rentner war 18 Jahre Projektingenieur bei der Deutschen Bahn und dabei hauptsächlich für den Bau der Strecke Ingolstadt-München zuständig. Pritzl gab zu Bedenken, dass es bei einer Absenkung zu Problemen mit dem Grundwasser komme. Außerdem werde die Maßnahme enorm teuer. Seibert sprach sogar von Kosten, die bis in die Milliarde gehen. In der Steigung der Strecke sieht die SPD eine weitere Herausforderung.

Badura reagiert auf SPD-Kritik

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Nur eine bestimmte Steigung

Badura skizzierte, dass die Bahnlinie aus Richtung Nürnberg bereits ab der Obersdorfer Brücke in den Boden eintaucht, zum unterirdischen Bahnhof führt und erst wieder bei der Leopoldkaserne an die Oberfläche zurückkehrt. Damit auch der Güterverkehr keine Probleme beim Anfahren bekomme, dürften die Gleise laut Seibert eine bestimmte Steigung nicht überschreiten. Geht man von einer maximal einprozentigen Steigung aus, wie das derzeit der Fall ist, hätte der Tunnel in Gärmersdorf und bei der Müllladestation in Witzlhof Anfang und Ende. Seibert sprach von einem „unsäglichen Vorhaben“.

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