Amberg
14.10.2020 - 13:31 Uhr

Bald neu in Amberg: In der Artothek Kunst auf Zeit mieten

Bilder von regionalen Künstlern im eigenen Wohnzimmer aufhängen, ohne sie gleich kaufen zu müssen? Was bisher nur ganz selten möglich war, soll künftig die Regel werden. In der neuen Amberger Artothek nämlich.

Der Mitbegründer der Windischeschenbacher Futura-Artothek und die treibende Kraft dahinter: Erwin Schlott im Jahr 2003 bei einer Ausstellung mit eigenen Werken in der Artothek der Futura. Archivbild: bm
Der Mitbegründer der Windischeschenbacher Futura-Artothek und die treibende Kraft dahinter: Erwin Schlott im Jahr 2003 bei einer Ausstellung mit eigenen Werken in der Artothek der Futura.

27 Jahre lang, von 1987 bis 2014, hatte die kleine Stadt Windischeschenbach in der nördlichen Oberpfalz ein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal: die Artothek der Künstler. Wer wollte, konnte sich hier die Bilder oder Skulpturen der in der Gruppe zusammengeschlossenen Maler und Bildhauer für ein geringes Entgelt für einen bestimmten Zeitraum ausleihen. Die Geschichte dieser Einrichtung ging ziemlich grau und glanzlos zu Ende, die Idee der Leih-Bildnereien allerdings lebt weiter – wenn auch normalerweise in größeren Städten. Nun soll auch Amberg so eine Artothek bekommen. Angeschlossen und und untergebracht auf der Galerie der Stadtbibliothek.

Amberg12.10.2020

Wie Bibliotheksleiterin Bettina Weisheit im Kulturausschuss erläuterte, sollen hier vor allem die Kunstwerke von lokalen Künstlern auf Zeit verliehen werden. Ein gewisser Grundstock sei durch einen Nachlass schon vorhanden. Start soll bereits im ersten Halbjahr 2021 sein, Ziel ist es vor allem, die Künstler der Region zu fördern. Einfach dadurch, dass man sich ein Werk aussuchen und für eine Gebühr von 30 Euro bis zu drei Monate behalten könne. Dann erfolgt die Rückgabe oder bei Gefallen der Kauf des Kunstwerks. Wobei das nach ausdrücklicher Aussage von Kulturreferent Fabian Kern aber nicht die vornehmliche Absicht der Artothek ist. "Wir wollen keine Kunstgalerie sein."

Amberg09.10.2020

Das Prinzip der Artothek ist nach Aussage von Bettina Weisheit ganz simpel. Man wird zunächst Mitglied. Dann sucht man das Kunstwerk der Wahl idealerweise zunächst einmal im Internet aus, bevor man es vor Ort in der Stadtbibliothek abholt. Nach der Leihfrist von bis zu drei Monaten erfolgt die Rückgabe oder aber der Kauf. Ein schönes Prinzip, so findet Stadträtin Michaela Frauendorfer, doch wie sieht es bei einer möglichen Beschädigung aus? Sind die Bilder in so einem Fall versichert? Man arbeite noch daran, so Bettina Weisheit, bis zum Start sei diese Frage natürlich geklärt. In eine ähnliche Richtung ging die Nachfrage von Hannelore Zapf. Sie wollte wissen, wie man mit der ausleihbedingten Abnutzung der Kunstwerke umgehen werde. "Damit müssen die Künstler natürlich rechnen", sagte Kulturreferent Fabian Kern. Dafür bekämen sie aber zum Beispiel auch eine Steigerung ihres Bekanntheitsgrades als Gegenleistung.

Bericht zum Ende der Artothek Windischeschenbach

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.