19.01.2021 - 17:09 Uhr
AmbergOberpfalz

Bahnhofsvorplatz soll besser geräumt werden

Als vor einigen Tagen beinahe schon ungewohnter Schneefall einsetzte, wies die Stadt Amberg noch einmal ausdrücklich auf die Räum- und Streupflicht durch die Anlieger auf öffentlichen Flächen hin. Doch nicht alle halten sich daran.

Wenn es kalt wird in der Nacht, ist es vor dem Amberger Bahnhof derzeit sehr rutschig. Tagsüber, bei Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts, verwandelt sich alles zu Matsch.
von Andreas Ascherl Kontakt Profil

Auf allen öffentlichen Flächen im Stadtgebiet herrscht eine strikte Räum- und Streupflicht im Winter. Zuständig für das Beseitigen von Schnee und Eis sind immer die Anlieger. Nur wo es solche nicht gibt, greift der städtische Bauhof selbst zum Schneeräumer. Private Hausbesitzer nehmen diese Pflicht meist sehr ernst, wie an dem lautstarken Gekratze oft schon in den frühen Morgenstunden unschwer zu erkennen ist.

Hintergrund zur Räum- und Streupflicht

Amberg

"Vergessen" wird die Räum- und Streupflicht derzeit gerne mal vor einigen Geschäften in der Fußgängerzone. Die sind wegen der Pandemie geschlossen, die Hausbesitzer oft Immobiliengesellschaften aus anderen Teilen der Republik oder dem Ausland. Für viele Bürger ein ganz besonderes Ärgernis ist derzeit der Bahnhofsvorplatz. Schlecht geräumt, teilweise spiegelglatt oder matschig präsentiert er sich in diesen Tagen. Zuständig fühlt sich offenbar hier niemand, nun hat der städtische Schneeräumdienst den Versuch gestartet, hier Abhilfe zu schaffen.

Das Problem am Bahnhofsvorplatz ist: Es handelt sich um keine öffentliche sondern um eine private Fläche. Von daher entfällt nach Auskunft der städtischen Pressesprecherin Susanne Schwab auch die Räum- und Streupflicht. Die Bahn kann, muss aber nicht. "Wir haben hier absolut keine Handhabe", sagt Susanne Schwab. Trotzdem gibt man bei der Stadtverwaltung die Hoffnung nicht auf. Tatsächlich befindet sich nämlich der Gehsteig in Richtung Hauptpost beim Kiss&Ride-Parkplatz im Eigentum der Stadt. Damit tritt automatisch die Räum- und Streupflicht durch den Anlieger – die Bahn – in Kraft.

Aus diesem Grund habe man sich von Seiten der Stadt jetzt daran gemacht, sich durch die diversen Zuständigkeitsebenen bei der AG durchzufragen, um den richtigen Ansprechpartner für die zu räumende Fläche zu finden, so Schwab. Die Hoffnung dahinter: Betreibt die Bahn erst einmal den Aufwand für die öffentliche Fläche, dann räumt sie ihren privaten Bereich vor dem Bahnhof gleich mit. "Man hat es versucht", sagt Susanne Schwab. Bleibt abzuwarten, ob der Appell der Stadt auch wirkt. Zumal ja die Haftung für eventuelle Eis- und Schneeunfälle auf dieser öffentlich zugänglichen Fläche wohl auch bei der Bahn liegen dürfte.

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